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PCB im Blut?

01.06.2010 | 18:10 Uhr

Dortmund. Die Bluttests von Mitarbeitern auf dem Envio-Gelände ist mit einem Eklat gestartet: Envio-Chef Neupert und Unternehmens-Anwalt Beckmann haben Stadt und Presse des Geländes verwiesen.

Dienstagmorgen hat das Gesundheitsamt der Stadt Dortmund damit gebonnen, das Blut von Mitarbeitern auf dem Envio-Gelände zu untersuchen. Das Unternehmen hat seit Jahren Teile seines Geländes an andere Firmen untervermietet, deren Mitarbeiter sich beinahe vollzählig freiwillig auf PCB-Rückstände im Blut untersuchen lassen. Die Envio-Mitarbeiter selbst hatten sich zuvor schon testen lassen – die Bewohner anliegender Straßen sind kommende Woche an der Reihe.

Stadt und Presse des Geländes verwiesen

Doch die Tests begannen mit einem Eklat: Zwar hatte die Stadt offiziell die Presse eingeladen, um über die Bluttests im Gebäude der ebenfalls betroffenen Firma ABP zu berichten – aber dann tauchte Envio-Vorstandschef Dirk Neupert samt Firmenanwalt Prof. Beckmann auf und verwies die 15-köpfige Gruppe des Geländes. Um nämlich zum ABP-Gebäude zu kommen, muss man den Envio-Hof überqueren. Damit waren Anwalt und Hausherr offenbar nicht einverstanden. Blieb nur der Weg ums Gelände herum und durch die ABP-Hintertür.

350 Mitarbeiter lassen sich testen

Knapp 350 Mitarbeiter der auf dem Envio-Gelände ansässigen Firmen wollen ihr Blut von den Ärzten des Dortmunder Gesundheitsamtes untersuchen lassen. „Eines ist mir noch sehr wichtig: ABP ist nicht Verursacher der PCB-Belastung“, betont der stellvertretende Amtsleiter Dr. Udo Lepper. Vielmehr sei die Firma ebenso Opfer des Giftskandals wie eine Hand voll anderer Unternehmen auch, die schon seit Jahren Teile des Envio-Geländes für ihre Firmen gemietet haben.

Bis die Ergebnisse der Blutuntersuchungen vorliegen und welche Folgen eine mögliche PCB-Belastung auf den Körper der Mitarbeiter hat, stehe allerdings wohl erst Mitte Juli fest, so Lepper. Die langwierige Untersuchung führt ein Institut durch, das sich auf den Nachweis von PCB spezialisiert hat.

Entsorgung von PCB-belasteten Trafos

Das Kerngeschäft von Envio ist die Säuberung, Aufbereitung und Entsorgung PCB-haltiger Transformatoren. Dabei hat das Unternehmen offenbar jahrelang Sicherheitsvorgaben missachtet und gilt so als Hauptverursacher der hohen PCB-Belastung in Fredembaumpark und umliegenden Kleingartenanlagen.

Katrin Figge

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Kommentare
01.06.2010
18:36
PCB im Blut?
von Sven H. | #8

Und die Behörden lassen sich wieder vorführen, ich hoffe, wenn was gefunden wird hagelt es Anzeigen wegen Körperverletzung gegen die Verursacher und die Verantwortlichen laden da wo sie hingehören, so habe sie alle Ruhe und Zeit noch evtl. vorhandenes Beweismaterial wie Unterlagen usw. verschwinden zu lassen und ihre Mitarbeiter unter Druck zu setzen...

Temporär ist ein deeeeehnbarer Begriff...

Und vielen Dank an unsere Presse, ohne Euch würde nicht soviel rauskommen von dem Skandal, bleibt dran und deckt alles auf !

01.06.2010
18:35
PCB im Blut?
von vaikl | #7

Der Artikel verweist auf Meldungen von Finanzen.net/Aktiencheck.de und die wiederum haben die Behauptung, es gäbe 3 andere Verursacher aus ihrem Ariva-Forum:
http://www.ariva.de/Envio_Entsorgung_PCB_haltiger_Transformatoren_t304133?page=20

01.06.2010
18:20
PCB im Blut?
von RüdGer | #6

@vaikl
Was für Behauptungen in Foren meinen Sie?
Ich hielt den Artikel eher für eine Zusammenfassung von Envio-Pressemitteilungen, um die Aktionäre zu beruhigen.

01.06.2010
18:04
PCB im Blut?
von vaikl | #5

Quelle: http://www.recyclingmagazin.de/

Find ich ja wieder mal putzig, wie diese Blätter untereinander abschreiben und dabei auch noch längst widerlegte Behauptungen aus Foren als News verkaufen.

01.06.2010
17:16
Blockierter Kommentar.
von wambeler | #4

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

01.06.2010
17:15
Blockierter Kommentar.
von wambeler | #3

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

01.06.2010
17:02
PCB im Blut?
von RüdGer | #2

Und bevor ich es vergesse: angeblich arbeitet Envio eng mit den Behörden zusammen. Envio weiß auch schon, dass die tausendfache Grenzwertüberschreitung grundsätzlich nur temporär aufgetreten ist und weist auf andere Unternehmen hin, die die Schadstoffquellen sein könnten. (Quelle: http://www.recyclingmagazin.de/rm/news_detail.asp?ID=13179&NS=1)
Wenn Envio das alles schon weiß, brauchen wir ja auch keine weiteren Untersuchungen mehr. Aber wenn Envio doch so stolz auf die Zusammenarbeit mit den Behörden ist: warum wirft sie die Behördenvertreter dann vom Firmengelände? Herrliche transparente Unternehmenspolitik.

01.06.2010
16:53
PCB im Blut?
von RüdGer | #1

Sehr schön, wie Herr Neupert mit seiner Unternehmenspolitik dazu beiträgt, das Vertrauen zu Envio zu vergrößern.Jetzt wird doch immer deutlicher, wieviel Verständnis und Kooperation man sich von ihm und Envio erhoffen kann bei der Aufklärung der PCB-Belastungen im Hafen.

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