"Die 10 Gebote" sollen am Wochenende richtig rocken
14.01.2010 | 13:20 Uhr 2010-01-14T13:20:00+0100Dortmund. Bahar Kizil, eines der drei Mädels von Monrose, spielt und singt bei dem Pop-Oratorium „Die 10 Gebote” die Rolle von Moses Frau Ziporah. DerWesten sprach bei der Hauptprobe in Bochum mit der 21-jährigen Deutsch-Türkin vor den Auftritten an diesem Wochenende in Dortmunds Westfalenhalle.
2555 Sängerinnen und Sänger aus 90 Chören der Region sind an dem Pop-Oratorium „Die zehn Gebote” der evangelischen Landeskirchen von Westfalen und im Rheinland beteiligt. Die Idee hatte der Produzent Dieter Falk, dessen Sohn Paul auch mitsingt. Mit Librettist Michael Kunze stellte Dieter Falk über Monate dieses spektakuläre Projekt zusammen, kürzlich fand die große Hauptprobe der Chöre mit den Solisten im Bochumer RuhrCongress statt. Dabei fand Bahar Kizil von Monrose noch Zeit, sich mit DerWesten zu unterhalten.
Wie bist Du an die Rolle von Ziporah gekommen?
Bahar Kizil: Ich kenne den Komponisten Dieter Falk seit ungefähr drei Jahren. Vor etwa einem Jahr haben wir uns zufällig bei einer Fernseh-Show, bei der er genauso aufgetreten ist wie wir mit Monrose, getroffen und haben über „Die 10 Gebote” ein bisschen gequatscht. Damals stand erst ein halbes Gerüst fest, auch nur ein Song war fertig. Dennoch hat er mich nach Düsseldorf in sein Studio eingeladen, dort habe ich mir den Song angehört, wobei der mir sehr, sehr gut gefallen hat. Und dann bin ich zum Casting hin, habe vorgesungen und habe dann die Rolle von Ziporah bekommen.
Bei einem Pop-Oratorium muss natürlich die Gretchenfrage kommen: Nun sag, wie hast du's mit der Religion?
Kizil:Die spielt eine große Rolle in meinem Leben. Ich glaube an den Gott. Ich bin Muslimin, habe in der Schule aber den evangelischen Unterricht besucht. Das hat mir sehr gut getan. Vielleicht wäre ich sonst auch diese Rolle in den zehn Geboten nicht eingegangen. So habe ich sie dankend angenommen. Ich bin ein offener Mensch, will mich immer weiterbilden, um mich zu entwickeln. Mir macht das auch sehr viel Spaß, in Deutschland jungen Leuten, die vielleicht keine Christen sind, zu zeigen, dass das nicht schlimm ist, sondern dass es eher schön ist, wenn Menschen verschiedener Religionen zusammenrücken können.
Apropos: Im Rahmen der Kulturhauptstadt soll auch das Ruhrgebiet kulturell zusammenrücken. Wie stehst Du zu Ruhr.2010?
Kizil:Ich halte sehr, sehr viel von Kultur und finde es toll, wenn das weitergeführt und gerade an die jungen Leute weitergegeben wird. Man sieht das ja auch etwa an unserem Chor: Da ist Jung und Alt mit dabei. Und wenn „Die 10 Gebote” im Zusammenhang mit der Kulturhauptstadt gesehen werden, freut mich das umso mehr.
Und wie neidisch sind Deine Monrose-Kolleginnen auf dies Projekt?
Kizil:Es wäre falsch, wenn wir uns gegenseitig nichts gönnen würden., dann würde in der Konstellation etwas nicht richtig sein. Jede von uns hat nebenbei ihre eigenen Projekte. Mandy modelt, Senna und ich moderieren, das ist für uns Drei auch gut, sich nicht nur auf eine Sache zu spezialisieren. Genau dann kann Monrose auch wieder richtig gut werden, das macht die Arbeit mit der Band umso kreativer. Wenn du dich immer nur darauf verkrampfst, was du die ganze Zeit machst, dann öffnest du dich nicht mehr und schaust immer nur geradeaus. Zudem sieht man, was einem Spaß macht, in welche Richtung manin Zukunft vielleicht ein bisschen mehr gehen möchte.
Wie groß ist Deine Vorfreude auf das Wochenende?
Kizil:Für mich ist das Projekt nicht nur einfach ein Job. Ich habe riesig Spaß an den zehn Geboten. Und wir werden es am Wochenende richtig rocken.
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