Verstorbener sollte als Zeuge im Fall Envio aussagen
01.02.2011 | 10:05 Uhr 2011-02-01T10:05:00+0100
Dortmund.Der 57-jährige Dortmunder, der vor einer Woche in Bochum verstorben ist, sollte als Zeuge im Fall um die Skandal-Firma Envio aussagen. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Dortmund am Montag auf Anfrage. „Er wäre im Laufe der nächsten Wochen vernommen worden“, sagte Oberstaatsanwältin Ina Holznagel.
Der Monteur, der bis Oktober 2009 auf dem mit dem Umweltgift verseuchten Envio-Gelände im Dortmunder Hafen gearbeitet hatte, war an seinem Arbeitsplatz bei der Bochumer Firma TSW zusammengebrochen. Eine erste Obduktion des Leichnams verlief ergebnislos.
Jetzt stehen ebenso komplizierte wie aufwändige giftchemische und feingewebliche Untersuchungen an. Die Klärung der Todesursache kann laut Bochumer Staatsanwaltschaft daher „einige Wochen dauern“.
Gift im Körper
Fest steht: Der Verstorbene war massiv mit PCB vergiftet. Jahrelang arbeitete er in einer kontaminierten Halle, die Envio zum Teil an andere Firmen vermietet hatte. Bei seiner Vernehmung hätte er darlegen sollen, wie das Gift in seinen Körper kam.
Der Todesfall steht zeitlich in Zusammenhang mit Drohungen gegen Beteiligte, die im Envio-Skandal als Zeugen aussagten bzw. auftreten sollen. Die Kripo bot vereinzelt sogar Personenschutz an. Offensichtlich hält auch die Polizei Aussagen gegen die Giftfirma für riskant. So wurde einer Person gleich nach ihrer Vernehmung in Sachen Giftskandal Personenschutz angeboten. Ein Beteiligter gab kürzlich zu: „Ich habe Angst um mein Leben.“
09:24
Da können wir aber wirklich alle froh sein, dass wir in Deutschland leben und nicht in irgendeinem verkommenen Schurkenstaat, wo mancher meint, mit Geld allein ließe sich alles kaufen.
Hier kann ja zum Glück gar nichts passieren, denn die Kommunen und Aufsichtsbehörden habe nichts anderes zu tun, als sich um das Wohl der Bürge zu kümmern.
Hierzulande würde doch niemand seine Position, ausnutzen.
*zynismusaus*
Ja, ich habe auch Mitgefühl: Ich habe meinem Kollegen, der ein halbes Jahr als Leiharbeiter bei Envio beschäftigt war, geraten, sich privat ein zweites Paar Arbeitsschuhe zu kaufen und die für die Fahrt nach Hause zu tragen - hat sich scheinbar gelohnt. Unsere Wohnung war laut einer Untersuchung durch das Hygiene-Institut PCB-frei.
18:23
Was für ein Glück für die zu unrecht beschuldigte Vorzeigefirma Envio, mit ihrem seriösen Chef der die Gesundheit und das Wohl der Mitarbeiter stets im Blick hatte, das der Zeuge nun die anständige Firma nicht mehr beschmutzen kann.
Vorsicht Satire.
Da bleibt ein ganz bitterer Beigeschmack.
Mein Mitgefühl gilt allen Betroffenen.
12:31
Gottseidank, dass wir in Deutschland noch keine mafiösen Verhältnisse wie in Russland haben, vor allem nicht in der Entsorgungsbranche! So kann der Mann nur eines natürlichen Todes gestorben sein. Ein Glück, dass wir in Deutschland leben!