Versicherer will gesetzliche Haftpflicht für Radfahrer
24.08.2012 | 16:44 Uhr 2012-08-24T16:44:00+0200
Dortmund. Die Zahl der Fahrradunfälle in Dortmund ist im letzten Jahr um 18 Prozent gestiegen. Das hat einen Dortmunder Versicherungsunternehmer auf die Idee gebracht, eine gesetzliche Haftpflicht für alle Radler zu fordern.
Der WR/ WAZ-Bericht in dieser Woche hat Versicherer Arnold Vogt aufgeschreckt: Die Zahl der Fahrradunfälle in Dortmund ist im letzten Jahr um 18 Prozent gestiegen. Jeden Tag verunglückte hier durchschnittlich mehr als ein Zweiradfahrer. Vogt will jetzt eine Initiative starten, um eine gesetzliche Haftpflicht für jeden Radfahrer zu fordern.
Schlimm genug, wenn ein Unfall passiert und ein Mensch zu Schaden kommt. „Aber zum gesundheitlichen Schaden darf nicht auch noch ein materieller Verlust hinzukommen“, argumentiert der Landessprecher des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute. Sein Credo: Was fürs Auto selbstverständlich ist, müsse auch für Pedalritter gelten.
"Folgekosten ins Uferlose"
„Mit dem Fahrrad kann man Unfälle verursachen, deren Folgekosten ins Uferlose gehen“, warnt der Sprecher der Versicherer aus eigener Erfahrung. Er kennt die Beispiele: „Der Anwalt oder der Arzt, der von einem Radfahrer angefahren wird und dadurch berufsunfähig wird, hat Anspruch auf eine lebenslange Rente.“
Vogt zitiert das Bürgerliche Gesetzbuch: „Immer wenn ich jemandem Schaden zufüge, hafte ich mit meinem ganzen Vermögen für Sach- oder Personenschäden.“ Noch bleibe es dem Verkehrsteilnehmer selbst überlassen, ob er für den schlimmsten Fall durch eine Versicherung vorsorge. Denn eine private Haftpflicht deckt den Unfallschaden eines Radfahrers ab.
Versicherung soll 60 bis 70 Euro kosten
„60, 70 Euro kostet diese Versicherung im Jahr“, beziffert der Versicherungsexperte. Er schätzt, dass 70 Prozent der Bürger diese Versicherung aus freien Stücken abschließen. Aber was ist mit den fehlenden 30 Prozent? Fast jeder Dritte also.
Vogt weiß, dass die Stadt längst nicht mehr eine private Versicherung für Sozialhilfeempfänger übernimmt. Vogt: „Ich sehe das aus Sicht desjenigen, der bei einem Unfall mit einem Radfahrer verletzt worden ist. Sein Leben wird sich mitunter dramatisch ändern. Da muss es zumindest materiell abgesichert sein.“
Vorbild Ausland
Der Sprecher der Versicherer verweist auf positive Erfahrungen aus dem Ausland. Aber gerade dort ist zuletzt die Schweiz von der „Velovignettenpflicht“ und der damit einher gehenden obligatorischen Haftpflichtversicherung abgerückt. Seit acht Monaten wird in dem Nachbarland auf das Kennzeichen am Fahrrad verzichtet. Dort sind aber auch 90 Prozent privat Haftpflicht versichert.
Vogt schätzt, dass sein Vorstoß auf fruchtbaren Boden fällt. Er will jetzt den Bundesverkehrsminister und die Verbraucherschutzministerin anschreiben, um für seinen Vorschlag zu werben.
18:39
Achja und warum wehren sich dann die Versicherer wenn mann ein Kind anfährt? Laut Rechtsprechung kann ich alle Kinder über 12 die einfach über die Straße gehen umnieten und das Kind haftet. Das habe ich live Miterlebt, das Versicherer sich vor diesem Paragrafen drücken, trotz Eindeutigkeit. Das Heißt nach Staatsanwaltschaft Dortmund kann ich nun alle über 12 einfach umfahren und habe keine Repressalien zu befürchten.
12:18
Bisher gibt es nicht den Hauch eines Hinweises darauf, das Radhelme einen wirksamen Schutz bei schwereren Unfällen bieten, selbst Helmhersteller bezweifeln das. Allerdings führte eine in Australien eigeführte Helmpflicht für Radfahrer zu einer drastischen Abnahme des Radverkehrs, das Unfallrisiko nahm allerdings nicht so stark ab und die Zahl der Kopfverletzungen blieb sogar annähernd gleich.
Die Idee eine Haftpflichtversichreung finde ich prinzipeill nicht schlecht, aber kann mir der Herr Vogt auch mal erklären, wieso diese in Deutschland 60-70€ kosten soll, währen die schweizer Fahrradvignette für 5 Franken zu haben ist?
11:11
Ja wer ist den der Verursacher der Unfälle????
Mal nach Denke:::::::::::::: ach ja der Autofahrer natürlich der beim Abbiegen den Radfahrer übersieht der rot hat und trotzdem fährt und das bei Nacht ohne Lichter und mit einem affenzahn.
Es würde schon reichen wenn auch mal die Polizei den radfahrern mal so richtig auf die Füße tritt vor allem Nachts.
09:46
Der Artikel muß halt so gestaltet sein, daß er die Leser zu den bezahlten Werbeumrandungen führt. Das ist die wirtschaftliche Basis von derwesten.de.
Selbst wenn der Artikel gelesen wird, weil sich Leser darüber aufregen, erhöht dies die Klickzahlen und Werbeeinnahmen.
09:22
Also ihr seid euch für keine noch so unsinnige Meldung zu schade. Da steig die Anzahl der Fahrradunfälle, was traurig genug ist, und ein Versicherungskonzern missbraucht diese Meldung um Geld zu verdienen. Das ist euch noch nicht mal eine kritische Frage wert, hinsichtlich der Verursachung von Unfällen, was ja zwangsläufig etwas mit Haftpflicht zu tun hat. Ist schon ein lustiges journalistisches Handwerk das ihr da an den Tag legt.