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Versicherer will gesetzliche Haftpflicht für Radfahrer

26.08.2012 | 07:00 Uhr
Versicherer will gesetzliche Haftpflicht für Radfahrer
Ein Dortmunder Versicherer fordert die allgemeine Haftpflicht für Radfahrer.Foto: WAZ

Dortmund.  Die Zahl der Fahrradunfälle in Dortmund ist im letzten Jahr um 18 Prozent gestiegen. Das hat einen Dortmunder Versicherungsunternehmer auf die Idee gebracht, eine gesetzliche Haftpflicht für alle Radler zu fordern.

Der WR/ WAZ-Bericht in dieser Woche hat Versicherer Arnold Vogt aufgeschreckt: Die Zahl der Fahrradunfälle in Dortmund ist im letzten Jahr um 18 Prozent gestiegen. Jeden Tag verunglückte hier durchschnittlich mehr als ein Zweiradfahrer. Vogt will jetzt eine Initiative starten, um eine gesetzliche Haftpflicht für jeden Radfahrer zu fordern.

Schlimm genug, wenn ein Unfall passiert und ein Mensch zu Schaden kommt. „Aber zum gesundheitlichen Schaden darf nicht auch noch ein materieller Verlust hinzukommen“, argumentiert der Landessprecher des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute. Sein Credo: Was fürs Auto selbstverständlich ist, müsse auch für Pedalritter gelten.

"Folgekosten ins Uferlose"

„Mit dem Fahrrad kann man Unfälle verursachen, deren Folgekosten ins Uferlose gehen“, warnt der Sprecher der Versicherer aus eigener Erfahrung. Er kennt die Beispiele: „Der Anwalt oder der Arzt, der von einem Radfahrer angefahren wird und dadurch berufsunfähig wird, hat Anspruch auf eine lebenslange Rente.“

Vogt zitiert das Bürgerliche Gesetzbuch: „Immer wenn ich jemandem Schaden zufüge, hafte ich mit meinem ganzen Vermögen für Sach- oder Personenschäden.“ Noch bleibe es dem Verkehrsteilnehmer selbst überlassen, ob er für den schlimmsten Fall durch eine Versicherung vorsorge. Denn eine private Haftpflicht deckt den Unfallschaden eines Radfahrers ab.

Versicherung soll 60 bis 70 Euro kosten

„60, 70 Euro kostet diese Versicherung im Jahr“, beziffert der Versicherungsexperte. Er schätzt, dass 70 Prozent der Bürger diese Versicherung aus freien Stücken abschließen. Aber was ist mit den fehlenden 30 Prozent? Fast jeder Dritte also.

Vogt weiß, dass die Stadt längst nicht mehr eine private Versicherung für Sozialhilfeempfänger übernimmt. Vogt: „Ich sehe das aus Sicht desjenigen, der bei einem Unfall mit einem Radfahrer verletzt worden ist. Sein Leben wird sich mitunter dramatisch ändern. Da muss es zumindest materiell abgesichert sein.“

Vorbild Ausland

Der Sprecher der Versicherer verweist auf positive Erfahrungen aus dem Ausland. Aber gerade dort ist zuletzt die Schweiz von der „Velovignettenpflicht“ und der damit einher gehenden obligatorischen Haftpflichtversicherung abgerückt. Seit acht Monaten wird in dem Nachbarland auf das Kennzeichen am Fahrrad verzichtet. Dort sind aber auch 90 Prozent privat Haftpflicht versichert.

Vogt schätzt, dass sein Vorstoß auf fruchtbaren Boden fällt. Er will jetzt den Bundesverkehrsminister und die Verbraucherschutzministerin anschreiben, um für seinen Vorschlag zu werben.

Gerald Nill

Kommentare
26.08.2012
18:39
Versicherer will gesetzliche Haftpflicht für Radfahrer
von Dr.Bluesky | #5

Achja und warum wehren sich dann die Versicherer wenn mann ein Kind anfährt? Laut Rechtsprechung kann ich alle Kinder über 12 die einfach über die...
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http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/versicherer-will-gesetzliche-haftpflicht-fuer-radfahrer-id7019540.html
2012-08-26 07:00
Fahrrad, Rad, Versicherung, Unfall, Verkehr
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