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KFZ-Versicherung

Versicherer kündigt Police wegen gestohlenem Navi

30.12.2011 | 11:04 Uhr
Versicherer kündigt Police wegen gestohlenem Navi
Sabine Wichard hat ab Januar keinen KFZ-Versicherungsschutz mehr, weil ihr schon zweimal das Navigationsgerät aus ihrem Auto gestohlen wurde. Foto: Franz Luthe

Mit günstigen Angeboten locken Versicherungen gern ihre Kunden. Doch nicht das günstigste Angebot ist auch das beste. Besonders bei KFZ-Policen ist im Schadensfall so manche Versicherung schnell mit der Kündigung dabei - ein Beispiel.

Das war kein freundlicher Weihnachtsgruß am Heiligabend. Was das Ehepaar Wichard aus Barop am 24. Dezember als Einschreiben im Briefkasten fand, war kurz und bündig die Kündigung ihrer Kraftfahrzeug-Versicherung zum 25. Januar des kommenden Jahres.

„Im Hinblick auf den Schadenverlauf sind wir nicht mehr in der Lage, den Vertrag mit Ihnen fortzusetzen.“ Das war’s. „Ein Schaden im Jahr und dann gleich die Kündigung, das gibt’s doch gar nicht“, empört sich Sabine Wichard. „Schließlich schließt man doch eine Versicherung ab, damit man für den Schadensfall abgesichert ist.“

Seit zwei Jahren ist der VW Passat des Ehepaares Wichard beim HDI versichert, inklusive Vollkaskoversicherung. Das Auto ist mit allerlei Sonderzubehör ausgestattet, unter anderem einem teuren Navigationsgerät mit extra großem Display. Und dieses Navi scheint begehrt zu sein

„Ein ganz normales Verfahren.“

2010 versuchte ein Autoknacker bereits, den Wagen vor der Haustür des Ehepaares aufzubrechen, scheiterte jedoch. Den Schaden in Höhe von 317 Euro übernahm die Versicherung. Ende November 2011 hatte ein Dieb mehr Erfolg. Trotz Alarmanlage und obwohl das Auto wieder direkt vor der Wohnung stand, wurde die Seitenscheibe eingeschlagen, das Navi gestohlen. Schaden: 4450 Euro. Der HDI zahlte Reparatur und Neuanschaffung – schickte dann aber die Kündigung.

„Ein ganz normales Verfahren“, erläutert Dr. Christoph Groffy, Pressesprecher der Versicherungsgruppe Talanx, zu der der HDI gehört. „Gerade bei jungen Verträgen wird – nicht nur bei uns – regelmäßig die Rentabilität geprüft und gegebenenfalls gekündigt, wenn diese Rentabilität nicht gegeben erscheint.“

Gleiches Recht für alle

Für die Wichards bleibt die Kündigung dennoch in mehrfacher Hinsicht ärgerlich. „Wir kommen irgendwie aus der Nummer nicht raus“, sagt Sabine Wichard. „Wir können unser Auto zum Beispiel nicht in einer Garage unterstellen, weil schon seit Jahren in unserer Siedlung keine frei wird. Selber eine bauen, geht auch nicht.“ Also bleibt zur Sicherung nur die Alarmanlage und die scheint für gewiefte Einbrecher überwindbar zu sein.

Auch die Tatsache, dass bei Abschluss der Versicherung vor zwei Jahren der HDI das eindeutig beste Angebot hatte, erscheint den Baropern jetzt in einem anderen Licht. Gibt’s da einen Zusammenhang? Je günstiger die Versicherung, desto schneller ist man im Schadensfall wieder draußen? Und dass, obwohl die Wagen der Familie schon in früheren Jahren lange Zeit ohne nennenswerte Schadensfälle beim HDI versichert waren.

„Es ist sicher nachzuvollziehen, dass Kunden verärgert sind, wenn die Versicherung den Vertrag nach einer Schadensregelung kündigt. Aber da haben Kunde und Versicherer das gleiche Recht“, erklärt Helene Schulte-Bories, Leiterin der Dortmunder Verbraucherberatung.

Heike Becker-Sander


Kommentare
30.12.2011
19:31
Frau Becker-Sander hat Recht
von vaikl2 | #1

Solange Kunden jedes Jahr Ende November ihre Kfz-Versicherungen wegen ein paar Cent Beitragsersparnis wechseln wie Andere ihren Wintermantel, solange haben Versicherungen das Recht, bei ihren Geiz-ist-Geil-Angeboten auch den Kunden zu "wechseln".

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