Das aktuelle Wetter Dortmund 16°C
Straftat

Vergewaltigungs-Lüge kostet mehrere hundert Euro

04.01.2016 | 15:23 Uhr
Vergewaltigungs-Lüge kostet mehrere hundert Euro
Eine Frau sagte vor der Polizei aus, am Dortmunder U in einen Wagen gezerrt und vergewaltigt worden zu sein. es war eine Falschaussage.Foto: dpa

Dortmund.  Eine Frau aus Soest hatte eine Vergewaltigung in Dortmund angezeigt. Die Polizei entlarvte die Schilderung als Lüge. Das Verfahren wird eingestellt.

Brutal und verängstigend - so schilderte eine 22-jährige Frau aus Soest im Sommer 2015 eine Vergewaltigung in der Dortmunder Innenstadt. Die Kriminalpolizei ermittelte mit großem Aufwand und enttarnte die schwere Straftat als Lüge. Die Justiz in Arnsberg schlägt die Akte jetzt zu.

Innerhalb von vier Monaten muss die Studentin ein Monatseinkommen überweisen und damit einen Strafbefehl begleichen. Bezahlt sie pünktlich, stellt die Justiz das Verfahren endgültig ein. Damit bleibt der jungen Frau ein öffentliches Gerichtsverfahren erspart. Die genaue Höhe wollte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft nicht nennen. Da die zur Tatzeit am 26. Juli 2015 22-jährige Frau zurzeit studiert, sei der Betrag nicht besonders hoch. Die Lüge aus der Disko-Nacht werde mehrere hundert Euro kosten.

Täuschung
Polizei rechtfertigt Vorgehen bei erfundener Vergewaltigung

Die Polizei sieht keine Ermittlungsfehler im Fall der vorgetäuschten Vergewaltigung. Anwalt: "Der Blick für solche Täuschungen wurde geschärft."

Die Angaben der Frau aus Soest hatten Angst und Schrecken verbreitet : Sie gab der Polizei an, nach einem Diskotheken-Besuch im "Dortmunder U" in der Innenstadt auf dem Weg zum Hauptbahnhof in ein Auto gezogen worden zu sein. Zwei Männer seien dann an einen unbekannten Ort gefahren. Einer der angeblich ausländisch aussehenden Täter habe sie dann vergewaltigt. Im Tatfahrzeug sei sie dann in Bahnhofs-Nähe gefahren und dort ausgesetzt worden.

Sicherheitsgefühl beeinträchtigt

Auf die Anzeige einer so schweren Straftat reagierte die Dortmunder Kriminalpolizei mit großem Aufwand . Es galt, mit der Festnahme der mutmaßlichen Täter auch das beeinträchtige Sicherheitsgefühl junger Diskotheken-Besucher wiederherzustellen. Die Polizei fahndete mit einer Täterbeschreibung. Doch die als "Südländer" beschriebenen Täter konnte sie nicht finden - denn eine Woche nach der Tat erhärteten sich die Zweifel der Kriminalpolizei: Die Vergewaltigung war frei erfunden. Das vermeintliche Opfer legte ein Geständnis ab, nachdem die Kripo es mit den Bedenken konfrontiert hatte.

Warum die Frau die Vergewaltigung erfunden hat, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft nicht mit. Zur Tatzeit war sie alkoholisiert.

Peter Bandermann

Kommentare
05.01.2016
11:27
Vergewaltigungs-Lüge kostet mehrere hundert Euro
von wilmots_70 | #10

Meine Meinung ist zwiespältig. Die Empörung ob des milden Urteils ist für mich einerseits nachvollziehbar. In meinem persönlichen Umfeld gab es auch...
Weiterlesen

Funktionen
Fotos und Videos
So war das Konzert von Max Giesinger
Bildgalerie
Fotostrecke
Das erwartet Sie auf dem Dortmunder Herbst
Bildgalerie
Fotostrecke
Das sind die Aplerbecker Mini-Shetlandponys
Bildgalerie
Fotostrecke
Bildgalerie
Fotostrecke
article
11427983
Vergewaltigungs-Lüge kostet mehrere hundert Euro
Vergewaltigungs-Lüge kostet mehrere hundert Euro
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/vergewaltigungs-luege-kostet-mehrere-hundert-euro-id11427983.html
2016-01-04 15:23
Dortmund