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Tragödie

Vater wollte im Dortmund-Ems-Kanal wohl sich und seine Kinder töten

17.10.2012 | 17:47 Uhr
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Familiendrama am Dortmund-Ems-Kanal: Ein Vater (28) hat sein Auto mit zwei Kindern ins Wasser gefahren — die Tochter ertrinkt. Foto: PHOTOZEPPELIN.COM

Dortmund.   Nach dem tödlichen Familiendrama am Dortmund-Ems-Kanal ermitteln die Behörden gegen einen 28-jährigen Mann wegen versuchter Tötung. Der junge Familienvater hatte sein Auto mit sich und seinen Kindern zwischen fünf und acht Jahren ins Wasser gesteuert. Die Tochter starb später im Krankenhaus.

Nach dem tödlichen Familiendrama am Dortmund-Ems-Kanal ermitteln die Behörden gegen den Vater (28) – wegen versuchter Tötung. Der hatte sein Auto mit sich und seinen Kinder (5/8) ins Wasser gesteuert. Die Tochter starb später im Krankenhaus.

Bei einer Familientragödie am Dortmund-Ems-Kanal ist Dienstagnacht ein achtjähriges Mädchen ums Leben gekommen. Sie war zusammen mit ihrem Vater und ihrem kleinen Bruder in einem Auto in den Kanal gestürzt. Taucher konnten die Familie zunächst bergen, Notärzte die drei reanimieren. Die Achtjährige starb jedoch später im Krankenhaus. Was zunächst nach einem Unfall aussah, könnte ein Verbrechen sein: Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen vorsätzlicher Tötung. Im Visier der Ermittler ist der Vater, der vermutlich sich und seine Kinder töten wollte.

Spaziergängerin wird Zeugin

Um 21.05 Uhr geht ein Notruf bei der Feuerwehr ein. Eine Spaziergängerin hat am Dortmund-Ems-Kanal in Ellinghausen - direkt unter der Kanalbrücke an der Altmengeder Straße - einen silbernen Wagen gesehen. Dieser fuhr langsam am Uferweg entlang. Sekunden später hört die Frau einen lauten Knall, sieht, wie der Wagen ganz langsam im Wasser versinkt.

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Ein Vater ist mit seinen zwei Kindern im Auto in den Ems-Kanal in Dortmund gestürzt und untergegangen. Ein achtjähriges Mädchen starb am Mittwochmorgen im Krankenhaus

Zwei Minuten später beginnt eine dramatische Rettungsaktion. Taucher gehen ins Wasser, gelangen schnell an den silbernen Audi, der in fünf Metern Tiefe steht. „Beide Kinder saßen angeschnallt in ihren Kindersitzen auf der Rückbank“, erläutert Oberstaatsanwältin Dr. Barbara Vogelsang. Ihr Vater habe ebenfalls auf der Rückbank gesessen - nicht angeschnallt. Taucher holen zunächst die Achtjährige, dann den 28-jährigen Vater und zuletzt den fünfjährigen Sohn aus dem Auto. An Land versuchen Notärzte verzweifelt, die drei Menschen, die mindestens zehn Minuten unter Wasser waren, zu reanimieren. Fast eine Stunde lang. Schließlich haben sie Erfolg. Während die drei in einem sehr kritischen Zustand in Krankenhäuser transportiert werden, wird der Audi mit Luftkissen geboren und an Land geholt. Das Dach des Automatikwagens ist eingebeult, wie nach einem Überschlag, alle Fenster sind geöffnet. Auf der Hutablage ein Schild: Familienkutsche.

Auto stürzt in Kanal

Urplötzlich durchdringen gegen 22.30 Uhr Schreie die Stille am Kanal. Die Mutter der Kinder ist an der Unglücksstelle eingetroffen, wird von den Notärzten und Rettungssanitätern betreut. Sie hatte ihre Kinder vermisst, sich auf die Suche nach ihnen gemacht. Noch in der Nacht die schreckliche Nachricht: das achtjährige Mädchen hat es nicht geschafft. Sie stirbt in einem Krankenhaus.

Vater und Sohn in Lebensgefahr

Am nächsten Morgen dokumentieren Kreidestriche am Ufer des Dortmund-Ems-Kanals davon, wo der Wagen ins den Kanal stürzte. Keine Bremsspuren. Einweghandschuhe und Kanülen zeugen von der dramatischen Rettung in der Nacht. Am Vormittag verdichten sich dann die Hinweise: Das war kein Unfall. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den 28-jährigen Vater, der wie sein fünfjähriger Sohn nach wie vor in Lebensgefahr schwebt. Der schreckliche Vorwurf: Vorsätzliche Tötung.

„Die Obduktion des achtjährigen Kindes hat stattgefunden“, so Dr. Barbara Vogelsang. Über Ergebnisse schweigt sie. Der Wagen sei sichergestellt worden, werde kriminaltechnisch untersucht. Parallel dazu werde die Mutter der beiden Kinder als Zeugin angehört. Sie lebt mit dem 28-Jährigen zusammen. Sie sind die Eltern der beiden Kinder. „Sie waren nicht getrennt“, erklärt die Oberstaatsanwältin. Ob die Kinder zunächst betäubt wurden und dann vom Vater ins Wasser gestürzt wurden, ist derzeit nicht geklärt.

Noch in der Nacht vor Ort der schrecklichen Tragödie an der Kanalbrücke hatte die junge Frau den Helfern unter Tränen geschildert, dass alles, aber auch alles in Ordnung gewesen sei. Nichts habe darauf hingedeutet, dass etwas so Schlimmes passieren könnte.

Zu den Hintergründen der Tat konnte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch keine Auskünfte geben.

Andreas Winkelsträter

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