Das aktuelle Wetter Dortmund 2°C
Amtsgericht

Vater bezieht illegal 17.000 € Kindergeld in Dortmund

13.09.2012 | 17:07 Uhr
Vater bezieht illegal 17.000 € Kindergeld in Dortmund
Ein Vater hat jahrelang illegal Kindergeld bezogen.

Dortmund.   Zehn Jahre lang hat ein Vater (44) zu Unrecht insgesamt 17.000 Euro Kindergeld bezogen. Der Mann wanderte 1999 nach Spanien aus, doch das Geld der Bundesagentur für Arbeit floss weiter. Wegen Steuerhinterziehung muss er jetzt 900 Euro Geldstrafe zahlen. Der Mann will die Summe nun zurückzahlen.

Im sonnigen Marbella wohnen und arbeiten, aber weiterhin Kindergeld von der Bundesagentur für Arbeit beziehen: Zehn Jahre lang, von 1999 bis 2009, hat sich ein Vater (44) zu Unrecht insgesamt 17.000 Euro Kindergeld für seinen Sohn eingesteckt. „Ich hatte mich beim Einwohnermeldeamt abgemeldet, und dachte, das reicht“, sagte der Vater gestern im Amtsgericht .

Falsch gedacht: Wegen Steuerhinterziehung muss der Dortmunder jetzt 900 Euro Geldstrafe zahlen, so lautete das Urteil des Amtsrichters Christian Henze, der an die Unschuld des Vaters nicht glauben wollte: „Wenn ich Deutschland verlasse, dann muss mir klar sein, dass ich nicht noch Gelder aus Deutschland beziehen kann. Das muss auch einem Laien einleuchten.“

Gelder flossen zehn Jahre lang ins sonnige Marbella

Laut Strafbefehl hätte der alleinerziehende Vater des mittlerweile 17-jährigen Sohnes sogar 3600 Euro Strafe zahlen müssen. Dagegen hatte er vor Gericht Einspruch eingelegt – was sich nicht nur wegen der letztlich niedrigeren Geldstrafe gelohnt hat.

Was für den zurzeit arbeitslosen gelernten Bankkaufmann viel wichtiger ist: Aufgrund der Anzahl der Tagessätze gilt er auch nach diesem Urteil als nicht vorbestraft: Bis zu einschließlich 90 Tagessätzen taucht eine Geldstrafe in keinem polizeilichen Führungszeugnis auf.

„Ich hatte mich doch beim Einwohnermeldeamt abgemeldet“

Im Prozess hatte der Vater immer wieder beteuert, dass er die ganzen zehn Jahre festen Glaubens gewesen sei, das Kindergeld stehe ihm auch in Spanien zu. „Ich bin Deutscher, das Kind ist in Deutschland geboren und hat die doppelte Staatsbürgerschaft.“

Auch habe er sich vor seiner Ausreise nach Marbella im Januar 1999 – seine inzwischen von ihm getrennt lebende Ehefrau ist Spanierin – beim Einwohnermeldeamt Dortmund abgemeldet. „Ich dachte wirklich, das reicht aus. Also, dass die Ämter vernetzt wären und die Info dann weitergeleitet wird.“

Vater will 17.000 Euro an die Familienkasse zurückzahlen

Daraufhin entgegnete ihm Amtsrichter Henze, dass er 1995 bei Beantragung des Kindergeldes doch eine Unterschrift unter jenen Antrag gesetzt habe. Und mit dieser Unterschrift sich auch verpflichtete, „sämtliche Änderungen mitzuteilen“, wie es dort heißt. Und dazu gehöre ja wohl auch die Auswanderung ins Ausland.

Wie dem auch sei: Die Stadt zahlte Jahr um Jahr, bemerkte erst spät die Unrechtmäßigkeit und schrieb den Mann schließlich in Marbella an. „Ich habe da aber keine Post bekommen“, beteuerte der Dortmunder, der sich jetzt an die Familienkasse wenden und den Schaden per Ratenzahlung wiedergutmachen will.

Kathrin Melliwa

Kommentare
24.07.2013
19:54
Vater bezieht illegal 17.000 € Kindergeld in Dortmund
von Autobahnraser | #6

Wenn ich jedes Jahr zusehe, wie mein Finanzbeamter mit dem 2-Finger-Adler-Suchsystem meine Seuererklärung in den armen Computer REINHACKT, kann ich mir gut vorstellen, das bei den Bhörden das Wort Datenaktualisierung immernoch ein Fremdwort ist

14.09.2012
08:03
Vater bezieht illegal 17.000 € Kindergeld in Dortmund
von neuich | #5

Ja, im Zeitalter der Vernetzung sind die Behörden dazu immer noch nicht in der Lage. Armes Deutschland.

14.09.2012
00:39
Vater bezieht illegal 17.000 € Kindergeld in Dortmund
von boehmann | #4

Der Fehler war, er hat sich hier abgemeldet.Viele, auch Gäste mit Wohnsitz in Deutschland leben im Ausland und lassen sich die Post hinterherschicken oder mailen und kassieren , unter anderem auch KG.

13.09.2012
22:24
Vater bezieht illegal 17.000 € Kindergeld in Dortmund
von Rentner4rr | #3

dieser Vater hat noch eine Belohnung
von 20 000 Euro verdient

13.09.2012
21:55
Vater bezieht illegal 17.000 € Kindergeld in Dortmund
von ditku | #2

Hierzulande kann man sogar vom Kindergeld leben.

13.09.2012
18:59
Vater bezieht illegal 17.000 € Kindergeld in Dortmund
von OmenEstNomen | #1

5,2 % Zinsen. Bankenspezialist OmenEstNomen sagt: Günstiger kommen Sie zu keinem Kredit. Zugreifen!

Funktionen
Aus dem Ressort
Dreiste Derby-Diebe stehlen Süßigkeiten von Rollstuhlfahrern
Silberner Koffer...
Er hätte so schön werden können, dieser Tag, dieser Derbysieg. Guido Weber aber empfindet beim Gedanken an den vergangenen Samstag im Moment nur...
73-Jähriger bei Autounfall auf der B1 schwer verletzt
Kreuzung Semerteichstraße
Bei einem Autounfall auf der B1 ist ein 73-jähriger Dortmunder am Mittwochmorgen schwer verletzt worden. Zwei Stunden war der Westfalendamm nur...
Polizei verbietet Neonazi-Demos an Jahrestag von Punker-Tötung
Für 28. März geplant
Ein stadtbekannter Neonazi erstach am 28. März 2005 den Punker Thomas Schulz an der Kampstraße - genau zehn Jahre später wollen Dortmunds Neonazis die...
Grimme-Preis: Dortmunder Tatort-Autor geht leer aus
TV-Auszeichnung
Schade, Dortmund-Tatort! Die ersten vier Folgen, die alle aus der Feder von Autor Jürgen Werner kommen, waren für den Grimme-Preis nominiert. Am...
So lief 2014 das Geschäft der Sparda-Bank Dortmund
Die 5 interessantesten...
1006 neue Kunden hat die Sparda-Bank in Dortmund und Lünen im Jahr 2014 hinzugewonnen. "Man nimmt uns in Dortmund immer mehr wahr", sagt...
Fotos und Videos
"Jugend forscht": Das sind die Dortmunder Teilnehmer
Bildgalerie
Fotostrecke
Cathy Fischer trainiert für 'Let's Dance'
Bildgalerie
Fotostrecke
Unfall auf der B1 - Zwei schwer Verletzte
Bildgalerie
Fotostrecke
Dortmunder Tatort dreht in Tanzcafé
Bildgalerie
Neue Folge
article
7092749
Vater bezieht illegal 17.000 € Kindergeld in Dortmund
Vater bezieht illegal 17.000 € Kindergeld in Dortmund
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/vater-bezieht-illegal-17-000-kindergeld-in-dortmund-id7092749.html
2012-09-13 17:07
Dortmund,Kindergeld,Marbella,Spanien,Auswanderung,Gericht,Urteil,Prozess,Strafe,Geldstrafe,Einwohnermeldeamt
Dortmund