UZDO-Aktivisten kehren zurück
24.05.2012 | 18:31 Uhr 2012-05-24T18:31:00+0200
Dortmund. Sie sind mit einem Paukenschlag auf der Bildfläche aufgetaucht – mit der Besetzung der Kronenbrauerei. Danach wurde es ruhig um die Aktivisten von UZDO. Bis heute: die Kulturkämpfer sind zurück und wollen in dem neuen „Netzwerk X“ erneut Alarm schlagen.
Sie sind mit einem Paukenschlag auf der Bildfläche aufgetaucht – mit der Besetzung der Kronenbrauerei. Danach wurde es ruhig um die Aktivisten von UZDO. Bis heute: die Kulturkämpfer sind zurück und wollen in dem neuen „Netzwerk X“ erneut Alarm schlagen.
21 Gruppen aus zehn Städten des Ruhrgebiets sollen sich in dem „Netzwerk X für Kunst und Soziales“ zusammengefunden haben – das verkünden die Vorkämpfer in einer Presseerklärung. Nachdem das Netzwerk bislang nur intern gearbeitet habe, soll es am 31. Mai öffentlich sichtbar werden: Geplant sind Aktionen in Duisburg, Essen, Bochum — und ab 12 bis 14 Uhr auch auf Dortmunds Hellweg. Wo genau in der Einkaufsstraße was passiert, will Michael Reiners, Dortmunder Sprecher des Netzwerks, allerdings noch nicht verraten.
Wie er berichtet, seien nach der Besetzung der ehemaligen Kronenbrauerei im August 2010 andere Gruppen und Einzelkünstler auf UZDO aufmerksam geworden. In der Öffentlichkeit waren die Aktivisten allerdings nur noch im Zusammenhang mit dem alten Museum Ostwall aufgetaucht: Sie hatten sich erfolglos für das Gebäude beworben, um dort ein unabhängiges Kulturzentrum zu errichten. In Gesprächen hinter den Kulissen hätten die UZDOler beschlossen, „sich mit anderen Gruppen im Ruhrgebiet zu vernetzen“: Der Zusammenschluss soll ein loser ohne feste Struktur sein – mit dem Ziel, eine „laute Stimme“ zu haben und das „Vorhandene besser sichtbar zu machen“, so die Presseerklärung.
Leerstände freigeben
Die Mitglieder des Netzwerks fordern unter anderem
Leerstände freizugeben, sonst seien sie „rechtlich blockierte Räume“;
„Verteilungsgerechtigkeit“ bei der Förderung sowie
engere Kooperation zwischen öffentlichen Kultureinrichtungen und freien Initiativen: Städtische Kulturorte sollten auch der lokalen und regionalen Szene offenstehen.
05:42
Viel Glück den Kulturschaffenden. Ich glaube, in dieser Stadt sind die Voraussetzungen für engagierte, kreative Menschen gar nicht so schlecht. Ich empfehle Ihnen allerdings, nicht nur kreativ, sondern auch ausdauernd und zuverlässig zu sein. So ist es hoffentlich nicht Ihr einziges Qualitätsmerkmal, dass Sie "frei" im Gegensatz zum "öffentlichen" Kulturbetrieb sind, dass Sie eine "Szene" im Gegensatz zum "etablierten" Kulturbetrieb sind. Wenn Sie öffentliches Eigentum nutzen, wenn Sie von öffentlichem Geld etwas abhaben wollen, braucht eine Stadtverwaltung, brauchen Zuschussgeber Ansprechpartner, die man ernst nehmen kann, die Verantwortung übernehmen können.
12:50
.... und fordern erst einmal - bei leeren Stadt- und Staatskassen - kostenlose Überlassung von Mietflächen und öffentliche Förderung. Hallo - geht es noch?
Wie wäre es denn mal mit einer Vereinsgründung und einer gGmbH zur Abwicklung des Kulturbetriebes? Da könnte man mit Mitgliedsbeiträgen, Spendengeldern, Eintrittsgeldern und Kursgebühren sowie mit dem Verkauf von Kunst Einnahmen erwirtschaften, mit denen ein "UZDO" unterhalten werden könnte.
Und - wir haben schon ein "Kreativzentrum" mit dem Dortmunder-U für über 100 Millionen Euro Erstellungskosten und 10,2 Millionen jährlichen Betriebskosten mit - reichlich - Leerständen, dass auch eine "Strahlkraft" in die Rheinische Strasse besitzt - man sieht es an den wachsenden Leerständen dort, die nun auf "kreative" Mieter warten. Da könnte man doch mit dem UZDO starten. Aber - keine weiteren öffentlichen Mittel mehr für solche fragwürdigen "Kultur"-Projekte!