Urteil gegen Schmuckhändler verzögert sich

Drei wegen Hehlerei angeklagte Dortmunder Schmuckhändler müssen weiter auf die Entscheidung über ihre Zukunft warten. Das Landgericht konnte am Dienstag nicht wie geplant die Urteile sprechen - der Grund ist durchaus plausibel.

Dortmund.. Das Urteil konnte nicht gesprochen werden, weil einer der Verteidiger erkrankt ist. Tatsache ist, dass die drei Brüder in ihren beiden Filialen an der Münsterstraße und in Recklinghausen immer wieder Schmuck angekauft haben, der aus Einbrüchen stammte.

Schon in einem ersten Prozess am Landgericht hatten die Angeklagten zugegeben, von der zwielichtigen Herkunft des Schmuckes auch gewusst zu haben. Schließlich hätten einige der Einbrecher, die in der ganzen Region aktiv waren, nahezu alle paar Tage bei ihnen auf der Matte gestanden.

Wirtschaftliche Notlage

Die entscheidende Frage ist nun: Müssen die Angeklagten wegen Hehlerei ins Gefängnis oder können sie noch einmal auf eine Bewährungsstrafe hoffen? Das Landgericht hatte in einem ersten Prozess jeweils zweijährige Bewährungsstrafen verhängt. Nach erfolgreicher Revision der Staatsanwaltschaft beim Bundesgerichtshof steht dies jetzt aber wieder auf der Kippe.

Die vielleicht letzte Hoffnung für die drei Brüder liegt nun darin, die Richter davon zu überzeugen, dass sie damals aus einer wirtschaftlichen Notlage heraus gehandelt haben. Dazu wollen sie nun bis Anfang April Unterlagen vorlegen. Und dann ist wahrscheinlich auch der erkrankte Verteidiger wieder gesund.