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Unterstützung aus Berlin für Schulsozialarbeiter

26.01.2013 | 05:00 Uhr

Auf die erste große Protestwelle gegen das Auslaufen der Schulsozialarbeiterverträge in 81 Fällen meldet sich jetzt auch Dortmunds SPD-Bundestagsabgeordnete Ulla Burchardt zu Wort. Sie reagiert damit auf die ersten 450 Unterschriften von Eltern, Schülern und Lehrern , die an die Stadt Dortmund übergeben wurden – und verspricht ihre Unterstützung in Berlin.

Ulla Burchardt: „Schulsozialarbeiter erfüllen wichtige Aufgaben im Schulalltag. Wie unverzichtbar sie sind, zeigt auch der aktuelle Protest um den Erhalt der Stellen.“Dass es diese bis Ende des Jahres befristeten Stellen überhaupt gebe, hätte die SPD in den Verhandlungen um das Bildungs- und Teilhabepaket gegen den Widerstand der CDU/FDP-Koalition durchgesetzt.

„Wir wollen mittelfristig Schulsozialarbeiter an allen Schulen einsetzen – am besten im Rahmen eines flächendeckenden Ganztagsangebots“, betont Ulla Burchardt, die als Vorsitzende des Bildungsausschusses im Bundestag sitzt. Nach der grundgesetzlich verankerten Aufgabenteilung zwischen Bund und Ländern sei dem Bund eine Finanzierung von Investitionen und Aktivitäten in Schulen untersagt. Deswegen mache sich die SPD nun dafür stark, das sogenannte Kooperationsverbot abzuschaffen, damit der Bund künftig Bildungsinvestitionen jeglicher Art mitfinanzieren könne.

Derzeit blockiere die Union diesen Reformvorschlag: sowohl im Bundestag als auch im Bundesrat, betont Burchardt. „Die Bundesbildungsministerin und die Regierungskoalition wollen mit Bundesgeld lediglich Exzellenzhochschulen fördern.“

Wer dauerhaft Schulsozialarbeit wolle, müsse von Union und FDP fordern, die Blockade notwendiger Gemeinschaftsanstrengungen von Bund, Ländern und Kommunen aufzugeben, so Burchardt. Bis dahin seien die Länder für die Finanzierung verantwortlich. Schon mehrfach hatten Dortmunder Akteure von Schuldezernentin Waltraud Bonekamp über Sozialdezernentin Birgit Zoerner bis hin zu Monika Rößler (AfB) betont, dass Schulsozialarbeit eine notwendige Beziehungsarbeit für Kinder, Jugendliche, Lehrer und Eltern leiste.



Kommentare
27.01.2013
12:56
Für den Ausbau von Schulsozialarbeit
von mehr_schulsozialarbeit | #2

Schule wird für Kinder und Jugendliche immer bedeutsamer. Gute Bildungsabschlüsse sind heute das A und O für die spätere Existenzsicherung. Wer da auf der Strecke bleibt, hat nur geringe Chancen, später selbstbestimmt und selbstsicher sein Leben zu gestalten.

Daher brauchen Schüler guten Unterricht und engagierte Lehrer, die sie zu diesen Abschlüssen führen.

Doch neben einem formalen Bildungsauftrag hat die Schule immer stärker auch einen informellen Bildungs- bzw. einen Erziehungsauftrag. Einfach nur guter Unterricht reicht nicht mehr aus. Es bedarf heute verstärkt weiterer pädagogischer Maßnahmen, schon allein deshalb, damit Kinder und Jugendliche sich auf Unterricht einlassen können. Viele engagierte Lehrer wissen das und handeln bereits entsprechend. Doch leider reicht das eben nicht in jedem Fall. Dann braucht es weitere Unterstützung. Schulsozialarbeit schafft die Brücke zwischen Schule und Jugendhilfe und kann bereits vor Ort helfen (auch präventiv).

26.01.2013
12:27
Unterstützung aus Berlin für Schulsozialarbeiter
von xxyz | #1

Es ist immer wieder schön, wenn man merkt, dass wir Bundestagsabgeordnete und Landtagsabgeordnete haben.

Aber warum wendet sich Frau Burchardt nicht an das Land?
Schulen sind Ländersache, und Frau Kraft wollte kein Kind zurücklassen. Wieso da ausgerechnet Sozialarbeiter notwendig sind, frage ich mich schon. Die konkreten Aufgaben werden auch nie beschrieben.

Ich hatte in den 70er/80er Jahren nie einen Sozialarbeiter an den Schulen gesehen. Das klappte auch.

3 Antworten
Unterstützung aus Berlin für Schulsozialarbeiter
von mehr_schulsozialarbeit | #1-1

Sie unterstellen auch hier schon wieder, es gebe keine Argumente für Schulsozialarbeit. Selbst bringen Sie für diese Unterstellung stets dasselbe Argument: "Ich hatte in den 70er/80er Jahren nie einen Sozialarbeiter an den Schulen gesehen. Das klappte auch."

Vielleicht bemühen Sie sich endlich mal, die aktuelle Situation in den Fokus zu nehmen, anstatt immer wieder auf die 70er und 80er Jahre zu kommen. Und ganz nebenbei: Schulsozialarbeit hat ihre Anfänge in der Gesamtschulbewegung der 60er.

In einem anderen Beitrag wurden Ihnen bereits Argumente für und Aufgaben von Schulsozialarbeit beispielhaft genannt, die sie offenbar nicht beachten (wollen).

Schulsozialarbeit ist vielseitig und wird individuell auf die einzelne Schule zugeschnitten - und das ist gut und wichtig. Beratung, Einzelfallhilfe, Kooperationen, Projektarbeit, informelle Bildungsarbeit ... An jeder Schule gestaltet sich Schulsozialarbeit anders.

@xxyz
von mellow | #1-2

Die 70er/80er Jahre. Das ist jetzt rechnerisch 24 bis 43 Jahre her, Man muss entweder sehr ignorant oder sehr naiv sein oder einfach sehr wenig Ahnung haben, um sich nicht vorzustellen können, dass sich seitdem das Eine oder Andere verändert hat, das sich unter Umständen auf das soziale Leben ausgewirkt haben könnte.

Unterstützung aus Berlin für Schulsozialarbeiter
von RoemToemToem | #1-3

In den 70 und 80 Jahren waren die Probleme auch nicht die, die wir jetzt haben. Ein Schulsozialarbeiter/in macht Sinn und die konkreten Aufgaben kann ich Ihnen gerne mal erläutern, wenn Sie daran tatsächlich Interesse haben.
Viele Grüße

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