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Unter den Tribünen: Ein Logbuch der Nacht

01.07.2012 | 18:00 Uhr
Unter den Tribünen: Ein Logbuch der Nacht
Dort, wo sonst der BVB den Ton angibt, sorgten zahlreiche DJs dafür, dass das Partyvolk so richtig abtanzen konnte.

Dortmund.   Das Partyvolk feierte beim Musik-Festival „Unter den Tribünen“ im Signal Iduna Park. Erst am frühen Morgen war die Riesen-Party am Ende - und unser Reporter auch.

Mit einem Sprint zur U-Bahn beginnt die Nacht, meine Freunde und ich sind spät dran und müssen uns beeilen um noch den Nachtbus zu erwischen. Er soll uns zum Stadion bringen, wo wir bei der zweiten Auflage des DJ-Festivals „Unter den Tribünen“ feiern werden. „Das beste aller Szenen“, versprechen die Veranstalter. Wir sind gespannt.

0.45 Uhr

Seit zwanzig Minuten irren wir in Sichtweite des Stadions umher und suchen den Eingang. Ein paar Jungs tragen einen fast leeren Bierkasten mit sich umher, vom Hip-Hop-Floor dröhnt alter Westküstenrap à la Snoop Dogg herüber. Ansonsten ist es vor dem Stadion recht ruhig, der Einlass klappt entspannt. Ob das an dem überarbeiteten Konzept liegt, oder daran, dass nicht alle Karten verkauft wurden, ist schwer zu sagen.

1.20 Uhr

Direkt am Eingang will uns der Trash-Floor in Beschlag nehmen. Es läuft gerade Madonna, aber dafür ist es nun wirklich noch zu früh. Woher diese Trash-Begeisterung in der Stadt kommt, ist sowieso schwer nachvollziehbar. Ein paar Meter weiter ist „get addicted“ mit einer Mischung aus Indie und Punkrock ein guter Einstieg in die Nacht. Mein Mitbewohner, der sich kurzfristig zum Mitkommen entschieden hat, holt das erste Bier für unsere Begleitung und uns. Ein paar Jungs in schwarzen T-Shirts, die sich auf einem kleinen Podest als Partyanheizer verausgaben, geben ihr Engagement relativ schnell auf und klettern wieder herunter.

1.56 Uhr

Unter der Südtribüne legt Timo Maas auf, der auch international eine große Nummer ist. Sein Set ist gut, es geht nach vorne, trotzdem offenbart sich hier eine Schwäche der Location: Bei der Weitläufigkeit verliert sich der Sound, die Anlage schafft es nicht, den Bass satt genug zu transportieren.

2.30 Uhr

Auf dem Funk-Floor tanzt man unter freiem Himmel – endlich bekommt man eine Idee vom Sommer. Der DJ mixt hier die Fugees zusammen mit den Fantastischen 4. Das ist mutig, ein bisschen zu mutig für einen Funk-Floor. Wir legen eine Pause auf der Osttribüne ein. Die Kulisse des Stadions ist unschlagbar, auch ohne Fans. Danach geben wir dem Floor noch eine Chance: Jetzt läuft Fatboy-Slim, der zwar nicht viel mit Funk zu tun hat, dafür aber zum Tanzen in diese Nacht passt. Erst nach einer Stunde vertreibt uns Dubstep.

4.17 Uhr

Die Partyreihe „liebemachen“ lädt auf der Westtribüne zu tanzen ein. Langsam werden die Reihen deutlich leerer, auf dieser Tanzfläche ist nicht mehr allzu viel los. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass der DJ allen Ernstes einen Remix von Modern Talkings „You’re my heart, you’re my soul“ spielt.

5.20 Uhr

Wir machen uns auf den Heimweg. Irgendwie landen wir dabei auf einer Bank in einem Rosenbeet, auf der ein Paar sitzt. „Lahme Party“, sagen sie, meinen damit aber die Hochzeit, auf der sie gewesen sind. Lahm sind bei uns nur die Beine. Während über dem Stadion die Sonne aufgeht, fahren wir nach Hause.

Fritz Habekuß



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