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"Und langsam verstehen sie auch meinen britischen Humor"

04.01.2008 | 20:57 Uhr

Christopher Seaman, Gastdirigent des 5. Philharmonischen Konzertes, arbeitet nicht Musik. Er lebt sie. Das wird deutlich, wenn der Engländer über Musik redet.

Denn dann gerät der sonst eher ruhige, humorvolle Brite ins Schwärmen. Er erzählt mit Händen und Füßen, wenn es um die drei Komponisten des Konzertes geht, um Charles Ives, um Erich Wolfgang Korngold und vor allem um seinen Landsmann Edward Elgar.

"Farbenfroh, voller Gefühle, sehr klar die Musik, mit wundervollem Finale", strahlt der Musikdirektor des Rochester Philharmonic Orchestra in New York, der seit Donnerstag erstmalig mit den Dortmunder Philharmonikern zusammen arbeitet. "Ein großes Stück Musik", schwärmt er über die 13 Bilder von Menschen, die Elgar am meisten liebte, über die "Variationen über ein Originalthema op. 36 - Enigma".

Durch Mahler Deutsch gelernt

"Aber", so schränkt er ein, "man darf Edward Elgar nicht mit zu viel Schmalz spielen." Zuviel Pathos gehe nicht. Das passiere dem leicht, der nicht Landsmann Elgars ist. Es komme auf die richtige Dosierung an. "Viele erwischen das richtige Gefühl nicht."

Er selbst hat sich seit seiner Jugend der Musik verschrieben, lernte Piano, Geige und Pauke. Nach seinem Engagement als Paukist beim "Royal Philharmonic Orchestra" folgte schnell seine erste Stelle als Dirigent beim namhaften "BBC Scottish Symphonic Orchestra". Mittlerweile hat er alle großen britischen und amerikanischen Orchester geleitet, hat fast die ganze Welt in Sachen Musik bereist.

Deutsch, so erzählt Seaman, habe er durch Gustav Mahler gelernt, ein wenig durch Bücher. Mahler habe all seine Anweisungen für die Orchester in Deutsch aufgeschrieben. "Und so kann ich dann auch mit Orchestern in Deutschland auf deutsch arbeiten", bekräftigt Seaman.

Während er Elgar und Ives schon mehrfach gespielt hat, bedeutet die Musik des Amerikaners Korngold Neuland. "Aber sehr reizvoll." Korngold habe erfolgreich Hollywood-Filmmusik komponiert. Deshalb sagen viele: "Er klingt nach Hollywood." Es müsse aber heißen Hollywood klingt nach ihm, "da er Hollywood erfunden hat." Das Konzert für Violine und Orchester sei ein sehr ernstes, wundervoll geschriebenes Stück des US-Amerikaners.

Lob für die Dortmunder Philharmoniker, mit denen Seaman am 7., 8. und 9. Januar, je 20 Uhr, im Konzerthaus auftritt: "Sie arbeiten sehr konzentriert", und so führt er schmunzelnd an. "Sie beginnen langsam, meinen britischen Humor zu verstehen."

Von Andreas Winkelsträter

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