Unabhängige Patientenberatung Dortmund muss schließen

Die Unabhängige Patientenberatung Dortmund stellt ab Januar ihren Betrieb ein.
Die Unabhängige Patientenberatung Dortmund stellt ab Januar ihren Betrieb ein.
Foto: Archivfoto: Dan Laryea
Was wir bereits wissen
Die Unabhängige Patientenberatung schließt zum Jahresende. Der Duisburger Callcenter-Anbieter Savartis hat die Neu-Ausschreibung gewonnen - trotz heftiger Proteste.

Dortmund.. Die Unabhängige Patientenberatung am Ostenhellweg ist ab Januar 2016 Geschichte. Damit endet ein fünfjähriges neutrales Hilfsangebot, über das monatlich bis zu 400 Patienten-Anfragen durch ausgewiesene Rechts- und Sozialexperten bearbeitet wurden. Daran änderten auch heftige Proteste nichts.

Die Entscheidung des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung, den Call-Center-Anbieter Sanvartis in Duisburg mit der Patientenberatung zu beauftragen, ist gefallen. Am Donnerstag wurden die anderen Bewerber, darunter die Unabhängige Patientenberatung (UPD), darüber informiert, dass sie das Ausschreibungsverfahren für die Neuvergabe der Beratung ab Januar 2016 nicht gewonnen haben.

Die Vergabeabsicht an Sanvartis war im Vorfeld heftig von den Patientenbeauftragten der Länder, von Ärzteverbänden und Oppositionspolitikern kritisiert worden, weil sie die Unabhängigkeit der Beratung gefährdet sehen. Das Callcenter sei bereits für die Krankenkassen tätig. Kritiker fürchten Interessenskonflikte.

Klage könnte sechsstelligen Betrag kosten

Träger der UPD in Dortmund ist der Paritätische Förderverein für soziale Arbeit Ennepe-Ruhr Hagen. Die UPD deutschlandweit wird betrieben in Trägerschaft von Sozialverband VdK, der Verbraucherzentrale und dem Verbund unabhängige Patientenberatung.

Dem Vergabeverfahren kann widersprochen und gegen die Entscheidung geklagt werden, aber das Kostenrisiko soll im sechsstelligen Bereich liegen.