Umsätze brechen ein
14.07.2009 | 18:48 Uhr 2009-07-14T18:48:00+0200Zwiespältig - dieses Wort bringt die Sache für IHK-Präsident Udo Dolezych auf den Punkt, wenn es um die Beschreibung der derzeitige Lage der Wirtschaft im Kammerbezirk der IHK geht, zu dem neben Dortmund auch der Kreis Unna und Hamm gehören.
Mehr als drei Viertel aller Unternehmen halten einer aktuellen IHK-Umfrage zufolge einen Einfluss des konjunkturellen Abschwungs auf ihr Geschäft in den Monaten bis Dezember für wahrscheinlich, blicken also skeptisch in die nähere Zukunft. Andererseits beurteilen ebenso drei Viertel aller befragten Betriebe ihre gegenwärtige Lage als gut bis befriedigend. Der Anteil derjenigen, die ihre Situation als schlecht beurteilen, hat sich allerdings seit November 2008 verdoppelt. Er beträgt jetzt 22 Prozent.
Auch die anderen Zahlen, die die IHK erhoben hat, zeigen, dass die Wirtschaftskrise voll auf den Standort Dortmund durchgeschlagen ist: Der Gesamtumsatz der Dortmunder IHK-Betriebe brach in der ersten Jahreshälfte um fast ein Viertel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein. Der Auslandsumsatz der stark exportorientierten Dortmunder Wirtschaft sackte sogar um 28 Prozent ab, die Exportquote gab von 41 auf knapp 39 Prozent nach.
Besserung sieht Dolezych mit dem Jahr 2010 heraufziehen. Fast ein Drittel der Unternehmen erwarten dann eine Entspannung der Lage. Dolezych: „Da liegen wir ganz im Bundestrend, der sich stetig nach oben bewegt.” Optimistisch ist Dolezych auch im Hinblick auf die Kurzarbeit, mit der viele Betriebe derzeit die konjunkturbedingten Einbrüche abfedern. Anders als Dortmunds DGB-Chef Eberhard Weber heute im WAZ-Interview auf der Lokalseite 1 erwartet Dolezych nämlich keine größere Entlassungswelle auf den Dortmunder Arbeitsmarkt zurollen. Im Gegenteil: „Ich rechne ab Herbst mit einem Rückgang der Kurzarbeit”, so der IHK-Präsident.
In Optimismus übt sich auch IHK-Hauptgeschäftsführer Reinhard Schulz, jedenfalls mit Blick auf die Entwicklung der Firmen-Pleiten in diesem Jahr. Denn trotz Wirtschaftskrise ist die Zahl der Insolvenzen rückläufig. In Dortmund gab es von Januar bis April 125 Insolvenzverfahren, acht weniger als noch im Vorjahreszeitraum. Schulz forderte zudem für die Dortmunder Wirtschaft eine andere Flächenpolitik ein. Zwar verfüge Dortmund über große ehemalige Industrieareale wie die Westfalenhütte. Doch darauf dürfe man sich nicht ausruhen. Bisweilen dauere es Jahre bis diese Flächen aufbereitet seien. Schulz: „Ansiedlungswillige Unternehmen wollen Grundstücke aber sofort. Wir brauchen also auch neue Flächen.”
16:39
Herr Schulz ,
die Lösung für die fehlenden Industrieflächen:
Den Flughafen Dortmund dicht machen.
Dort gibt es hervorragende Flächen mit guter Verkehrsanbindung.
Positiver Nebeneffekt:
Dortmund würde von dem Geldsegen profitieren, und die Dortmunder müßten nicht mehr über ihre Gas-, Wasser- und Stromrechnungen ausländische Fluggesellschaften subventionieren!
00:02
Herr Schulz:
direkt neben der B1, direkt neben dem Forschungsmotor TU und dem Aushängegebiet TechnoPark liegt komplett erschlossen und hoffnungsfroh wartend das Weiße Feld.
Sie und Ihre IHK-Konsorten haben es in 10 Jahren mit immer den gleichen Träräää-Sprüchen über mehr Fläche! nicht geschafft, Jemanden dafür zu interessieren bzw. dort anzusiedeln.
Wie ernst soll man Sie also nehmen, wenn zugleich kaum ein Unternehmer hier z.Zt. an Expansion denkt, wie Ihre Umfrage belegt?
PS: Ob sich nun Herr Schulz oder Herr Dolezych im anderen Artikel angesprochen fühlt, ist mir völlig piep. Beide stehen für stereotype Sprechblasen, die unserer Wirtschaft in den letzten Jahren nicht einen Millimeter weitergeholfen haben.