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Ultra-Kneipe „Lenzstube“ in Dortmund schließt sofort

29.11.2011 | 10:22 Uhr
Ultra-Kneipe „Lenzstube“ in Dortmund schließt sofort
Dortmunder Fans vor der Lenzstube. Seit Montagabend ist die Kneipe geschlossen. Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.   Die „Lenzstube“ ist vorerst geschlossen. Die Kneipe, die ein Treffpunkt Dortmunder Ultras ist, war immer wieder in den Schlagzeilen: Die Polizei musste wiederholt zu Einsätzen dorthin ausrücken.

Die Kneipe der Dortmunder Ultra-Gruppe „The Unity“, die „Lenzstube“ an der Hohen Straße, ist seit Montagabend geschlossen. Das gibt The Unity auf ihrer Internetseite bekannt. Der Grund ist eine einvernehmliche Einigung mit dem Ordnungsamt. Nach dem Derby gegen Schalke am vergangenen Samstag war es rund um die Kneipe zu Zusammenstößen zwischen Fans und der Polizei gekommen.

Die „Lenzstube“ - auch Stube genannt - schließt mit sofortiger Wirkung. „Wir bedanken uns bei Euch Gästen und Freunden für die vielen tollen gemeinsamen, gemütlichen Stunden und ausgelassenen Feiern!“, heißt es auf der Internetseite.

Termin beim Ordnungsamt

Am Montag hatte der Wirt noch beim Ordnungsamt vorsprechen müssen, weil es in der Vergangenheit wiederholt zu Polizeieinsätzen an dem Treffpunkt der Ultras gekommen war. Die Konzession sollte geprüft und das weitere Vorgehen besprochen werden. Im April hätte die Stube indes ohnehin geschlossen, der Pachtvertrag war bereits gekündigt, da die Ultras längst eine andere Bleibe suchen.

Das Gespräch beim Ordnungsamt sei "sehr konstruktiv verlaufen, so Stadt-Sprecher Hans-Joachim Skupsch. Die Behörde und The Unity seien einvernehmlich übereingekommen, dass die zu treffenden Sicherheitsmaßnahmen für die Ultra-Gruppe nicht zu stemmen gewesen wären. Unter anderem hätten die Betreiber einen professionellen Sicherheitsdienst beschäftigen müssen. Die Stube wird nun ab sofort nicht mehr gewerblich genutzt, dient nur noch als Vereinsheim.

Das erste Champions-League-Spiel des BVB gegen Arsenal London endete 1:1.Foto: Bongarts/Getty Images

Thilo Danielsmeyer vom Dortmunder Fan-Projekt sieht die Schließung der Lenzstube quasi im Herzen der City positiv. "Die Gruppe stand an der Stelle zu sehr im Fokus", so der Fan-Experte. Die Lage in der Innenstadt hatte immer wieder normale Fans in die Lenzstube geführt , etwa beim Tag der offenen Tür und natürlich nach dem Gewinn der Meisterschaft des BVB im Mai 2011.

Attacken anderer Gruppen ausgesetzt

Die Kehrseite der Medaille: Für andere Ultra-Gruppierungen präsentierte sich The Unity mit der Stube auf dem Silbertablett. Attacken wie ein Farbbeutelwurf waren die Folge. So zog die Stube durch ihre zentrale Lage auch Störenfriede an. "Vorfälle waren programmiert", so Danielsmeyer, der nun darauf setzt, dass die "vielen vernünftigen Jungs in der Gruppe" sich durchsetzen. "Die handeln sehr verantwortungsbewusst, aber einige Jugendliche übertreiben es", beschreibt der Man vom Fan-Projekt das Problem. Nach dem Umzug sei die Gruppe ungestörter und könne sich wieder verstärkt der Unterstützung des BVB, etwa durch aufwändige Choreografien , widmen.

Großer Polizeieinsatz nach dem Derby

Zuletzt hatte es nach dem Revierderby des BVB gegen Schalke einen großen Polizeieinsatz an der Lenzstube gegeben. Nach Darstellung der Polizei hatten unbekannte Personen eine Party in einer Wohnung nahe der Kneipe gestört und einige Gäste verletzt . Die Täter seien anschließend auf die Straße geflüchtet. Dort habe die Polizei einen Verdächtigen festnehmen können. Anschließend seien die Polizisten von Besuchern der Lenzstube angegriffen worden. Die Angreifer seien in die Stube geflüchtet.

Ein Augenzeuge berichtet gegenüber DerWesten von einem anderen Tathergang. Der BVB-Fan schildert, dass er plötzlich Geschrei von der Straße vernommen hätte. "Da standen Polizisten mit gezogenen Waffen und haben Gäste der Stube bedroht", so der Zeuge, dessen Aussage von einem weiteren bestätigt wird. Nachdem ein Fan einen Polizisten beleidigt habe, habe dieser mit Schlägen reagiert, woraufhin der Fan in die Stube gerannt sei. "Sonst habe ich niemanden gesehen, der in die Stube gerannt ist", sagt der Zeuge.

Die Polizei habe anschließend die Kneipe geräumt. "Der Vorstand von TU (The Unity, Anm. der Red.) war dabei sehr kooperativ", so der Zeuge. Nacheinander seien dann von den Besuchern der Stube die Personalien festgestellt und Fotos gemacht worden.

Die Polizei nimmt zu den Vorkommnissen in der Nacht nicht weiter Stellung. "Polizeibeamte sind massiv angegriffen worden", so Polizeisprecher Kim Ben Freigang. Die Polizei ermittle wegen "mehrerer Delikte", könne aus taktischen Gründen aber keine genaueren Angaben machen.

Randale beim Revierderby

 

Stefan Reinke

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Kommentare
30.11.2011
00:04
@6
von Saubermann | #9

Die Grenzen zwischen Selbstbewußtsein und Realitätsverlust scheinen fließend zu sein. Vielleicht würden auch andere Radalierer etwas ruhiger, wenn man sie nur in Ruhe randalieren lassen würde. Ich möchte im Stadion jedenfalls nicht das Opfer eines aufmüpfigen Jünglings werden, der Stimmung mit fahrlässiger Brandstiftung verwechselt.

Pyrotechnik hat im Stadion nichts verloren. Die Ultras sollen ihre Choreografien machen. Feuerwerk und Knallkörperim Stadion sind was für Knallköppe ...

29.11.2011
17:02
@6:
von artie_aus_essen | #8

Jaja, die Ultras sind die einzig Wahren und haben immer recht. Gähn, wenn man so von sich eingenommen ist. Euer Ende kommt schneller als ihr denkt...

1 Antwort
jaja, früher war alles besser!
von Qantas | #8-1

Genau, am besten ist es, wir machen wieder wie in den Guten alten Zeiten! SO wie in den 80er Jahren mit hunderten Verletzen an einem Spieltag, weil es mal wieder ne Massenschlägerei gab. Das sich eine Kultur auch weiterentwickeln kann lassen wir einfach mal ganz aus den Augen. Hauptsache man hat mal wieder (verbal) schön auf die Ultras eingehauen ohne Sinn und Verstand. Sein Wissen hat man aus der Bild und die muss es ja wissen. Wenn ich schon wieder davon lese, dass am letzten Samstag Ausschreitung waren, weil ja angeblich die Ultras auf ein ander getroffen sind, dann kann ich nur lachen! Komisch, dass zu dem Zeitpunkt als es geknallt hat, sämtliche Dortmunder Ultra-Gruppierungen schon längst im Stadion waren. Sind aber alles die Bösen Ultras schuld, Vor allem sind das sowieso die Einzigen, sternhagelvoll zum Fussball gehen nur um Stress zu suchen!

29.11.2011
13:59
Pyrotechnik ...
von Angemeldet | #7

... braucht kein Schwein.

Messer, Gabel, Schere, Licht sind für kleine Kinder nicht!

1 Antwort
Ultra-Kneipe „Lenzstube“ in Dortmund schließt sofort
von Robert_Meier | #7-1

was hat dein Kommentar mit dem Artikel zu tun?

29.11.2011
12:55
Blockierter Kommentar.
von millefit | #6

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

1 Antwort
Fanabstimmung
von urmel123 | #6-1

Ich schlage vor, ALLE Stadionbesucher über den Einsatz von Pyrotechnik abstimmen zu lassen. Es wird das gleiche Ergebnis geben, wie bei S21. Die Pyrobefürworter werden als lautstarke Minderheit entlarvt werden, die Mehrheit wird dagegen sein.

29.11.2011
12:51
Vereinsheim
von agwi | #5

das heißt doch, dass zumindest Mitglieder auch weiterhin dort einkehren werden, oder? ich kenne die situation vor ort nicht, aber wird das die lage entschärfen?

29.11.2011
12:31
Richtig
von Rentner4rr | #4

das wurde auch zeit das man die Bude dicht macht
die sogenannten Fans waren doch alles Knastrologen

29.11.2011
12:12
der ideale suafraum
von prodortmund1 | #3

Die lenzstube wäre als samtlebes Stübchen für die sãufer aus der nordstadt der ideale Ort. Sie könnten dan miten alkoholikern aus dem kreuzviertel gemeisam saufen. Samtlebe soff Ja auch gerne und wurde sogar OB.

29.11.2011
11:20
Genau Richtig
von dieterborussia | #2

finde ich diese Entscheidung !
An und für sich habe ich nichts gegen sogenannte Ultras.
Wenn aber diese Ultras immer mehr meinen das Recht brechen zu müssen, sind sie fehl am Platz.
Jetzt mag wieder das gerede von der Stimmung hier aufkommen. Die Ultras sehen sich als die Stimmungsmacher an. Welch eine grandiose Selbstbeweihräucherung !
Klar tun die Ultras etwas für Stimmung in den Stadien.
Durchaus tolle Choreos verdienen bewunderung.
Wenn aber die Ultras meinen sie allein machen diese Stimmung, sind sie auf dem Holzweg.
Meinen diese Ultras den ewig nervenden Dauersingsang ?.
Damit beeindruckt man niemanden, schon gar nicht den Gegner auf dem Platz.
Mit ihren Megaphonen rauben sie den Tribünen auch noch den letzten Ansatz an Kreativität.
Die Süd ist früher, ohne die Ultras, nicht schlechter oder besser gewesen.
Wenn die Ultras mit ihrem Pyrogequatsche so weitermachen, mit ihrem Hang zur Gewalt, sind sie dabei sich selbst zu entsorgen.

1 Antwort
Ultra-Kneipe „Lenzstube“ in Dortmund schließt sofort
von Qantas | #2-1

Darf ich einfach mal fragen, wann Sie das letzte mal im Stadion waren, als TU nicht anwesend waren? Z.B. bei den Spielen gegen Real Madrid oder ich meine es war gegen ManCity. Bombenstimmung muss ich echt sagen und Ihnen Recht geben! 3 mal Schalalala S... 04 und das wars. Gehen sie doch mal zu irgendeinem Testspiel! Bei denen sind TU und Co. i.d.R. nicht anwesend und wenn doch, dann supporten sie nicht. Ist immer eine grandiose Stimmung da. Aber stimmt schon: man sollte sie alle am besten von der Tribüne verbannen!

29.11.2011
10:45
Die Entscheidung...
von runningvalentino | #1

an sich mag gut sein, vllt. !
Es werden hier keine Menschenmenge mehr auf der Straße stehen und sich und andere Menschen in Gefahr bringen. Es wird hier keine Unfälle mehr zu Silvester geben und es werden von dieser Lokalität keine Streitereien mehr ausgehen.

So weit, so gut !

Allerdings war nicht die Spelunke an sich das Problem, sondern die Menschen , die dort gesoffen haben und sich nicht wirklich benehmen konnten. Das Problem, das diese Zeitgenossen, zumindest unter Alkoholeinfluss darstellen, ist damit aber keinesfalls gelöst.
Der Mob wird sich an anderer Stelle treffen , dort trinken und , wenn sie mögen, auch wieder pöbeln , krakeelen und andere Menschen schlagen. Das war so, das ist so, das bleibt auch so...

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