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Uferweg am Phoenix-See nur symbolisch geöffnet — Zäune bleiben

06.05.2011 | 18:06 Uhr

Dortmund.Das Wetter am Muttertags-Wochenende wäre perfekt — aber die Zäune am gefluteten Phoenix-See fielen nur symbolisch. Damit sind die Uferwege für Spaziergänger und Radfahrer weiterhin gesperrt. Erst am Montag fällt die Absperrung endgültig.

Wäre das eine Sache gewesen, wenn die Zäune nicht nur symbolisch fielen und die Wege am Phoenixsee sich an diesem herrlichen Muttertags-Wochenende tatsächlich für die Öffentlichkeit öffneten. So aber blieb am Freitag (6. Mai 2011) bei der Show, ein blaues Band zu durchschneiden.

Die Offiziellen ließen sich den Widerspruch zwischen dem symbolischen Akt der See-Freigabe und der faktischen Zaun-Beseitigung erst zum Montag kaum anmerken. Zu groß war die Freude, dass tatsächlich das entwickelt wurde, was anfangs nur auf dem Papier stand und zunächst mit großer Skepsis aufgenommen wurde.

Vision wurde wahr

OB Ullrich Sierau erinnerte   daran, dass die Zweifler erst an ein weiteres Luftschloss `a la Bahnhofsneubau glaubten. Nun sei die Vision aber wirklich geworden - 1:1 den Plänen entsprechend. Sierau blickte zurück, dass bis vor zehn Jahren das Stahlwerk auf Phoenix Ost stand. Im Jahr 2005 dann der erste Spatenstich. Dass das Gewässer jetzt fertig sei, zeige ein Tempo, das in Europa seinesgleichen suche. Der Phoenixsee brauche in vielerlei Hinsicht keinen Vergleich in Europa zu scheuen. Er sei ein „städtebauliches Alleinstellungsmerkmal mit enormer Strahlkraft“, so Sierau, der ausdrücklich die Leistung der geistigen Väter, des anwesenden Ex-OBs Dr. Gerhard Langemeyer und Ex-Stadtwerke-Chefs Harald Heinze würdigte. Der See sei ein „Jahrhundertwerk“. Sierau dankte auch den Bürgern, von denen aber keiner bei dem kleinen Festakt gestern eingeladen war, und schloss mit dem neuen Gruß: „Phoenix ahoi, Hörde ahoi, Dortmund ahoi!“

Video
Der Phoenix-See in Dortmund-Hörde ist jetzt für Radfahrer und Spaziergänger geöffnet worden.

"Willkommen am See"

Stadtwerke-Chef Guntram Pehlke grüßte mit „Willkommen am See, Zaun ade´.“ Er erinnerte daran, dass es während der Bauzeit auch manch’ kritische Minute gegeben habe, in der er erwogen habe, „in die Baugrube zu springen“. Das Durchhalten habe sich aber letztlich gelohnt. Er ist zuversichtlich, dass die Millionen, die die Stadtwerke vorgeschossen haben, durch Grundstücksverkäufe auch wieder in die Kasse kommen.

Regierungspräsident Prof. Gerhard Bollermann erinnerte daran, dass sich die Städte immer am Wasser besonders gut entwickelt haben. Das solle auch am Phoenixsee nicht anders sein.

Viele Funktionen

„Der See hat viele Funktionen“, erklärte Bollermann. Es werde an seinen Ufern gewohnt und gearbeitet. Das bringt Steuereinnahmen. Er kann - begrenzt - für Freizeitaktivitäten genutzt werde, wie Segeln, Rudern, Paddeln. Baden und surfen sind verboten.

Und der Phoenixsee hat eine wichtige Hochwasserschutzfunktion für die Anlieger der Emscher. Er  fasst 600 000 Kubikmeter und kann eine Flutwelle von 240 000 Kubikmetern aufnehmen. Jetzt müsse es gelingen, Hörde an das neue Quartier anzubinden. Hierfür seien zehn Millionen Euro angesetzt.

Gerald NILL

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Kommentare
09.05.2011
15:39
Uferweg am Phoenix-See nur symbolisch geöffnet — Zäune bleiben
von WEhrlich | #9

@ 7

Die Betreibergesellschaft des Phoenixsee will erst ab 2012 den Sportbetrieb auf dem See erlauben. Insofern ist erst dann eine Besetzung der Wasserrettung durch die DLRG geboten.

Wer jetzt ersäuft, sollte tunlichst den Notruf 112 benutzen und auf Rettung durch die - hoffentlich gut vorbereitete - Feuerwehr hoffen, die ansonsten auch rund um die Uhr für die Gefahrenabwehr an dem neuen See zuständig ist. Die Präsenz der DLRG an den Wochenenden deckt das erhöhte Risiko an diesen Tagen ab.

09.05.2011
15:19
Uferweg am Phoenix-See nur symbolisch geöffnet — Zäune bleiben
von WEhrlich | #8

@ 7

Nach unseren Informationen soll die DLRG den See an allen Sommerwochenden 2011 bewachen. Am nächsten Samstag oder Sonntag einfach mal nachschauen.

09.05.2011
13:18
Uferweg am Phoenix-See nur symbolisch geöffnet — Zäune bleiben
von soja.bohne | #7

Hat der DLRG auch schon seinen Rettungsposten bezogen?

08.05.2011
23:43
Uferweg am Phoenix-See nur symbolisch geöffnet — Zäune bleiben
von WEhrlich | #6

@ 5

Grossflächige Überschwemmunmgen in Dortmund und Flutwellen im Emschertal gag es nachweislich 1936, 1953, 1969, 1986 und 2008. Also etwa alle 20 Jahre erwischt uns hier ein sogenanntes Jahrhundert- oder Jahrtausend-Hochwasser. Seit Einstein wissen wir eben - auch die Zeit ist relativ.

Die neu angelegten Regenrückhaltebecken und die Staubecken der Emscher im Oberlauf können solche Ereignisse abfangen bzw abmildern. Ganz verhindern lassen sich solche Naturereignisse aber natürlich nicht. Grosse Teile des Ruhrgebietes sind durch den Bergbau in den letzten 150 Jahren um bis zu 17 m abgesunken und diese Polder müssen künstlich entwässert werden. Wenn die Niederschlagsmenge deutlich über der Pump- und Rückhaltekapazität eines Bereiches liegt, dann ist dort - immer noch und leider - Land unter.

08.05.2011
23:05
Uferweg am Phoenix-See nur symbolisch geöffnet — Zäune bleiben
von OliJung | #5

Wieviele FLUTWELLEN gab es in Dortmund denn bisher ? 0 ?

07.05.2011
12:40
Uferweg am Phoenix-See nur symbolisch geöffnet — Zäune bleiben
von Eva-Maria | #4

Wer sagt man brauche keinen Vergleich in Europa scheuen, muss auch die Grundlage für den Vergleich nennen.
Glauben die Macher des Phoenix-Sees wirklich, sie haben die gleiche gute Leistung gebracht wie die Stadtplaner in Marsaille ?
Der See hebt nicht die Lebensqualität des gesamten Stadtbezirkes.
Wo ist das Gesamtkonzept für den Stadtbezirkhörde und die Stadt Dortmund?

07.05.2011
12:00
Uferweg am Phoenix-See nur symbolisch geöffnet — Zäune bleiben
von Elfentraum | #3

Abre wenn man dort rudert, paddelt oder segelt, darf man auf gar keinen Fall kentern ;-)
Schade, dass man dort, wegen der Wasserqualität, nicht auch baden darf ... übrigens: Tretbootverleihe könnte ich mir da auch gut vorstellen.

07.05.2011
11:47
Uferweg am Phoenix-See nur symbolisch geöffnet — Zäune bleiben
von WEhrlich | #2

Der Phoenixsee ist eine neue Landmarke für den Dortmunder Süden.

Leider symbolisiert er aber auch, das hier tausende gut bezahlte Industriearbeitsplätze - nahezu ersatzlos - baden gegangen sind. Industriearbeitsplätze, die heute in China zweistellige Waxchstumsraten der chinesischen Volkswirtschaft und Wohlstand - in China - erzeugen. Die hier eingetretene Degeneration der Gesellschaft tritt nun zunehmend zu Tage. Ob da der wachsenden Zahl der Armen Spaziergänge rund um den See helfen werden?

Auch die genauen Kosten des Phoenixsee-Projektes sind nirgends genau beziffert. Was steckt an öffentlichen Geldern der EU, des Bundes und des Landes sowie der Emschergenossenschaft im Projekt? Teile der Kosten werden die Mieter über die Nebenkosten mit Wassergeld und Abwassergebühr in den nächsten Jahrzehnten abzahlen müssen. Welche Einnahmen für Grundstücksverkäufe können wirklich erzielt werden?

Spannend auch, dass der DSW21 Chef Pehlke erst letzte Woche auf fehlende 670 Millionen Euro für Instandhaltung, Erneuerung und Sicherheit des ÖPNV öffentlich hinwies - Geld, das aus der Rücklage unter anderem in den Phoenixsee geflossen ist.

Und - über die Folgekosten des Phoenixsee wird sich derzeit auch wieder einmal ausgeschwiegen. warum wohl?

07.05.2011
11:40
Uferweg am Phoenix-See nur symbolisch geöffnet — Zäune bleiben
von soja.bohne | #1

.... und kann eine Flutwelle von 240 000 Kubikmetern aufnehmen.
Erwartet Dortmund etwa einen Tsunami ?
Bei 3
bei 600 000 Kubikmetern Fassungsvermögen entfällt ca. 1 Kubiukmeter Wasser auf einen Dortmunder.
Daruf sollte jeder Dortmunder stolz sien.

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