U-Turm: CDU fürchtet Tricksereien
31.07.2008 | 20:15 Uhr 2008-07-31T20:15:18+0200Was steckt hinter der Weigerung von Filmemacher Adolf Winkelmann, den Job als Gründungsintendant des "Kreativzentrums U-Turm" auszuschlagen? Mangelnde Befehlsgewalt? Zu wenig Kompetenzen, wie Winkelmann sagt? ...
... Oder gibt es "Kräfte hinter den Kulissen, die ihn zu dem Entschluss gebracht haben?", wie die CDU vermutet?WR Ende 2007 war dem renommierten Dortmunder Filmemacher ("Nordkurve, Contergan") und FH-Professor Adolf Winkelmann angetragen worden, er möge die künstlerische Leitung für den U-Turm übernehmen und Gründungsintendant werden. Monate später zieht Winkelmann ein ernüchterndes Fazit: "Das wäre eine Feigenblatt-Funktion gewesen, mit den Aufgaben eines Intendanten hätte ich wenig zu tun gehabt." Ein Intendant verfüge etwa über die Kompetenz, Künstler zu engagieren, das Programm (mit)zubestimmen. "Das wäre gar nicht möglich gewesen", winkt Winkelmann ab. "Ich wäre bestenfalls ein Koordinator, ein Verwalter und Vermittler, wenn zwischen den Nutzern Probleme auftauchen. "Ich konzentriere mich lieber auf meine eigenen Projekte."
Die CDU vermutet andere Hintergründe. "Ich habe Zweifel, dass Herr Winkelmann mangels Etat oder mangels gestalterischer Spielräume nicht antritt", meldet sich Partei-Vize Uwe Waßmann zu Wort. Es scheine vielmehr, "als ob hinter den Kulissen Kräfte gewirkt hätten, die ihn zu diesem Entschluss gebracht haben." Hinter dem dicken Vorhang, so die Befürchtung von Waßmann, werde daran gearbeitet, mehr Flächen als mit dem Land vereinbart für eine museale Nutzung bereitzustellen. "Möglicherweise hatte Winkelmann die stetigen Störfeuer gegen seine Projekte satt", assistiert CDU-Kultursprecher Manfred Sauer. Dagegen hatte OB Gerhard Langemeyer, treibende Kraft für Erhalt und Umbau des früheren Kellereihochhauses, im Interview mit der erklärt, das mit dem Land vereinbarte Konzept (museale Nutzung auf drei Etagen) werde "eins zu eins umgesetzt." Der OB wusste, warum er das betonte: Er war vor kurzem aus Düsseldorf telefonisch ermahnt worden, sich an die Abmachungen zu halten. "Es wäre fatal, wenn versucht würde, andere Fakten zu schaffen", warnt Waßmann. In dem Fall sei nicht auszuschließen, dass Düsseldorf seine Förderzusage von 32,2 Mio. Euro für den Umbau "überprüfe".
Ob es soweit kommt, bleibt abzuwarten. Per Dringlichkeitsentscheidung hat Langemeyer veranlasst, dass die Stadt Filmemacher Winkelmann eine erste Rate von 2,2 Mio. Euro überweist. Geld, das der FH-Professor für sein großes Installationsprojekt benötigt, bei dem er und seine Crew LED-Leuchtbänder an den oberen Turmregionen anbringen. Winkelmann will das Industriedenkmal medial in Szene setzen - außen wie innen. Zwölf Leinwände sollen den Besucher im Foyer empfangen und ihn mit bewegten Bildern zum Thema "Ruhrgebiet" ins Staunen bringen. Das Projekt ist fester Baustein im U-Konzept und soll (wie Winkelmanns "Institut für Bewegtbildstudien") auch umgesetzt werden. Dazu freilich müssen die Unstimmigkeiten mit Architekt Prof. Eckhard Gerber vom Tisch: Gerber sieht den U-Entwurf als sein Baby, er hat das Gebäude seinerzeit als Museum mit viel natürlichem Licht konzipiert - und registriert nun, dass ausgerechnet Licht Winkelmann nicht brauchen kann. Der sagt: Er sei guter Hoffnung, das man das Problem in den Griff bekomme. "Sonst kann ich das Projekt nicht realisieren."
12:40
Schlaue Matrosen verlassen sinkende Schiffe - oberschlaue, wie Prof. Winkelmann betreten sie erst gar nicht.
Respekt, der Film-Prof hat wohl gemerkt, daß hinter der öffentlich schöngefärbten U-Fassade ein Haufen ungelöster Probleme und Kosten lauert.
Vielleicht will er sich das Unschöne Ende des Gründungsintendanten des Konzerthauses Vogt ersparen.
Viele Menschen vergessen ja schnell, die Schlauen merken sich die wichtigen Dinge. Dumm nur für Langemeyer und Co.
07:46
Was steckt hinter der Weigerung von Filmemacher Adolf Winkelmann, den Job als Gründungsintendant des Kreativzentrums U-Turm auszuschlagen?
Winkelmann weigert sich also, den Job auszuschlagen???