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"U" als Dortmunder Bauhaus

28.10.2008 | 13:46 Uhr

Geht es nach den Visionären dieser Stadt, sind die Dortmunder alsbald per Du mit dem "U": Sobald das Zentrum für Kultur und Kreativwirtschaft fertig ist, sollen sich die Menschen darin tummeln. ...

Will Jugendliche ernst nehmen: Birgit Richard. (Luthe)

... Kulturdezernent Jörg Stüdemann gab jetzt konkrete Einblicke in die Planung - und parallel arbeitet der Hartware MedienKunstVerein (HMKV) an einem Glanzstück, der Ausstellung "inter-cool". Knapp 17 000 Quadratmeter bietet das "U"- und 20 Konzepte brauchte es, um alle Interessen für deren Gestaltung zusammen zu bringen: Eine "Standortverbesserung" mit "wirtschaftlicher Dimension" und "mitreißendem Effekt" verspricht sich Jörg Stüdemann von der Kombination aus Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft im "Attraktor U". Das erklärte er beim Auftakt der Veranstaltungsreihe "Langer Donnerstag" von 51° Nord und AGD Regional Ruhr. Eine Art Dortmunder Bauhaus wünscht sich der Kulturdezernent - mit entsprechendem Gedankenaustausch zwischen Kreativen und Bürgern. Dafür will er unbedingt den Fachbereich Design der FH locken: Das bisherige Gebäude am Max-Ophüls-Platz müsste ohnehin saniert werden - da sei ein Neubau im "U"-Innenbereich auf 5500 qm doch viel praktischer. Da Gelände bekäme die FH auch "zum Nulltarif".

Ohnehin gab sich Stüdemann überraschend konkret: Am 14. Mai 2010 solle das "U" eröffnen. Mit gut 50 LED-Projektionsleinwänden außen und über 30 innen, die vom Institut für digitales Filmen von Adolf Winkelmann gestaltet werden sollen. Außerdem biete der Keller endlich die Chance auf ein adäquates Depot für den städtischen Kunstbesitz - der einen Wert von circa 350 Mio. Euro habe.

Zudem sollen vier Ausstellungen das Jahr 2010 im "U" glänzen lassen - darunter "inter-cool", die HMKV mit Medienwissenschaftlerin Prof. Birgit Richard vorbereitet. Um Jugendliche und ihre Lebenswelten geht es in dem Projekt, das zum Ruhr.2010-Programm gehört. Photos, Videos, Mode, bildende Kunst sollen von rennomierten Künstlern und Jugendlichen dargestellt werden - Schulen und Hochschulen bekommen Teilnahmeaufforderungen. "Es gibt eine U-Galerie mit kreativen Erzeugnissen von Kindern und Jugendlichen. Mit dem, was sonst nicht anerkannt ist oder ernst genommen wird", erklärt Richard. Das Internet etwa sei ein Experimentierfeld, ein kreativer Pool, in dem junge Leute Neues erschaffen.

Schönheitsideale, Mobilität, Heimat, Widerstand seien Themen der Schau, erklärt Richard. Ihr ist wichtig, nichts von oben herab zu betrachten, sondern zum Beispiel die Faszination für Computerspiele zunächst nachzuvollziehen. "Das wird nichts für Erwachsene, denen wir erklären, wie Jugendliche sind", sagt sie. "Jugendliche treten als Experten für ihre Welt auf.

Von Nadine Albach

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