Türken riefen „Mörder“ nach Tod ihres Landsmanns
23.06.2010 | 16:55 Uhr 2010-06-23T16:55:00+0200
Dortmund.Nach dem Einsatz von Pfefferspray der Polizei Dortmund und dem noch ungeklärten Tod eines 32-jährigen Türken skandierten Mittwochabend vor einer Polizeiwache dessen Landsleute „Mörder“. Auch die Obduktion konnte den Zusammenhang Spray-Tod nicht klären.
Zwei Mal setzte die Dortmunder Polizei in den letzten Tagen Pfefferspray ein. Zwei Mal nahmen die Einsätze einen dramatischen Verlauf: In beiden Fällen brachen die Randalierer zusammen. Noch schlimmer: Ein 32-jähriger Türke aus Dortmund verstarb am Mittwochnachmittag, nachdem er in der Nacht zuvor randaliert, wohl Kokain konsumiert hatte und nach Widerstandshandlungen mit Pfefferspray gestoppt worden war. Der Tathergang: Polizei und Rettungsdienst wurden um 2.23 Uhr zur Schrägmüllerstraße nach Oestrich gerufen. Dort grölte der Mann, raubte den Anwohnern den Schlaf. Als die Rettungswagenbesatzung eintraf, stürmte er auf den Wagen zu, riss die Tür auf. „Auf die Besatzung machte der Mann einen verwirrten Eindruck“, so Oberstaatsanwältin Dr. Ina Holznagel. Die Mitarbeiter des Rettungsdienstes sprachen von „Wahnvorstellungen“.
Zwei Polizisten versuchten wenig später vergeblich, den Mann zu beruhigen und brachten ihn schließlich unter Einsatz von Pfefferspray zu Boden. „Beim anschließenden Transport in den Rettungswagen kollabierte der 32-Jährige und musste von der RTW-Besatzung reanimiert werden“, so die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Der Mann wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Nach Auskunft der Ärzte bestand Lebensgefahr. „Die Ursachen für das Verhalten des Dortmunders und für den Kreislaufkollaps sind noch nicht geklärt“, so Dr. Holznagel. Ein erster Drogentest ergab „einen Hinweis auf den Konsum von Kokain“. Der Dortmunder starb in den späten Nachmittagsstunden im Krankenhaus.
50 türkische Mitbürger demonstrierten vor Polizeiwache
In den späten Abendstunden versammelten sich dann am Mittwoch gegen 23.15 vor der Polizeiwache Mengede zumeist türkische Mitbürger, die in einer laut Pressemitteilung „insgesamt gegen die Polizei gerichteten aggressiven Grundstimmung Parolen skandierten“. Rufe wie „Mörder, Mörder“ nahmen Bezug auf den Tod des 32-jährigen Türken, der im Rahmen des geschilderten Einsatzes zunächst kollabiert und dann im Krankenhaus verstorben war.
Die Gruppe der Demonstranten vergrößerte sich in der Folgezeit auf ca. 50 Personen. Die Dortmunder Polizei zog daraufhin Einsatzkräfte zusammen, um das Recht auf Versammlungsfreiheit zu garantieren und mögliche Übergriffe zu verhindern. Die Demonstration löste sich dann gegen 1.20 Uhr auf. Zu Straftaten kam es nicht.
Obduktion kann Zusammenhang zwischen Pfefferspray und Tod nicht ausschließen
Zur Klärung der genauen Todesursache wurde am Donnerstag eine gerichtlich angeordnete Leichenöffnung durchgeführt. Die Untersuchung im Institut für Rechtsmedizin der Universitätsklinik in Essen ergab, dass der 32-Jähige einem „Multiorganversagen infolge eines schweren Kreislaufschocks“ erlag. Als Auslöser für das Schockgeschehen kämen mehrere Umstände in Frage, die in ihrem Zusammenwirken noch nicht abschließend beurteilt werden könnten. „Es sind dies die mögliche Intoxikation mit Betäubungsmitteln, ein Atemstillstand nach massiver, auch psychisch ausgelöster Agitation und eine Infektion der oberen Luftwege, die sich bei der Obduktion nachweisen ließ.“ Heißt im Klartext: Das eingesetzte Pfefferspray k a n n im Zusammenwirken mit den übrigen Komponenten zur Entwicklung des Schockgeschehens beigetragen haben (muss aber nicht).
Hinweise auf einen übermäßigen Einsatz körperlicher Gewalt bei der Festnahme hätten sich bei der Obduktion nicht gefunden. Zudem steht in dem Obduktionsbericht: Auch dass der Kreislaufzusammenbruch durch einen unsachgemäßen Einsatz von Pfefferspray im Zuge des Einsatzes ausgelöst worden ist, sei nach dem bisherigen Ermittlungsergebnis nicht belegbar. Die vor Ort befindlichen Rettungssanitäter hätten bestätigt, dass der Verstorbene nach dem Pfeffersprayeinsatz durch die Beamten noch einmal aufgesprungen und mehrere Meter davon gelaufen ist. Erst danach gelang es den Polizeibeamten und Sanitätern, ihn erneut festzuhalten, zu fixieren, zu beruhigen und zum Rettungswagen zu bringen, wo er – bereits auf der Rettungstrage liegend – plötzlich das Bewusstsein verlor.
Zur weiteren Klärung werden in den folgenden Wochen toxikologische, feingewebliche und neuropathologische Untersuchungen durchgeführt werden. Die Ermittlungen dauern an.
Samstag kollabierte 27-jähriger Randalierer nach Pfefferspray-Einsatz
Bereits am Samstag kollabierte ein junger Mann, der Polizisten in einer Gaststätte an der Landgrafenstraße angegriffen hatte. Die Beamten waren gerufen worden, da der 27-Jährige randalierte und nicht zahlen wollte. Die Beamten versuchten vergeblich, ihn zu beruhigen. Doch beleidigte er die Beamten, folgte auch einem Platzverweis nicht.
Schließlich habe er sein T-Shirt ausgezogen und sei mit erhobenen Fäusten auf die Beamten losgegangen, so ein Polizeisprecher.
Die Beamten hätten Pfefferspray eingesetzt, durch das sich der Mann nicht aufhalten ließ. Erst nach der zweiten Dosis habe er seinen Angriff gestoppt, sich auf den Boden gelegt. Als man den Mann dann nach draußen geführt habe, habe er gekrampft. Nach Angaben seines Vaters leidet der 27-Jährige unter Epilepsie. Ein Notarzt habe sich um den Verletzten gekümmert. Er kam ins Krankenhaus, wo ihm eine Blutprobe entnommen wurde.
15:02
Bleiben wir bei den Fakten: Ein kranker Mensch hat Kokain zu sich genommen und randaliert. Er griff Polizisten und Sanitäter an. Wie dr.einstein schrieb, ist das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit für a l l e im GG festgelegt. Somit auch für Polizisten und Sanitäter. Das es in diesem Fall ein Mensch mit türkischer Herkunft war, ändert nichts an den Fakten. Das seine Landsleute die Menschen der Mengeder Wache als Mörder bezeichnen, wird in den Meinungen kaum erwähnt. Ich glaube kaum, dass ein Schreiber hier zur Tagesordnung übergeht. Dieser Vorfall ist tragisch, aber der Verletzte ist mit Sicherheit nicht am Pfefferspray gestorben. Warten wir doch erst die Obduktion ab. Aber erst mal kräftig mit Dreck schmeissen, etwas wird schon hängen bleiben.
14:43
In Zukunft muss die Polizei erst einen Drogentest durchführen um dann Pfefferspray einzusetzen. Völlig belanglos das der Mann auf die Polizisten los stürmt und denen an den Kragen will wird hier wieder mal argumentiert. All denen die hier einen auf Kläger machen wünsche ich mal in einem Auto zu sitzen wenn jemand auf sie zu rennt und sie bedroht! Ich bin dafür türkisches Recht anzuwenden, denn dann hätten wir solche Auswüchse was Gewalt gegen Polizisten betrifft nicht.
14:41
tragisch, aber nicht zu ändern. Wer sich an die Gesetze hält, hat auch keinen Ärger mit dem Nachbarn oder der Polizei. Fürchterlich egal, welche Nationalität sich daneben benimmt
14:39
Ziemlich dumm gelaufen - für alle Beteiligten. Evtl. sollte man den Einsatz solcher Sprays doch noch einmal überdenken und im Zweifelsfall lieber mal den Knüppel schwingen. Letztendlich waren die Randalierer aber selbst den Auslöser, von daher war es einfach...Pech.
14:38
@101
Die Polizei ist mindestens genau so Unschuldig wie der türkische Hintergrund des verstorbenen.
Weiterhin war von einem Randalierer die Rede.
Außerdem: Es ist in einem demokratischen Staat völlig legitim, ja sogar verpflichtend, die unterschiedlichen Instanzen der drei Gewalten zu hinterfragen. Das gilt wie für Richter und Politiker eben auch für Polizisten.
Das hat nichts mit in den Dreck ziehen zu tun.
Besonders spannend finde ich:
die Anfeindungen aus den beiden unterschiedlichen, extremen Lagern bestätigen das
Dann ist das also so: Jeder Polizist hat es verdient Polizist zu sein und darf auch nicht hinterfragt werden.
So blöd waren selbst Goethe und Twain nicht.
14:37
@42 dr.einstein,
stimmt, das Recht auf Leben und auf körperliche Unversehrtheit gilt für alle. Also auch für Polizisten. Der Mann war krank, Nationalität uninteressant, aber so krank, dass man es wohl nicht auf den ersten Blick erkennen konnte. Durch meinen Beruf bin ich auch schon damit konfrontiert worden. Ein Fahrgast stieg bei mir zu, verhielt sich ganz normal, und nach ein paar Haltestellen bekam er einen epileptischen Anfall. Wenn sich ein solcher Mensch noch mit Giften, Kokain, Alkohol etc. zu dröhnt, liegt das wohl im Bereich der Selbstverantwortung. Wenn Sie einmal überfallen und mit z. B. einem Messer verletzt werden sollten, was Gott verhüten möge, tut dann der Stich von einem gesunden Menschen mehr weh, als der von einem Kranken? So tragisch der Vorfall auch war, auch wenn der Verstorbene nicht zurechnungsfähig im Sinne des Gesetzes war, sehe ich hier kein Vergehen der Polizei welches es rechtfertigt, eine ganze Berufsgruppe als Mörder zu bezeichnen.
14:36
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14:31
Ich habe hier 2 Zitate von Menschen, die sicher nicht im Ruf standen und stehen, Rassisten zu sein, nur mal so zum Nachdenken für alle, die meinen die Maßnahmen der Polizei in den Schmutz ziehen zu müssen, ohne selber dabei gewesen zu sein oder auch nur die geringste Ahnung von Poizeiarbeit zu haben:
1. Man muss die Tatsachen kennen, bevor man sie verdrehen kann.“ Mark Twain
2. Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, wo sie gelten. Johann Wolfgang von Goethe
Bei aller Trauer um den Tod zweier Menschen: die beiden Randalierer haben den Grund für die Maßnahmen gesetzt, und sie haben auch die Folgen zu tragen. Weltweit gilt unsere Polizei als hervorragend ausgebildet, besonnen und politisch neutral, und die Anfeindungen aus den beiden unterschiedlichen, extremen Lagern bestätigen das. Für die einen zu lasch, für die anderen brutal, also offensichtlich genau richtig.
Ich kann nur hoffen, dass potenzielle Randalierer ganz schnell ihre Schlüsse ziehen und diese unsäglichen Angriffe gegen Polizisten, die in letzter Zeit immer mehr in Mode gekommen sind, endlich aufhören!
In diesem Sinne...
14:30
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14:29
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