Trotz "FBI" von Wahlkrimi keine Spur
21.07.2009 | 18:07 Uhr 2009-07-21T18:07:00+0200
Dortmund. Ungefähr so aufregend wie ein Fußballspiel drei Stunden nach dem Abpfiff gestaltete sich die Sitzung des Wahlauschusses für die Kommunalwahl am 30. August. Keine einzige Wortmeldung. Alle Mitglieder des Ausschusses nickten alles ab.
Für mehr Spannung müssen jetzt die neun Kandidaten, die Oberbürgermeister werden wollen, und die zwölf Parteien bzw. Gruppierungen und ein Einzelbewerber sorgen, die zur Wahl für den Rat bzw. die Bezirksvertretungen antreten.
OB Dr. Gerhard Langemeyer in der für ihn sehr ungewohnten Rolle als Vorsitzender des Wahlausschusses - eigentlich war dafür schon einmal Ullrich Sierau benannt, der Mann, der jetzt statt Langemeyer für die SPD als OB-Kandidat antritt - spulte die gesetzlich vorgeschriebene Form vollendet ab. Nach 27 Minuten Sitzung - davon knapp 20 Minuten für die Listen- und Wahlakteneinsicht durch die Ausschussmitglieder - stand fest: Keiner der Anträge zur Wahl wurde abgelehnt. Alle Auschussmitglieder stimmten zu.
"Aufbruch Grundeinkommen" tritt nicht überall an
Bei der Prüfung der eingegangenen Wahlvorschläge wurden für zwei Gruppierungen die Kandidaten einzelner Wahlbezirke nicht akzeptiert, da notwendige Unterstützer-Unterschriften ganz oder teilweise fehlten. So tritt die Gruppierung „Aufbruch Grundeinkommen - Hartz IV muss weg” nicht in den Wahlbezirken 8, 10, 15, 21 und 26 an. Die „Dortmunder Unabhängige Wählervereinigung” darf nicht im Bezirk 41 kandidieren.
Für Abwechslung im gestrigen Formal-Verfahren sorgte nur der Blick auf die Namen, die sich die ein oder andere Gruppierung zulegte. So finden die Wähler auf den Wahlzetteln für den 30. August neben der „Hartz IV muss weg”-Gruppierung auch „FBI” (Freie Bürgerinitiative).
428 Kandidaten treten um ein Direktmandat an, 265 um einen Platz auf den Reservelisten. Nicht mehr überraschend sind die Namen der OB-Kandidaten: Ullrich Sierau (SPD), Joachim Pohlmann (CDU/FDP) Mario Krüger (Grüne), Waldemar Stanko (DVU), Petra Zielasny (Bürgerliste), Helmut Manz (Die Linke), Norbert Weikert (FBI) Axel Thieme (NPD) und Andreas Blaschke, der als Einzelkämpfer antritt.
19 Sitze, 12 Bezirksvertretungen, 754 Kandidaten
Um die jeweils 19 Sitze in den zwölf Bezirksvertretungen stellen sich 754 Bewerber zur Wahl. Als einziger Einzelbewerber bei den Bezirksvertretungen tritt Gerd Rengel an im Wahlbezirk 5 (Innenstadt Ost).
Es ist noch drei Tage möglich, mit Einwänden gegen die gestrigen Beschlüsse des Wahlausschusses vorzugehen. Damit ist allerdings nicht zu rechnen.
16:48
Gott bewahre uns vor den Linken
15:48
Pluralistisch ist DIE LINKE bis zum Anschlag. Vom Kommunisten bis zum Sozialdemokraten ( da ist nun schon der zweite SPD-Ortvereinsvorsitzende übergetreten) ist bei DIE LINKE alles vertreten und das auch auf den Listen. Übrigens ganz interessant: Auf Platz 8 der Liste tritt Jonny Bruhn-Tripp an, ein parteiloser Sozialexperte aus der evangelischen Kirche und ehemaliger Vorsitzender des Dortmunder Arbeitslosenzentrums.
Was die DKP angeht, die sich als Linkes Bündnis bezeichnen, so ist da wohl der Wunsch Vater des Gedankens. Die reine altkommunistische Lehre ist halt bei der Linken nur eine Gruppe unter vielen und das war für die DKPisten wohl ein Schritt zuweit. Immerhin kann die Presse nun keine Schmutzkampagne gegen DIE LINKE fahren, wie damals bei der Wahl in Hamburg.
15:27
Sicherlich konkurrieren alle Parteien miteinander. Aber es gibt 3 Parten bzw. Organisationen mit ähnlichen Forderungen. Dafür muss es Gründe geben. Ist der KV Dortmund nicht pluralistisch genug? Warum bildet sich sonst eine Gruppierung Hartz IV muss weg?
11:33
@#3
Die Partei die Linke hat nicht 2 Konkurrenten, sondern 11, genau wie jede andere Partei auch, bei 12 Parteien, die zur Auswahl stehen.
Wer als sozialer Mensch immer noch Parteimitglied bei der SPD ist, oder auch nur seine Stimme denen noch gibt, das ist mir sowieso ein Rätsel.
Die wurden doch selbst von der CDU links überholt, die habens nur nicht gemerkt. ;-)
Die SPD ist eine Partei des Sozialabbaus und des Demokratieabbaus: Hartz IV, Rente mit 67, Praxisgebühr, Lohnverzicht, Arbeitslosigkeit.
Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen, das ist der Kommentar des jetzigen SPD-Vorsitzenden Müntefering dazu.
Der letzte SPD-Vorsitzende, der tatsächlich sozialdemokratisch war, ist heute Vorsitzender der LINKEN: Oskar Lafontaine. Von ihm stammt der Satz:
Das Herz schlägt links.
Wir konnten in den letzten Monaten Einige aus der SPD ausgetretene dortmunder Mitbürger ,
bei uns begrüßen.
Andere, die auch so denken, dass die SPD nicht mehr sozial ist, sind herzlich Willkommen.
10:03
Wenn sich in Dortmund die Rechten (DVU und NPD) die Köppe einhauen, ist dagegen nichts einzuwenden. Die drei Wählerinitiativen werden sich Konkurrenz machen. Die Partei die Linke hat zwei Konkurrenten, das kommunistische Linke Bündnis Dortmund und die Liste gegen Hartz IV. Dass Kommunistern und die Linke getrennt kandidieren, kann sogar von Vorteil sein. Aber offfenbar ist es der Partei Linke nicht gelungen, ein Bündnis mit anderen Gegnern von Hartz IV zu knüpfen.
07:51
Lieber Gott, bitte laß es Hirn regnen
07:28
Huhuuu! Und ich gewinne das Direktmandat!
Kirsten, träum weiter...
Was immer du tun kannst oder erträumst zu können, beginne es.
Kühnheit besitzt Genie, Macht und magische Kraft. Beginne es jetzt.
Johann Wolfgang von Goethe
Wenn einer allein träumt, ist es nur ein Traum.
Wenn Menschen gemeinsam träumen, ist es der Beginn einer neuen Wirklichkeit.
Helder Camara
Ein anderes - ein l-i-ebenswertes Dortmund ist möglich!