Tote Lämmer durch Schmallenberg-Virus in Dortmund vermutet
23.01.2012 | 14:59 Uhr 2012-01-23T14:59:00+0100
Dortmund. Das Veterinäramt in Dortmund hat drei Verdachtsfälle des sogenannten „Schmallenberg-Tierseuchen-Virus“ entdeckt. Der für Menschen nicht gefährliche Erreger verursacht bei den Lämmern Missbildungen. Die toten Tiere werden derzeit untersucht. Erst am Ende dieser Woche wird ein endgültiges Untersuchungsergebnis erwartet. Der Virus grassiert bereits seit einigen Wochen in Deutschland.
Das Schmallenberg-Tierseuchenvirus hat Dortmund erreicht. Wie die Veterinäre im Ordnungsamt mitteilten, gibt es seit der vergangenen Woche in Dortmund drei Verdachtsfälle des sogenannten Schmallenberg-Virus. Dahinter verbirgt sich ein für den Menschen nicht gefährlicher Krankheitserreger bei Wiederkäuern (Rinder, Schafe, vermutlich auch Ziegen).
Sowohl von Tierhaltern im Dortmunder Süden, als auch im Norden wurden die Veterinäre auf missgebildete sowie lebensschwache Lämmer hingewiesen. Die toten Tiere wurden zur Untersuchung an das Staatliche Veterinäruntersuchungsamt in Arnsberg verbracht. Mit einem Untersuchungsergebnis rechnen die Veterinäre nach Angagen der Presse-Stelle der Stadt Dortmund gegen Ende dieser Woche.
In Dortmund werden neben rund 2.500 Rindern in 43 Beständen rund 4.000 Schafe und Ziegen in 130 Beständen gehalten; der Anteil an Ziegen sei gering, so die Stadt Dortmund.
In NRW sind elf Betriebe betroffen
Der in Deutschland vorläufig als Schmallenberg-Virus bezeichnete Erreger wurde nach dem Ort des Erstnachweises in Deutschland, einem Ort im Sauerland, benannt. In 46 Schafbeständen sei der Erreger bereits nachgewiesen worden, berichtete das „Westfalen-Blatt“ (Samstagausgabe) unter Berufung auf die zuständigen Landesbehörden. In Nordrhein-Westfalen sind demnach elf Betriebe, in Niedersachsen 29 und in Hessen sechs Betriebe betroffen. Zudem gebe es in Nordrhein-Westfalen weitere 56 Verdachtsfälle, in Niedersachsen seien es 21 und in Hessen 18.
Anzeichen sind Fieber und Milchrückgang
Nach bisherigen Erkenntnissen können sich mit dem Virus Rinder, Schafe und Ziegen infizieren . Es wird durch Stechmücken übertragen. Der Infektionsweg und die Ausbreitung des Erregers sind noch nicht vollständig geklärt. Die Krankheit zeige sich durch Fieber und Milchrückgang. Vor allem bei trächtigen Tieren könne sie zu Problemen führen. Einen Impfstoff gebe es noch nicht, teilte das Ministerium mit. Die Bundesregierung habe eine Meldepflicht angeordnet, um die Ausbreitung der Infektion zu kontrollieren.
Weitere Verdachtsfälle dieser Tierkrankheit nimmt die Veterinärabteilung im Ordnungsamt der Stadt Dortmund unter den Telefonnummern (0231) 50 – 29776 oder 23970 entgegen.
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