Tochter von Nazi-Opfer Kubasik aus Dortmund fährt zur Bundespräsidentenwahl
22.02.2012 | 14:49 Uhr 2012-02-22T14:49:00+0100
Dortmund/Berlin. An der Bundespräsidentenwahl am 18. März wird auch die Tochter eines Opfers der rechtsextremen Mordserie teilnehmen. Gamze Kubasik, deren Vater Mehmet Kubasik 2006 in Dortmund mutmaßlich von der Zwickauer Neonazi-Zelle ermordet worden war, werde von den NRW-Grünen entsandt.
An der Bundespräsidentenwahl am 18. März wird auch die Tochter eines Opfers der rechtsextremen Mordserie teilnehmen. Gamze Kubasik, deren Vater Mehmet Kubasik 2006 in der Nordstadt von Dortmund mutmaßlich von der Zwickauer Neonazi-Zelle ermordet worden war , wird von den nordrhein-westfälischen Grünen in die Bundesversammlung entsandt, wie ein Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion am Mittwoch bestätigte.
Grünen-Chef Cem Özdemir begrüßte die Nominierung Kubasiks. „Ihr Vater wurde von Neonazis ermordet, und die Familie wurde von der Polizei zunächst mit dem Verdacht konfrontiert, dass die Tat mit Drogengeschäften oder innertürkischen Querelen zu tun hat", erklärte Özdemir. Darüber hatte Gamze Kubasik auch am 13. November in einer TV-Talkshow mit Günther Jauch gesprochen .
Özdemir sprach von einem „wichtigen und richtigen Zeichen", dass ein Mitglied der Opferfamilien an der Wahl für das höchste Staatsamt beteiligt sein werde. Der Bundespräsident sei ein Vertreter aller Menschen des Landes, „unabhängig von ihrer Herkunft, Religion oder Lebensweise".
Die Bundesversammlung wählt am 18. März einen Nachfolger für den zurückgetretenen Christian Wulff. Die Wahl des parteilosen Theologen Joachim Gauck, der von Union, SPD, FDP und Grünen nominiert wurde, gilt als sicher. Einzelne Grünen-Politiker und Migrantenverbände hatten sich in den vergangenen Tagen allerdings irritiert über frühere Äußerungen von Gauck zu der Debatte um das umstrittene Immigrationsbuch von Thilo Sarrazin gezeigt.
Opfer-Gedenken auch in Dortmund
Stadtdirektor Jörg Stüdemann wird am Donnerstag, 23. Februar 2012, als Repräsentant der Stadt Dortmund an der Gedenkveranstaltung für die Opfer rechtsextremistischer Gewalt im Konzerthaus Berlin teilnehmen. Zu dieser Veranstaltung hat der Bundespräsident gemeinsam mit dem Präsidenten des Deutschen Bundestages, der Bundeskanzlerin, dem Bundesratspräsidenten und dem Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts eingeladen.
Auch in Dortmund gibt es ein Gedenken. Oberbürgermeister Ullrich Sierau und der Personalratsvorsitzende Pitt Meyer rufen alle Beschäftigen der Stadtverwaltung auf, sich an der Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer rechtsextremistischer Gewalt zu beteiligen. Die Schweigeminute findet am Donnerstag um 12 Uhr auf dem Friedensplatz statt.
Polizei | FDP | Joachim Gauck | SPD | Günther Jauch | Thilo Sarrazin
13:51
Das runterreden von hinterfotzigen Meuchelmorden wird durch stetes Wiederholen nicht weniger unappetitlich!
Was soll mit den Opfern von "normalen" Straftätern sein? Für die gibt es Hilfsangebote, wer anderes behauptet, argumentiert mit Unwahrheiten.
Für mich sind all diese postings, in denen diese Meuchelmorde relativiert werden sollen, in einem Land, das Meuchelmorde einst industriell betrieb, auch Anzeichen dafür, dass die Angst in der rechten Szene kursiert.
Die Angst davor, fürderhin nicht mehr nach dem Motto "Ach, die wollen doch nur spielen" staatliche Nachsicht zu erfahren. Sondern das genaue Gegenteil: Fahndungsdruck, Zerschlagung gewalttätig-krimineller Strukturen, Verurteilungen als Mitgleider einer kriminellen Bande (ab 3 Personen werden Taten als bandenmässig betrachtet). Und wer weiß, vllt. ja auch als Mitglieder einer terroristische Vereinigung...
11:09
Komischer Bericht!
Wie kann man jetzt schon Bescheid wissen,
wenn der Landtag noch gar nicht darüber entschieden hat?
Die Sitzung dazu findet doch erst in wenigen Tagen statt.
Geht es bei der Wahl der Wahlmänner und -frauen
zur Bundesversammlung nicht korrekt zu ?
17:28
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17:10
So bedauernswert die Tat der Rechtsextremisten war , ist diese Geste einfach lächerlich. Was ist mit den Opfern der " normalen " Straftäter ? Was ist mit den Opfern von Tätern mit Migrationshintergrund ? Das Özdemir die Berufung begrüßt , kein Wunder, oder ?.
17:10
Lieber Pyrexx#7,
die gute Frau nimmt nicht an der Bundesversammlung teil, weil ihr Vater Opfer rechter Täter ist, sondern weil sie von einer Partei vorgeschlagen wurde. Vielleicht hat mal eine Partei Angehörige der (unten) besagten Familen vorgeschlagen, ich weiß es nicht. Ich weiß auch nicht, ob Kinder irgendwelcher Zwangsarbeiter aus dem Osten teilnehmen. Aber es ist das Recht der Parteien "einfache Bürger", Sportler, ..., vorzuschlagen.
-in diesem Fall der Opfer steht unsere Gesellschaft aber auch in besonderer Verantwortung, nicht zuletzt, weil ermittelnde Stellen hier den Begriff der Dönermorde präkten und quasi die Ofer in einer Linie mit den Tätern stellten, zu Mittätern machten.
Letztendlich ging es mir bei der Frage darum, ob es Usus ist, das Parteien so etwas machen und dann in dem Zusammenhang, da es vor vielen Jahren ja auch schon zu politisch motivierten Morden kam, oder ob die Grünen erstmalig von diesem Recht gebrauch machen.
16:38
aber es ist wie in der DDR. Das Volk darf Ja sagen.
Insgesamt finde ich es nicht gut, dass immer wieder Personen zur Wahl geschickt werden, von denen möglichst viel Presseecho erwartet wird.
16:36
Wäre auch schön,
wenn sie eine Wahlmöglichkeit bekäme, eine Alternative.
Jemanden eine Stimme zu geben zu müssen, der die rassistischen Äußerungen von Sarrazin mutig findet, finde ich auf jeden Fall kläglich.
16:33
Mal eine ganz andere Frage, ich bin zu jung, um das zu wissen, habe aber leider auch im Netz nichts dazu gefunden.
Durften die Hinterbliebenen von Ponto, Buback oder Schleyer an der Wahl des Bundespräsidenten teilnehmen?
weil sie von keiner Partei nominiert wurden. Ich weiß aber auch nicht, ob sie Interesse hatten.
Aber darum geht es bei deiner schön harmlos gestellten Frage aber auch gar nicht, oder?
Nein, durften sie nicht. Ist aber auch nicht weiter verunderlich, schließlich handelte es sich bei den dreien nur um Deutsche, die von Linksextremisten umgebracht wurden.
@bigkahuna doch, es war wirklich nur eine Frage aus Interesse. Bis heute wusste ich nicht, das die Parteien im BT für diese Wahl auch jemanden nominieren dürfen.
Wie ich zu dieser Wahl im allgemeinen stehe, ist nebensächlich, hat auch nichts mit dem Kanditaten zu tun.
16:23
@fatih:
"wie alle Einwanderer"? Ich glaube, Sie verkennen auf das brutalste die Realität. Das können Sie nicht ernst meinen.
Zum Thema: Ist natürlich besonders medienwirksam, aber aufgeklärt sind die verbrechen, die alle der s.g. "Terrorzelle" zugerechnet werden keineswegs. Insofern ist die Berufung von Frau Kubasik ein schlichter Werbe-Gag. Warum nicht Angehörige diverser Opfer deutschenfeindlicher Übergriffe berufen? Sie alle, wie auch Opfer etwaiger Verbrechen des "NSU" könnte man gleichermaßen als Kollateralschäden eines gescheiterten Multi-Kulti-Projekts begreifen.
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DOCH...
16:04
Unsinn. Eine Wahl setzt voraus, daß man auch tatsächlich (aus)wählen kann. Wenn sich die Parteien vorher schon auf einen Grüßaugust einigen ist es reichlich absurd, die Veranstaltung noch als Wahl zu bezeichnen.
Erinnert einen irgendwie an Wahlen in der ehemaligen DDR, oder in Russland...oder so...