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"Tierschutz ist auch Menschenschutz"

03.10.2008 | 19:32 Uhr

Am heutigen Samstag ist Welttierschutztag. Grund genug, um bei den Tierschutzorganisationen vor Ort nachzufragen, wo derzeit die größten Probleme liegen.

Die Hündin "Asta" kümmerte sich liebevoll um die Katzenwaisen. Die Arche 90 hatte "vermittelt". (Foto: Franz Luthe)

Tierschutz sei immer auch Menschenschutz, sagt Erika Scheffer, Vorsitzende des Tierschutzvereins Groß-Dortmund. Veranschaulicht wird ihre Aussage an der Leopoldstraße: Dort, erzählt sie, bekommen Menschen ohne festen Wohnsitz einmal in der Woche für einen Euro Frühstück und gleichzeitig die zu ihnen gehörenden Hunde einen vollen Napf. Indem den Tieren geholfen wird, helfe der Verein auch den Menschen, und ein Dialog entstehe. "Und wenn unser Tiermobil in eine Wohnung wegen eines verwahrlosten Tieres gerufen wird, und unser Inspizient sieht, dass dort Kinder leben, denen es schlecht geht, dann wird zuerst einmal das Jugendamt angerufen."

Sachspenden für einen vollen Napf

Für den vollen Hundenapf sorgen übrigens Sachspenden, die der Tierschutzverein verwaltet und verteilt. Solche handfeste Hilfe sowie finanzielle Unterstützung von Sponsoren seien ihr lieber als nicht zahlende Mitglieder, sagt Scheffer. "Ein Drittel von unseren gut 60 000 Vereinsmitgliedern hat im September noch nicht den Jahresbeitrag von 20 Euro überwiesen." Die Tierliebe, sagt sie, sei bestimmt groß, aber wenn's ums Geld ginge, sei sie ganz schnell vergessen. "Wenn das Tiermobil kommt, nehmen alle die Hilfe gerne an. Über die Spendendose schauen sie aber großzügig hinweg."

Ums Geld geht es letztlich auch beim diesjährigen Motto des Tierschutzbundes zum Welttag des Tieres, dem "Ferkelprotest". Durch eine breit angelegte Kampagne soll die Politik dazu bewegt werden, das Tierschutzgesetz zu ändern, das es erlaubt, junge Eber innerhalb der ersten Lebenswoche ohne Betäubung zu kastrieren. "Schmerzhaft und nicht stressfrei", sei die Prozedur, sagt Veterinär Dr. Dietrich Broer. Kastriert werde aber bereits, seitdem Schweinefleisch gegessen wird, denn ein mit Hormonen beladenes Eber-Schnitzel würde in der Pfanne äußerst unangenehm riechen. Vormals konnten die Ferkel bis zu sechs Wochen alt werden. Überlegungen gingen dahin, so Broer, zusätzlich schmerzstillende Mittel oder Narkose einzusetzen, was sich aber, räumt er ein, wirtschaftlich auf die Einnahmen der Bauern auswirken würde.

Die Mitglieder von Arche 90 beschäftigen vor allem ausgesetzte Tiere: Allein in dieser Tierschutzorganisation warten derzeit 50 Katzen auf neue Besitzer - normalerweise beherbergen die ehrenamtlichen Pflegestellen des Vereins nur um die 20 Tiere. "Immer mehr Katzen werden ausgesetzt, wir holen ganz viele verwahrloste Tiere aus Wohnungen, die sich in einem extrem schlechten Zustand befinden. Immer mehr Hartz-IV-Empfänger können ihre Tiere nicht ernähren oder die Tierarztkosten nicht bezahlen", sagt Gaby Bayer. Hinzu käme eine wahre Flut von Kaninchen. Ausgesetzt in Kartons, in Plastiktüten. "Momentan brennt in Dortmund die Luft", was ausgesetzte Tiere betreffe. Aber: Die Spenden nehmen ab, die Ausgaben steigen: Bayer rechnet mit 130 000 Euro zum Jahresende. "80 Prozent davon sind alleine Tierarztkosten." Mal für den Beckenbodenbruch, mal für die Augenoperation einer Katze. Die Liste ist lang - doch ebenso lang ist der Atem der Tierschützer, die sich weiterhin engagieren werden. Für die Tiere, und damit oft auch für die Menschen. (mika)

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Kommentare
03.10.2008
21:32
Tierschutz ist auch Menschenschutz
von kammertösn karl heinz | #1

fritz hüser und hündin asta - was habt ihr da für ein chaos gemacht??? karl heinz kammertöns dortmund

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