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Tierheim senkt nach Aufnahmestopp die Katzenpreise

20.11.2011 | 17:11 Uhr
Tierheim senkt nach Aufnahmestopp die Katzenpreise
Das Tierschutzzentrum in Dorstfeld pflegt aufgefundene, abgegebene oder ihren Besitzern weggenommene Hunde und Katzen bis ein aufnahmewilliger Tierfreund gefunden ist. Archivfoto: Franz Luthe

Dortmund.Um das sowohl unter Platz- wie auch Personalnot leidende Tierschutzzentrum an der Hallerey nicht teuer ausbauen zu müssen, gibt das Tierheim vor allem Katzen künftig billiger ab und versucht, mit einem Zuschuss zu den Unterhaltskosten mehr aufnahmewillige Halter zu gewinnen. Der im Oktober verhängte Aufnahmestopp konnte inzwischen wieder aufgehoben werden.

Das geht aus der Antwort von Tierschutzdezernent Wilhelm Steitz auf eine Anfrage der Fraktion von FDP und Bürgerliste hervor. Die Politiker hatten mit Sorge auf einen Brandbrief der Tierpfleger an alle Ratsfraktionen reagiert. Darin hieß es, wie berichtet, wegen der Überbelegung habe man einen Aufnahmestopp verhängen müssen. Mit 90 zu betreuenden Katzen sei die Aufnahmekapazität bereits um ein Drittel überschritten.

Hohe Krankenstände

Die Nöte des Tierheims gehen auf gleich mehrere Ursachen zurück. Zwar hatte die Stadt im Jahr 2010 eine Quarantänestation für Katzen mit ansteckenden Krankheiten eingerichtet und zusätzliche Betreuungsplätze geschaffen. Dennoch, so Steitz, sei es Ende des Sommers zur Ansteckung der gesunden Katzen gekommen. Zusätzlich verschärft habe sich die Situation noch durch einen relativ hohen Krankenstand beim Personal.

In der Spitze, so der Dezernent, habe der Bestand an Katzen im Oktober sogar bei 108 gelegen. Inzwischen seien es aber nur noch 68. Zudem würden zurzeit 62 Hunde und etwa 20 Nagetiere betreut.

Katzen suchen eine Bleibe

Tierarzt kommt häufiger

Dass so viele Katzen Anschluss an eine neue Familie benötigen, ist offenbar nicht nur in Dortmund ein Problem. Die Ursachen sind: Vermehrte Sicherstellungen durch die Ordnungsämter, Verbreitung ansteckender Krankheiten und - mit zunehmender Tendenz - auch soziale Gründe.

Um den Zubau von Unterbringungsplätzen vermeiden zu können, haben Verwaltung, Verbände und Politik kurzfristig eine Reihe von Vorkehrungen verabredet. Angefangen von einer intensiveren tierärztlichen Betreuung der infizierten Schützlinge über die Ausschreibung von zwei weiteren Pflegerstellen bis hin zur Vermittlungen auch von solchen Katzen, die sich noch in Behandlung befinden.

Rolf Maug

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Kommentare
22.11.2011
01:35
@nike8 | #1
von vaikl | #2

Wo das Problem ist? Ich nehme doch mal wirklich ernsthaft an, dass es im Tierschutzgesetz begründet ist. Ein Töten aus reinem Platzmangel ist grundsätzlich nicht möglich, auch weil Tierheime behördlich genehmigte Kontingente haben und deshalb eine grenzenlose Überfüllung ausgeschlossen ist. Deswegen ja auch der Aufnahmestopp.

Das eigentliche Problem liegt immer noch und immer öfter in den Köpfen vieler "Gelegenheits-Tierhalter", die ihre Verantwortung komplett auf solche Institutionen wie Tierheime oder Tierschutz-Organisationen abwälzen.

21.11.2011
22:39
Alternative Lösung
von nike8 | #1

Eine wirklich ernsthaft gemeinte Frage: Wenn eine Katze – aus welchen Gründen auch immer – partout nicht vermittelbar ist, bleibt sie dann bis zu ihrem natürlichen Tod z.B. aus Altersschwäche im Tierheim? Das kann ja wohl nicht sein.

Natürlich ist der Krankenstand dann so hoch, wie er in dem Brandbrief geschildert wurde: Diem Mitarbeiter sollen mit mehr Engagement das ausbügeln, was Politik und Verwaltungsspitze nicht vermögen. Nämlich die bedarfsgerechte Aufstockung der Kapazitäten mit mehr Personal, mehr Unterbringungsanlagen und mehr Sachmitteln. Aber das kostet Geld und hiervon hat Dortmund ja wirklich nicht viel.

Also geraten die Tierpfleger unter Druck letztlich unerfüllbare Aufgaben zu erfüllen. Als Ausweg aus einer permanenten Überlastung bleibt da nur der Krankenschein. Solche Auswirkungen kennt man hinreichend aus ähnlichen Fällen.

Dabei ist die Lösung so einfach wie rasch umsetzbar: Wenn wir die Katzen in unserer Wahrnehmung nicht vermenschlichen, dann müssen wir nach einer Verweildauer von drei Monaten im Tierheim auch für das Einschläfern der Tiere sein. Und diese Verweildauer wird der momentanen Aufnahmequote von Katzen so angepasst, dass keine Überbelegung entsteht.

Eine reine Frage der Logistik. Wo ist das Problem?

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