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Tiefes Durchatmen nicht nur bei Patienten

30.09.2010 | 18:45 Uhr
Tiefes Durchatmen nicht nur bei Patienten
Eröffnung der Zerstäuberfabrik bei microParts. Foto: Vahlensieck

Dortmund.Feiern in Produktionsräumen werden in Dortmund geschätzt – es entsteht leicht das Gefühl, dass es, wenn die Sektgläser an die Seite gerückt sind, sofort mit der Fertigung weitergeht. So war das gestern bei microParts im Technologiepark auch. Kaum waren die Feierlichkeiten zur offiziellen Einweihung der Erweiterung der Zerstäuberfabrik vorbei, schon rollte die erste Palette in den Raum.

70 Millionen investierte Boehringer Ingelheim in das Gebäude am Hauert, schafft damit Platz für 140 Mitarbeiter und, so microParts-Geschäftsführer Dr. Heiko Rengel in seiner Begrüßung, „verdoppelt damit die Produktion des Medikamentenzerstäubers Respimat“.

Weltmeisterliche
Entwicklung

In einem Grußwort drückte der Vorsitzende des Gesellschafterausschusses, Christian Boehringer, seine Zufriedenheit aus. „Die Entwicklung in Dortmund in den letzten 20 Jahren war weltmeisterlich“, sagte er – das Geschäft eines in die Selbstständigkeit gestarteten Unternehmers habe sich zu einem entwickelt, das man nun nach Industriemaßstäben bewerten könne.

Aber es sei wie beim Sport: Sich erst sammeln und konzentrieren – dann den Sprung zur Weiterentwicklung wagen. So sei es im Konzern seit 125 Jahren der Fall gewesen.

Prof. Dr. Wolfram Carius von der Unternehmensleitung Boehringer erinnerte daran, dass man das Geld nicht im Vertrauen auf die deutsche Gesundheitspolitik investiert habe – leichte Kritik also. Er rechne 2011 mit 50 bis 60 Millionen Euro „Zwangsrabatte“, die der Konzern gewähren müsse. „Und die fehlen.“

Mehr als der Politik vertraue man den Mitarbeitern: „Sie sind die Basis. Wir vertrauen ihrer Kraft, wir vertrauen auch dem Standort, der uns beste Unterstützung und die Möglichkeiten gibt, Innovationen auf Weltniveau zu betreiben.“

OB Ullrich Sierau sah indes in dem Nahen das Gute. Die Dortmunder Wirtschaft habe sich in der Krise als widerstandsfähig erwiesen, sie entfalte Dynamik aus eigener Kraft, habe sogar Arbeitsplätze aufgebaut. „Für diese Entwicklung ist diese Eröffnung ein Paradebeispiel“, meinte er, „und ein besonderer Vertrauensbeweis für die Stadt.“

Das alles dürfte Projektleiter Thomas Mehlhorn heruntergegangen sein wie Öl. Er war für den Bau der Fabrik verantwortlich, dafür, dass alles klappt. „Schlaflose Nächte gehabt?“ wurde er gefragt. „Nein, es war eine Riesenfreude.“ Dann kam die Palette wie zur Bestätigung.

Dirk Berger

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