Theater-Manager bereicherte sich mit Leichtigkeit
20.11.2009 | 18:49 Uhr 2009-11-20T18:49:00+0100
Dortmund. Skandal hinter den Kulissen: Mit teils haarsträubender Leichtigkeit konnte sich der frühere Technische Direktor des Dortmunder Theaters im Amt bereichern. Das listet jetzt ein interner Bericht der städtischen Rechnungsprüfer auf. Darin werden auch Vorwürfe gegen das Theater laut.
Lug und Trug, Spannung bis zum Zerreißen, am Ende die Ergreifung des Übeltäters und anschließend die Zurechtweisung der Verantwortlichen durch die Obrigkeit: Wie das Drehbuch für beste Krimi-Unterhaltung liest sich der Bericht der Rechnungsprüfer über die Vorgänge um den ehemaligen Technischen Direktor der städtischen Bühnen Detlef Plümecke.
Doch unterhaltsam ist die nichtöffentliche Vorlage für den Rechnungsprüfungsausschuss, die der WAZ vorliegt, allenfalls für Zyniker. Das Papier zeichnet vielmehr ein geradezu haarsträubendes Bild davon, was kriminelle Energie in Kombination mit Selbstbereicherungsmöglichkeiten eines leitenden städtischen Angestellten in einer kommunalen Einrichtung anrichten kann.
Private Käufe als Requisite deklariert
Plümecke, so listet der Bericht auf, hat in den sechs Jahren als Technik-Direktor des Theaters u.a. zwei TV-Geräte, Möbel, einen Kühlschrank, einen Herd und zwei Laptops auf Kosten der Stadt für sich privat gekauft und dabei die Einrichtungsgegenstände als Requisite deklariert. Bereichert hat er sich auch mit Hilfe fingierter Rechnungen und zweckentfremdeter Bargeldauszahlungen. Unregelmäßigkeiten gab es zudem bei der Nutzung von Dienstwagen sowie der Vergütung von Überstunden und nicht genommenem Urlaub.
Den der Stadt entstandenen Schaden beziffert der Bericht vorläufig auf rund 26.000 Euro. Hoffnungen darauf, das Geld wiederzusehen, machen die Rechnungsprüfer nicht: Plümecke befinde sich derzeit in Privatinsolvenz mit Ansprüchen Dritter „in erheblicher Größenordnung.”
Umso mehr konzentrierten sich die Finanzwächter darauf, dergleichen in Zukunft unmöglich zu machen. Denn hinter den Kulissen wird deutlich: Im Drama der Unregelmäßigkeiten kommt insbesondere der Theaterleitung mehr als nur eine Statistenrolle zu.
Möglich wurden die Übergriffe des bereits vor einem Jahr geschassten Technik-Chefs, gegen den die Staatsanwaltschaft wegen Untreue, Betrugs und Urkundenfälschung ermittelt (WAZ berichtete), wohl auch durch allzu laxe Kontrollen. Die Rechnungsprüfer werfen dem Theater sogar vor, die Fürsorgepflicht verletzt zu haben.
Laxe Kontrollen
Plümecke war bereits zu Beginn seines Arbeitsverhältnisses durch Steuerschulden erheblich belastet. Das war der Theaterleitung entgangen, weil sie bei der Einstellung kein Führungszeugnis angefordert hatte. In der Folgezeit flatterten dem Theater Pfändungsbescheide und Lohnab-tretungserklärungen ins Haus. Die Forderungen gegen Plümecke beliefen sich danach auf sage und schreibe 445 000 Euro.
Einfluss auf Plümeckes Prokura hatten diese Erkenntnisse nicht. Er durfte weiter eigenmächtig Bestellungen im Gesamtauftragswert von bis zu 5000 Euro abwickeln. Unklar ist auch, ob eine Abgeltung für nicht genommenen Urlaub in Höhe von knapp 45 000 Euro mit den Tarifrecht vereinbar war. Herausgefunden haben die Prüfer dagegen, dass eine dieser Urlaubsabgeltungen (rund 10 000 Euro) doppelt ausgezahlt wurde.
Entsprechend kleine Brötchen backt Theater-Geschäftsführerin Bettina Pesch in ihrer Stellungnahme. Ob bei den Dienstwagen, der Urlaubskartei oder der Abwicklung von Barauszahlungen - überall hat die Theaterverwaltung auf Druck der Rechnungsprüfer nachbessern müssen.
19:48
@hä
Schade das die WAZ auf diesen Zug aufgesprungen ist.
Nee, is klar, die WAZ soll mal schön am Provinzbahnsteig stehen bleiben und nichts mehr über den Umgang mit unseren Gebühren berichten, damit sich die Provinzfürsten in aller Stille weiter bedienen dürfen.
Ich befürchte, Sie schreiben deshalb von Mediendiktatur, weil Ihnen die öffentliche Berichterstattung schon mal auf die Finger gekloppt hat. Oder Ihrem (Partei-)Chef.
11:41
Da wo viel Geld reinkommt , bzw. verwaltet wird besteht erhöhte Gefahr durch Selbstbereicherung .
Von DO. kennt man das mittlerweile. Aber auch andere Kommunen sind erheblich gefährdet . Es ist ja so einfach !!
Positionen ,die viel mit Finanzen zu tun haben ,müssen öfters ausgewechselt werden in andere Arbeitsbereiche.
Mehrere Leute müssen abzeichnen und prüfen !-
11:28
Aber Hallo !!!
10:08
Oh man es lebe die Mediendiktatur.
Da gibt es einen riesigen Stadtbetrieb von dem ihr erwartet das er an allen Ecken bereit steht wenn ihr es wollt in dem halt auch wie überall anders ein paar finstere Zeitgenossen und naive platzgefunden haben und hier fallen alle auf einen müden Bericht herein und forden gleich ein neues Gesellschaftsystem Das sind Themendiskussionen welche nur irgndwelche Medienmogule bereichertn weil Sie damit Ihre abhängigen Leser anfixen die dann wie hier schön männchen machen.
Wen wundert es da das wir kaum noch richtig fähige Politiker haben wenn die Medien nur zum eigen Vorteil auch jede jede kleine Verfehlung ihre angefixten Fusstruppen losjagen.
Das Spiel ist gefährlich weil diese Fusstruppen sich irgendwann verselbständigen, sie diese vermeintlichen rechten oder linken Chaoten die durch Medienverdummung einen einseitigen Beissreflex entwickelt haben und nun ohne abwägung auf jeden und alles losggehen der ihnen in die quere kommt.
Schade das die WAZ auf diesen Zug aufgesprungen ist.
Anstatt vernünftige Politik gibts nur noch Politikverweigerung und Systemdiskussionen.
Meckern ist immer leichter als konstruktives Denken
23:39
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20:57
scheint der sohn vom langermeyer zu sein.der mann sollte neuer kuturdezernent in essen werden.die suchen gerade.
20:24
Na, hier haben wir sie ja wieder beisammen, die Forentrolle aus den kulturfernen Schichten.
Ein Theater dichtmachen, weil sich ein Mitarbeiter persönlich bereichert hat.
Halloo, geht´s noch?
Ich wette, dass alle die sich hier so intellektbefreit äußern noch nie ein Theater von innen gesehen haben. - Cinestar und Westfalenstadion zählen übrigens nicht zu den THEATERN.
17:18
Im Ordnungsamt der Stadt Dortmund ist doch jetzt noch ein weiterer Mitarbeiter wegen Korruption aufgefallen. Die Kokain- und Unterschlagungs-Affäre im OB-Büro, die vielen anderen krummen Sachen und jetzt diese Fälle -- Sierau und das ganze Langemeyer-System, das jahrelang von Sierau gestützt wurde, muss endlich weg!
07:03
Der Filmvergleich passt nicht:
Im Abspann der Filme steht doch meistens:
Mit freundlicher Unterstützung der Filmförderung des Landes xxxxx
Wurden viele (Hollywood-)Filme über Fonds nicht steuerlich subventionert (Stichwort Stupid German money).
04:21
@8:
Oha! Ein erfolgreicher Filmemacher, der sein Geld nicht von der Stadt Dortmund bekommt? Also, davon leben kann? Wahlweise erfolgreich?
Sie meinten nicht Roland Emmerich? Oder die paar anderen?