Terminpläne für den U-Turm drohen zu platzen
07.11.2009 | 07:58 Uhr 2009-11-07T07:58:00+0100
Dortmund. Neue Entwicklung am U-Turm: Die für Mai geplante Eröffnung steht auf tönernen Füßen. Zudem ist das "Begrüßungscenter" für Dortmund-Touristen gestrichen - das "Kreativ-Zentrum" für kleine Szenefirmen wird deutlich kleiner als geplant. Schuld ist laut Stadt die Wirtschaftskrise.
Die für den 9. Mai geplante Eröffnung steht auf tönernen Füßen, ist aber noch nicht endgültig ad acta gelegt. Abschied genommen haben die Stadtspitzen aber von der Vorstellung, auch unterhalb des Turmes würden sich im Jahr der Kulturhauptstadt die Kräne drehen.
Der geplante Bau eines „Begrüßungscenters" für Dortmund-Touristen ist gestrichen. Das ebenfalls angedachte Kreativzentrum für kleine Firmen der Kreativ-Szene, soll von „Investoren" nur noch „optional" hochgezogen und darüber hinaus von 6000 qm auf höchstens 3000 qm halbiert werden - ob die Stadt als „Ankermieter" immer noch einen Teil des Gebäudes belegen will, ist neuerdings ebenfalls fraglich.
Neubau Schuman-Kolleg
Die vielleicht wichtigste Neuerung aber: Neben dem Bosch-Berufskolleg im Norden des Geländes soll nun doch eine zweite Berufsschule gebaut werden: das neue Robert-Schuman-Kolleg. Dessen Verlegung von der Sckellstraße zum U-Gelände stand bereits vor Jahren in Rede, war aber auf den Widerstand von Ex-OB Langemeyer gestoßen. Die für 1000 Autos dimensionierte Tiefgarage soll trotz zweier Kollegs von 1000 auf rund 600 gebührenpflichtige Stellplätze abgespeckt werden. Was die Verwaltung aber zusätzlich auf die Fläche stellen möchte, ist eine Sporthalle für beide Kollegs.
Die neue Entwicklung, heißt es, sei in erster Linie „der Wirtschaftskrise geschuldet". Auf gut Deutsch: Zwar hat die Verwaltung im Rahmen des Anfang 2008 ausgeschriebenen Wettbewerbs private Investoren gefunden, die im Grundsatz interessiert sind, die Gebäude mit eigenen Millionen hochzuziehen. Sie wünschen allerdings eine „Risikoabsicherung" durch die Stadt für den Fall, dass Mieter ausbleiben, etwa im „Kreativzentrum", für das NRW-Kulturstaatssekretär Heinrich Grosse-Brockhoff „Architektur Weltmaßstab" forderte. Das war im April 2008.
Verhandlungen laufen noch
Zu dem Zeitpunkt hatte die Stadt ihren Investoren-Wettbewerb schon auf den Weg gebracht - verbunden mit der Hoffnung, bis Herbst 2008 mögen Ergebnisse auf dem Tisch liegen. Das ist bis heute nicht der Fall, obschon die Verhandlungen mit den Interessenten noch laufen. Man will ausloten, ob die verbliebenen drei Konsortien bereit sind, sich auch mit den neuen Wettbewerbsbedingungen anzufreunden. Eventuellen Ansprüchen auf Schadenersatz soll in jedem Fall ein Riegel vorgeschoben werden. Und weil die Stadtspitzen die Neuerungen nicht einfach im stillen Kämmerlein beschließen können, soll dem Rat der Stadt voraussichtlich in der Sitzung am 26. November ein neuer Beschlussvorschlag präsentiert werden.
Damit steht fest: Die erhofften Rohbauten wird es 2010 nicht geben. Läuft im zweiten Anlauf alles glatt, fahren die Kräne frühestens Anfang 2011 auf. Auch der bislang als Eröffnungstermin gehandelte 9. Mai 2010 wankt: „Wir versuchen gerade, die Termine für das Richtfest Anfang Dezember und die Eröffnung festzuzurren", sagt Kulturdezernent Jörg Stüdemann, „und das Bundespräsidialamt ist in die Planung einbezogen." Bundespräsident Horst Köhler habe Interesse signalisiert, zur U-Eröffnung zu kommen. Gegen den 9. Mai spreche, dass an dem Tag die Landtagswahlen stattfinden. Stüdemann rechnet trotzdem mit einem Termin Anfang Mai.
Ob das auch der Startschuss für das Museum Ostwall (MO) im U sein wird, ist fraglich: Stüdemann bestätigt, dass ihm vier Betrachtungen zum Baufortschritt vorlägen - darunter auch solche, die bezweifeln, dass die Etage für das MO im Mai die ausreichenden klimatischen Verhältnisse biete, um die Werke des Museums zu hängen. „Bis Anfang nächster Woche habe ich von den Architekten und der Bauleitung eine Planung gefordert, wann welche Etage fertig ist", so Stüdemann. „Wir haben Anspruch darauf, das brauchen wir jetzt!" Das Ausmaß der Betonsanierung der Decken sei so nicht eingeplant gewesen: Die Foyers und 1/3 der Decken in der 5. und 6. Etage mussten bearbeitet werden, die Gewölbekeller erwiesen sich als labil. Dem Statikbüro macht er keinen Vorwurf: „So genau kann niemand die Wände untersuchen." Trotzdem seien die Arbeiten vier Wochen im Verzug: „Es wird auch nachts gearbeitet, um das aufzuholen."
13:51
@6
komisch das die cDU damit verantwortlich ist..
12:48
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09:43
Klein klein denken, schade Dortmund...
00:53
Dortmund, nichts halbes nichts ganzes..
03:29
Hm, hätte man mal vorher die Kreativwirtschaft angesprochen und Verträge festgezurrt, müsste man jetzt nicht fehlende Investionsbereitschaft für Gorny-eskes Geschwurbel beweinen.
6000 qm oder 3000 qm? Warum nicht 100 qm oder 10.000? Firmen, welche die Miete dafür aufbringen wollen gibt es genug. Gefragt wurden die aber nie, sondern es wurden Prospekte für Investoren gefertigt, welche aber vermutlich keinen Cent in die U-Ruine oder das Viertel reinpumpen, sondern nur für die von ihnen vermietete Fläche bezahlen sollen.
Wo kann ich bitte Anteilscheine zeichnen?
01:31
[Editiert von Moderation]
Zum Thema: Während woanders in der Stadt die solventen privaten Investoren mit ihren Projekten alles andere als zögerlich sind, soll ausgerechnet am U-Turm - in bester City-Lage nahe Bahnhof, dem neuen Westentor und dem Boulevard Kampstraße - die Wirtschaftskrise fürs Ausbleiben der Investitionen schuld sein????
Entweder liegt hier ein Übertragungsfehler vor oder Sierau und Genossen sind wirklich so dreist, uns mal wieder einen Bären aufbinden zu wollen.
Kein Investor wird in Verhandlungen so dumm sein, sich einfach ohne Risikoabgrenzung in ein mit vielen Landesmillionen (inkl. der Förderung der Neugestaltung des Rheinischen Viertels) unterfüttertes Projekt einzubringen. Das war schon immer so und wurde bis dato durch geflüsterte Zusagen der Stadt abgefedert.
Die hat aber nun für solche väterlichen Vertrauensbeweise keinen Spielraum mehr und dann werden aus den großmäuligen Leuchttürmen eben kleine Kellerfunzeln.
Das Zurückschrauben der ach-so-zeitgeistigen Kreativwirtschafts-Pläne zeigt gleichzeitig, warum man Kultur nicht nach Maßstäben der Logistik oder Software-Industrie mit den schönen Inkubatoren ala TechnoPark oder Phoenix-West messen kann und warum man in Düsseldorf so langsam einen PowerPoint-Löschfilter für Mails aus Dortmund installieren will.
23:43
Ist Standard, ist Dortmundistan!
22:26
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