Teile der Ausstellung "Echt Nordstadt" zerstört

Nordstadt ist, wenns härter aussieht, als es ist. So lautet eine der Werbebotschaften der Kampagne "Echt Nordstadt". Doch hart ist es in diesem Fall dann offensichtlich doch: Die gleichnamige Ausstellung im Fredenbaumpark hat in sechs Tagen mehr Schaden genommen als zuvor in sechs Monaten in Hörde.

Dortmund.. 25 von 106 großformatigen Bildern von Nordstadt-Gruppen wurden zerstört. Vor allem in einem unbeleuchteten Seitenweg schlugen die Vandalen zu: "Wahllos, sinnlos, respektlos", bedauert Martin Gansau, Projektleiter des Quartiersmanagements.

Ohne soziale Kontrolle

An der Nordstadt wollen die Ausstellungsmacher die Zerstörungen aber nicht festmachen: "Vandalen gibt es überall. Das ist nicht nordstadt-typisch", betont Heike Schulz, die die Ausstellung und das dazugehörige Buchprojekt organisiert hat. Es sei viel mehr der Ort: der dunkle und abgeschiedene Park ohne soziale Kontrolle in den Abend- und Nachtstunden.

"Am Phoenix-See hatten wir beste Bedingungen - hell, einsehbar, viele Anlieger und einen Security-Dienst", verdeutlicht Schulz. Außerdem sei im Winter draußen weniger Partyvolk unterwegs gewesen. Es waren wohl alkoholisierte Jugendliche, die sich an der Ausstellung im Fredenbaumpark abreagiert haben.

Noch einmal am Big Tipi

Daher hat das Quartiersmanagement erfolgreich nach Alternativen gesucht: Die Ausstellung soll im Umfeld des Big Tipi neu aufgestellt werden. Dort gibt es zwar deutlich weniger potenzielle Schaulustige als im benachbarten Park. Allerdings ist dies ein abgeschlossenes Gelände.

Der eigentliche Retter in der Not ist allerdings das Technische Hilfswerk. Die Aktiven wollen die Ausstellung ab dem 27. Mai kostenlos umsetzen. Keine leichte Sache: Die 36 dreiseitigen Ausstellungselemente mit einer Größe von zwei Mal 2,50 Meter wiegen jeweils mehr als 200 Kilo. Im Inneren befinden sich zur Stabilisierung jeweils noch 800 Kilogramm Sand. Nach dem Umzug sollen die zerstörten Bilder erneuert werden, betont Schulz.