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Nordstadt-„Tatort“ schlägt in Dortmund hohe Wellen

12.11.2012 | 20:00 Uhr
Nordstadt-„Tatort“ schlägt in Dortmund hohe Wellen
Dortmunds Nordstadt, hier ein erfundenes Ortseingangsschild, stand im Mittelpunkt des Tatorts..Foto: LUTHE

Dortmund.   Er war ein großes Thema am Montag an vielen Arbeitsplätzen — der Dortmund-Tatort. Knapp neun Millionen sahen die Geschichte über Mord, Müll, Prostitution und Mietwucher. Ist das Dortmund? Die Meinungen über die Nordstadt-Folge gingen weit auseinander.

Kommissar Faber und die Folgen: Ein Tatort als Nordstadt-Krimi. Knapp neun Millionen sahen die Geschichte über Mord, Müll, Prostitution und Mietwucher. Ist das Dortmund? Ein Film, der gestern die Diskussion an vielen Arbeitsplätzen bestimmte.

„Zurückhaltend“ sei die Reaktion unter seinen Mitarbeitern gewesen, fasst Dortmunds oberster Wirtschaftsförderer Udo Mager gewohnt diplomatisch die Stimmungslage zusammen. Er selbst konnte den Tatort nicht sehen: ein Termin kam dazwischen.

Ullrich Sierau sieht in der Darstellung des Nordstadt-Milieus auch eine politische Ebene. Der Verdienst der Folge sei gewesen, so der OB, „dass Risiken und Nebenwirkungen der EU-Osterweiterungen so öffentlichkeitswirksam auf die Bildfläche gehoben wurden“. Die Gründe für das grenzwertige Verhalten des Kommissars müssten allerdings künftig noch mal verdeutlicht werden.

Sigrun Späte von Dortmund-Tourismus mag „diese schrägen Kommissare“. Sie habe allerdings zunächst mit der Präsentation Dortmunds etwas gehadert. „Dortmund ist natürlich nicht nur so wie in diesem Film.“ Allerdings: Wenn die aktuelle Folge im Zusammenhang mit der Premiere von September sehe, habe sie kein Problem damit. Späte: „Der Menschenschlag - der kommt rüber.“ Da sei viel „echt und authentisch“. Bei „Schimanski“ früher sei es immer nur in eine, negative Richtung der Darstellung gegangen. „Würde das allerdings hier so weitergehen, wäre das schrecklich“, stellt Stadtwerberin Späte fest, die allerdings auch nicht von einem Tatort erwartet, dass er in einer Milieustudie wie am Sonntag quasi zum Ausgleich im selben Film einen Blick auf funktionierende Nachbarschaften in der Umgebung wirft.

Wie Sierau ist Späte mit Blick auf das transportierte Image zunächst einmal gelassen. Viele Menschen wüssten um Klischees, sagt Späte. „In Münster gibt es ja auch nicht nur gehobenes Bürgertum, wie im Tatort dargestellt.“

Aber wie reagierten die Bewohner der Nordstadt gestern auf die TV-Ausstrahlung und das schlechte Bild von ihrer Umgebung? Nachfragen bei Kioskhändlern, Bäckern, Frisören, Gemüsehändlern und Passanten auf der Mallinckrodtstraße ergaben: Nicht einer der Befragten hatte den Tatort gesehen. Manche kannten weder das Format, andere haben noch nicht mal einen Fernseher. Das Einzige, was einem Passanten an der Mallinckrodtstraße/Ecke Bornstraße zum Thema einfällt: „Fragen Sie doch mal die beim Ordnungsamt gegenüber, die haben doch so viel Zeit. Vielleicht haben die ihn gesehen...“

Frank Bußmann

Kommentare
13.11.2012
12:58
Nordstadt-„Tatort“ schlägt in Dortmund hohe Wellen
von cantabile | #10

Der Kommissar ist ein Fall für den Psychiater.
Ist solch eine Person, die Autos und das eigene Büro zertrümmert, eigentlich für den Polizeidienst...
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Nordstadt-„Tatort“ schlägt in Dortmund hohe Wellen
Nordstadt-„Tatort“ schlägt in Dortmund hohe Wellen
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http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/tatort-schlaegt-wellen-id7287225.html
2012-11-12 20:00
Tatort, Dortmund, Nordstadt
Dortmund