Tante Erna lässt 30,30 Euro in der Stadt
19.02.2008 | 21:08 Uhr 2008-02-19T21:08:24+0100Wenn Tante Erna aus Oberursel ihren Neffen Manfred in Obereving besucht, muss das nicht zwangsläufig ein nettes Wochenende werden. Aber ein lohnendes. Für Manfred vielleicht - für Dortmund auf jeden Fall. ...
... Denn die so genannten "Verwandten- und Bekanntenbesucher" spielen als Wirtschaftsfaktoren in der Tourismus-Branche eine wichtige Rolle. Für die 290 100 Dortmunder Haushalte ermittelten die Experten des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institutes für Fremdenverkehr (dwif) in München pro Jahr drei Millionen Übernachtungen. Sehr zum Verdruss der Hoteliers, die auch solche Gäste lieber in ihren Zimmern beherbergen würden. Sehr zur Freude von Gastronomie, Einzelhandel, Museen und Freizeiteinrichtungen.
Zahlen überraschen - aber positiv
Denn "wer in Dortmund zu Gast ist, der geht auch in Dortmund aus, kauft ein, besucht den Zoo oder das Konzerthaus", so Dr. Manfred Zeiner von dwif. Bei 30,30 Euro, die ein Verwandter oder Bekannter auf Dortmund-Besuch pro Tag in der Stadt lässt, kommen im Jahr fast 91 Millionen Euro Bruttoumsatz zusammen. Die Botschaft lautet also: Ihr Dortmunder, ladet doch öfter mal Freunde und Verwandte ein!
Dortmunds Tourismus-Experten zeigten sich gestern bei der Präsentation der Studie von den Ergebnissen positiv überrascht. "Zwischen der gefühlten Bedeutung des Tourismus' für die Stadt und der exakt gemessenen besteht ein erfreulicher Unterschied", sagte Udo Mager, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung. Und Dr. Ludwig Jörder, Vorstandsvorsitzender von Dortmund.tourismus wie auch Geschäftsführer der Westfalenhallen und damit einer der Auslöser von Übernachtungen, konstatierte: "Dass wir die Zahl der Übernachtungen im Jahr nach der WM noch einmal um fünf Prozent auf 808 000 steigern konnten, zeigt auch die Treffgenauigkeit unserer Marketingaktivitäten.
Zweite Studie zu den Wünschen der Gäste
Die sollen in Zukunft weiter forciert und stärker noch auf Tagestouristen sowie auf Geschäftsreisende konzentriert werden, kündigte Matthias Rothermund, Geschäftsführer von Dortmund.tourismus an. Zahlreiche Ideen hat sein team schon im Hinterkopf. Konkrete Maßnahmen und Angebotspakete wolle man aber erst im Sommer schnüren. Dann liegen auch die Ergebnisse einer weiteren Studie vor. Im Rahmen des "Qualitätsmonitors Deutschland-Tourismus" werden zurzeit Gäste u.a. auch in Dortmund nach ihrer Zufriedenheit, nach Wünschen, Anregungen und Kritikpunkten befragt. "Wenn auch diese Ergebnisse ausgewertet sind, wissen wir genauer, was die Gäste unserer Stadt von Dortmund erwarten", so Rothermund.
Gestern Abend wurden die Ergebnisse der Dortmunder Tourismus-Studie im Rahmen einer Podiumsdiskussion vor geladenen Gästen in der Bürgerhalle des Rathauses vorgestellt. Bericht folgt
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