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Amtsgericht

Tankbetrüger muss tief in die Tasche greifen

24.10.2012 | 16:29 Uhr
Tankbetrüger muss tief in die Tasche greifen

Dortmund.   Zweimal volltanken und dann Vollgas geben, ohne zu bezahlen: Für seine kriminelle Idee, Benzingeld zu sparen, muss ein 32- Jähhriger jetzt satte 1000 Euro Geldstrafe zahlen. So lautete ein Urteil im Amtsgericht.

Diese Rechnung hatte der Dortmunder ohne den Wirt gemacht – oder besser gesagt, ohne den Richter. Da wollte er besonders ausgebufft sein und Geld sparen, gab zweimal an der Tanksäule Gas, ohne zu bezahlen. Die Quittung: 1000 Euro Geldstrafe wegen Tankbetrugs und eine weitere Vorstrafe in seinem ohnehin schon beachtlichen Register.

So langsam wird die Luft für den 32-Jährigen jetzt dünn, wie ihm Amtsrichter Dr. Marko Tartsch gestern mit eindringlichen Worten klar machte: „Man kann bei Ihnen durchaus über eine Freiheitsstrafe nachdenken. Sie scheinen überhaupt keine Unrechtseinsicht zu haben.“ Insgesamt sechs Voreintragungen hat der 32-Jährige auf seinem „Bundeszentralregister“, wie es offiziell heißt. Erst vor zwei Jahren wurde er wegen vierfachen Betruges zu einer Geldstrafe verurteilt.

Welcher Teufel ihn gleich zweimal im Juli dieses Jahres geritten hat, bleibe dahingestellt. Zwei Zeugen ließen gestern keinen Zweifel daran, dass er es war, der erst am 8. Juli an der Aral-Tankstelle Brackeler Hellweg und zwei Wochen später in Lünen für je 70 Euro volltankte und dann Vollgas gab.

„Mir kam er irgendwie gleich von Anfang an komisch vor, deshalb hatte ich ein bisschen auf ihn geachtet“, sagte eine Autofahrerin, die damals in Lünen neben ihm an der Tanksäule gestanden hatte. „Als ich in den Verkaufsraum gehen wollte, um zu zahlen, da fuhr er einfach weg.“ Geistesgegenwärtig hatte sie sich die Autonummer notiert, auch gestern vor Gericht erkannte sie ihn wieder. Sehr zum Unmut des Angeklagten, der vehement behauptete: „Ich war an dem Tag gar nicht da, ehrlich. Erst zwei Tage später, am 27. Juli.“ Und da will er natürlich gezahlt haben. Doch die Autofahrerin blieb bei ihrer Aussage, die Richter Dr. Marko Tartsch auch für glaubhaft hielt.

Auch dem Mitarbeiter der Aral-Tankstelle an der Brackeler Straße war der 8. Juli noch bestens in Erinnerung. Erst die randalierenden Jugendlichen, die ihn ordentlich auf Trab hielten und dann das: Ein Kunde, der erst voll tankt und dann aufs Gaspedal drückt.

Der Tankbetrüger indes stellte sich als Unschuldslämmchen hin, das immer und überall in irgendwelche krummen Sachen hereinrutscht. Als die Sprache auf frühere Straftaten kam, sagte er trotzig: „Das wurde nie von meiner Seite ausgeführt, das haben sich andere ausgedacht, ich war nur dabei.“

Die 1000 Euro Geldstrafe, die er jetzt zahlen muss, sind für den arbeitslosen Mann kein Pappenstiel. Bei der Staatsanwaltschaft will er jetzt Ratenzahlung beantragen.

Kathrin Melliwa



Kommentare
26.10.2012
20:04
Tankbetrüger muss tief in die Tasche greifen
von xxyz | #1

Das ist wieder sehr abschreckend!

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