Szene soll im Hafen ankern
14.02.2010 | 20:29 Uhr 2010-02-14T20:29:00+0100
Dortmund. Ein Triumvirat aus Liegenschaftsamt, Wirtschaftsförderung und Gastronomie will wieder Leben in die ins Stocken geratene Verwandlung der Speicherstraße zum Szene-Hafen bringen.
Die bisherigen Investoren Gerhard Lang und Heribert Leutner waren ihrer Aufgabe als Entwickler acht Jahre lang nicht nachgekommen. Da das Duo somit seine vertraglichen Pflichten gegenüber der Stadt verletzt hatten, konnte diese den Kontrakt Ende 2009 nach einem Ratsbeschluss beenden.
Zu welchen finanziellen Bedingungen wollte Planungsdezernent Ullrich Sierau auf Nachfrage nicht sagen. Nun jedoch seien die Voraussetzungen geschaffen, der nach dem Abbruch des Thier-Geländes und dem Bahnhofsumbau momentan über das Stadtgebiet verteilten Party-Szene eine neue Heimat zu geben.
In Kürze soll deshalb ein Zirkel mit Vertretern von Liegenschaftsamt, Wirtschaftsförderung und dem ehemaligen Pächter der Strandbar Solendo, Oliver Buschmann, seine Arbeit aufnehmen. Der hatte sich vor einem Jahr von seinem Geschäftspartner Gerhard Lang getrennt und war aus dem Solendo ausgestiegen. Beide streiten derzeit noch vor Gericht um die Trennungsmodalitäten. „Es haben Gespräche stattgefunden. Wenn ich wieder voll einsteigen sollte, dann jedoch nur unter anderen Bedingungen”, sagte Oliver Buschmann. Er könne sich vorstellen, das Wasser und mehr Indoor-Aktivitäten ins Konzept miteinzubeziehen.
Für eine mögliche Planung hat die Stadt nun einen alten Entwurf des Architektenbüros Stege und Partner aus der Schublade geholt. Der sollte eigentlich schon vom Duo Lang und Leutner umgesetzt werden, was jedoch nicht geschah. Das Papier sieht über das Solendo hinaus noch weitere gastronomische Nutzung der Hafenkante und der Immobilien in der zweiten Reihe vor, um die Stadt am Wasser mit Leben zu füllen. Auch bisherige Freiflächen, die momentan als Parkplatz und Lager dienen, spielen in dem Stege-Konzept eine Rolle. Der mögliche Bau einer Lärmschutzwand, die Lärm von Musik und Verkehr von angrenzenden Wohngebieten fernhalten sollen, wird geprüft.
Sierau signalisiert, dass die Stadt „das große Rad drehe”, stellt aber klar, dass die Stadt lediglich die Rahmenbedingungen fürs Szene-Quartier schaffe. Investitionen müsse die Privatwirtschaft stemmen.
10:39
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18:06
Glaubt denn wirklich jemand das bei dem riesigen Schuldenberg den die Stadt hat, dieses Projekt in den nächsten 8 Jahren realisiert wird.
08:14
Wurde ja auch langsam mal Zeit, dass sich dort am Hafen was tut. Dass die Stadt Dortmund sich jetzt als Macher präsentiert ist etwas zynisch. Immerhin hat man ja auch acht Jahre lang zugesehen, wie das Investorenduo Lang/Leutner nichts, aber auch gar nichts getan hat, um dort wirklich eine Gastronomie anzusiedeln. Wenn man durch die Speicherstraße fährt sieht man das (New) Solendo, sonst nichts. Und was passierte denn mit dem (New) Solendo in den letzten Jahren. Sich jetzt als Retter aufspielen, als Innovator, nachdem es seit bestimmt zwei bis drei Jahren offensichtlich war, dass Lang/Leutner dort gar nicht wirklich investieren wollten, passt in die langsam beginnende heiße Phase des Wahlkampfes. Liebe Stadtoberhäupter, gebt Gas! Dortmund ist partytechnisch Niemandsland. Also diesmal bitte richtig! Mit Lärmschutzwand, mit den Clubs der ehemaligen Thierbrauerei, mit Oliver Buschmann und mit einer aktiven Unterstützung der Verwaltung. Sonst wird der Begriff Partymeile in Dortmund bald in einem Atemzug mit Bahnhofsumbau/Ufo/3do genannt.
15:44
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14:43
dann bleibt nur zu hoffen, dass die stadt nicht wieder irgendwelchen prozessierfreudigen kleingeistern nachgibt. das hat ja leider in den vergangenen 15 jahren nur all zu gut funktioniert.
12:39
Ich wohne in der Nachbarschaft und freue mich auf die neue Location!!!!!
09:46
Richtig so, und das Beste, was der Nordstadt passieren kann. Das Hafengebiet ist in erster Linie Gewerbegebiet und dann Wohnviertel.
Es gab hier szenetechnisch schon so viel Substanzverlust (Gypsy, Bird, Roots,...). Nur so kann aus dem Norden wieder was werden und das Subrosa aus seiner Einsamkeit erlöst werden.
23:19
Vielleicht eine Gelegenheit, der zur Zeit völlig heimatlosen Nordstädter Alternativ- und Nonkommerzkultur endlich eine Bleibe zu bieten ? Vielleicht nicht bloß privatwirtschaftlich, wie hier angedeutet, sondern auch von der Stadt unterstützt ? Man muss ja nicht Städteplanung studiert haben, um zu wissen, dass aus städtischer Perspektive gerade die ersteinmal nicht unbedingt kommerziell arbeitende Alternativkultur die Initiativzündung einer umgreifenden Strukturwandlung in einem Stadtteil sein kann. Viele heute als Szeneviertel bekannte Stadtteile größerer Städte haben so angefangen. (Berlin Kreuzberg, Dresden Neustadt, Hamburg Schanze etc.)
22:59
NICHT LANG SCHNACKEN! MACHEN! :-)
Ich freu mich drauf!