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Szene-Power für saftloses Kraftwerk

21.08.2007 | 06:55 Uhr

Musik. Musik. Musik. Mit Blick auf Dortmunds Beiträge zur Kulturhauptstadt Ruhr. 2010 klingt die Chefetage im Dortmunder Rathaus mittlerweile wie eine Langspielplatte mit Sprung: Musik. Musik. Musik.

"Dortmund - für die Musik" lautet einer der Slogans für 2010. Mit "klangvokal - Festival der 1000 Stimmen" habe Dortmund konzeptionell einen Volltreffer gelandet. So sehe das auch Steven Sloan, künstlerischer Direktor von Ruhr.2010, erklärt Kulturdezernent Jörg Stüdemann.

Das Musikviertel Brückstraße mit dem Konzerthaus, dem Jazzclub domicil, der Chorakademie und dem Orchesterzentrum dient als Keimzelle. Möglicherwese bis dahin auch mit der geplanten Music Mall, für die das Westfalen-Forum (ehem. Horten) auf der Wunschliste von Kulturdezernent Jörg Stüdemann und Wirtschaftsförderer Udo Mager ganz oben steht. Gespräche mit der Fondsgesellschaft, die es betreibt, laufen.

Weiter geht's musikalisch gen Osten. Bis zur Weißenburger Straße. Dort steht das alte RWE-Kraftwerk - dorthin würde die Stadt gerne die Clubs, Bars und Diskotheken des Thier-Geländes umsiedeln: Sixx.PM, Mendoza, Liquid Lounge, Blauer Raum, zuHouse Club und Checkpoint. Till Hoppe und Hubertus Brand, die als Geschäftsführer hinter den Unterhaltungsbetrieben stecken, sind interessiert. "Das ist ein Gelände, auf dem wir uns eine Szene gut vorstellen könnten", sagt Hoppe. Zentrale Lage, gute Parkmöglichkeiten, morbider Charme, (fast) keine Anwohner.

Erste Ortstermine haben bereits stattgefunden. Auch RWE signalisiert Entgegenkommen. Das Problem: Der stillgelegte Kraftwerksteil mit Kessel-, Maschinen- und Schalthaus steht unter Denkmalschutz, ist aber baufällig bis akut einsturzgefährdet oder wenigstens marode. Zudem mit Asbest und anderen Schadstoffen belastet. Die Tendenz bei RWE ging eher dahin, die Entlassung aus dem Denkmalschutz zu beantragen und das Gebäudeensemble komplett abzureißen. Denkbar wäre aber auch, Maschinen- und Schalthaus stehen zu lassen und für eine Szene-Nutzung zu sanieren. Dazu müssten aber wohl auch Fördermittel fließen. Die Fragen, so Hoppe, seien: Was kostet der Spaß? Wie lange können die Clubs auf Thier, wo ein Einkaufszentrum entstehen soll, noch bleiben? Wann könnten sie frühestens ins Kraftwerk umziehen? Die nächsten Gespräche: in der kommenden Woche.

Von Frank Fligge

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