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Sexuelle Übergriffe

Syrer entschuldigt sich im Namen friedlicher Flüchtlinge

15.01.2016 | 01:33 Uhr
Jamin Abbas stammt aus Syrien. Seit zwei Monaten lebt der 33-Jährige in Dortmund. "Was den Frauen angetan wurde, verbietet unsere Religion. 99 Prozent der Flüchtlinge denken so wie ich."
Jamin Abbas stammt aus Syrien. Seit zwei Monaten lebt der 33-Jährige in Dortmund. "Was den Frauen angetan wurde, verbietet unsere Religion. 99 Prozent der Flüchtlinge denken so wie ich."Foto: Peter Bandermann

Dortmund.  Der aus Syrien stammende Geflüchtete Jamin Abbas entschuldigt sich bei den Opfern der sexuellen Übergriffe in Köln, Dortmund und anderen Städten. Seine Videobotschaft erfolgt im Namen aller Flüchtlinge auch einer Unterkunft in Dortmund: "Ich habe den Auftrag, um Verzeihung zu bitten."

Im November 2015 erreichte der 33-jährige Jamin Abbas die Stadt Dortmund. Der Informationstechniker und Musiker verließ zuvor eine bombardierte Stadt und zog mit seinem Bruder über die Balkanroute in die Bundesrepublik Deutschland. Zurzeit wohnt er in einer von den Johannitern betriebenen Unterkunft im Dortmunder Stadtteil Eving. "Ich bin hier sehr gut aufgehoben. Ich danke der deutschen Regierung, dem Herrn Hoffmann von den Johannitern und meinem Betreuer Khadel Abduaal dafür, dass ich so human aufgenommen worden bin."

Seit den Ereignissen in der Silvesternacht in Köln und Dortmund fühlt sich der 33-Jährige schlecht. In einem syrischen Flüchtlings-Forum im Internet erfuhr er von den sexuellen Übergriffen auf Frauen. "Bis heute hält dieses schlechte Gefühl an. Ich schäme mich so sehr dafür, dass Ausländer diese Taten begangen haben. Deutschland bietet uns Schutz in der Not. Was die Täter den Frauen angetan haben, war ein sehr großer Fehler."

Der Johanniter-Betreuer Khadel Abduaal wuchs selbst als Kind in einem Flüchtlingscamp auf. Seit vielen Jahren lebt der Raum- und Stadtplaner mit seiner Familie in Dortmund. Für die in Eving untergebrachten Geflüchteten ist er eine wichtige Stütze, weil er Regeln erklären und stützen kann. Jamin Abbas' am 13.1.2016 aufgezeichnete Videobotschaft übersetzt er neben Jamin stehend ins Deutsche:

Im Gespräch mit unserer Redaktion sagte Abbas außerdem: "In arabischen Ländern gibt es teilweise lebenslange Haftstrafen nach sexuellen Übergriffen ... Meinen Landsleuten sage ich: Solche Taten akzeptieren wir nicht. Schon gar nicht in einem Land, das so human ist wie Deutschland ... Ich bitte alle Bürger darum, dass sie differenzieren und nicht stigmatisieren."

Würde er mit den Tätern an einem Tisch sitzen können, würde er ihnen sagen: "Ihr würdet nicht wollen, dass Andere eure Schwestern und eure Mütter so berühren. Also fügt selbst niemandem solches Leid zu. Hofft, dass die Deutschen Gnade haben und dass ihr nicht zurück in eure Heimatländer müsst."

Peter Bandermann

Kommentare
17.01.2016
11:26
Syrer entschuldigt sich im Namen friedlicher Flüchtlinge
von Managenclown | #3

Schöne Inszenierung! Wer will das aber bitte noch glauben? Das Kind ist schon lange zu tief in den Brunnen gefallen. Auch wenn ich es gerne glauben...
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Syrer entschuldigt sich im Namen friedlicher Flüchtlinge
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http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/syrer-entschuldigt-sich-im-namen-friedlicher-fluechtlinge-id11464273.html
2016-01-15 01:33
Dortmund