Das aktuelle Wetter Dortmund 6°C
BV Aplerbeck

Zuviele Verbote am Phoenix-See

01.02.2012 | 18:35 Uhr
Zuviele Verbote am Phoenix-See
Viel zu viele Verbote sollen am Phoenix See gelten, meint die Bezirksvertretung Aplerbeck.Foto: Knut Vahlensieck

Aplerbeck.   Das Naherholungsgebiet Phoenix-See will die Stadt mit viel zu vielen Verboten belegen. Das meint die Bezirksvertretung Aplerbeck undd stimmte gestern gegen die geplante Satzung. Außerdem lehnt die Mehrheit der Aplerbecker Politiker ein Neubaugebiet an der Tulpenstraße ab.

Am Phoenix See sollen sich die Menschen erholen – doch die Regeln, die die Stadt für dieses Gebiet aufstellen will, kann  die Bezirksvertretung Aplerbeck nun gar nicht verstehen. Eigentlich sei in dieser sogenannten „Naherholungsanlage“ gar nichts erlaubt, kritisieren die Politiker aller Fraktionen unisono und lehnen diesen Verbotskatalog ab. Sage und schreibe 37 Tatbestände an Ordnungswidrigkeiten zählte Jürgen Schädel von der SPD-Fraktion in der städtischen Vorlage – eigentlich seien nur Luftholen und Pinkeln  nicht verboten.

Auch der Grüne Fritz Goersmeyer machte seinen Ärger plastisch-drastisch deutlich: „Ich will da grillen, meine Kiste Bier trinken und dann aus meinem Schlauchboot auf dem See ins Wasser fallen“. Schließlich gebe die Stadt 160 Millionen Euro für den See aus, da dürfe er nicht nur für „die oberen Zehntausend“ sein. So will auch Henning Müller-Späth (FDP/Bürgerliste) hier „keine anderen Regeln als anderswo in der Stadt“ und fand Unterstützung bei Volker Mais (CDU): „In einer Stadt muss es gleiches Recht für alle geben“. 

Die Bezirksvertretung Aplerbeck bleibt sich treu: Sie ist mehrheitlich gegen jegliche Bebauung an der Tulpenstraße in Sölderholz. Überflüssig und umweltschädlich – so beurteilt die Mehrheit aus CDU, Grünen und FDP/Bürgerliste den neuen Bebauungsplan. Lediglich die SPD begrüßt das Vorhaben.

„Wir brauchen für die dortige Infrastruktur auch junge Familien“, unterstrich Jürgen Schädel für die SPD, fand aber wenig Gegenliebe. Angesichts eines wachsenden Altersschnitts der Bevölkerung müssten viel mehr zentrumsnahe Wohnmöglichkeiten für Ältere geschaffen werden, argumentierte Fritz Goersmeyer für die Grünen. Schon auf diesem Wege würden dann Häuser im Außenbereich frei gezogen und böten ausreichend Platz für künftige Familien.

Schon die jetzigen Baugebiete, auch im Stadtbezirk Aplerbeck, ärgerte sich Henning Müller-Späth (FDP/BL), liefen bei weitem nicht voll. „Diese Fläche ist als neues Wohnbaugebiet einfach nicht erforderlich“, meint auch Volker Mais für die CDU und verwies auf den Lärmaktionsplan der Stadt, in dem der Bereich rund um die Tulpenstraße eigentlich als „ruhiges Gebiet“ ausgewiesen sei. Nur der Bereich des Bebauungsplanes mit seinen 65 Häusern sei ausgenommen.

Und so waren sich die Politiker bei aller unterschiedlichen Beurteilung des Ap 265 doch in einem positiv einig: Dass die ursprünglichen Pläne von zunächst rund 500 Wohneinheiten jetzt auf 65 Häuser abgespeckt wurde. Und der BV-Mehrheit ist eines auch klar: auf Stadtebene wird der Plan die Mehrheit bekommen.

Immer noch viel zu viele Autos die immer noch viel zu schnell fahren – dieses „erschütternde Fazit“ zog Henning Müller-Späth aus einer nun vorliegenden Verkehrszählung im Bereich Köln-Berliner-Straße. Bis zu 5000 Fahrzeuge täglich werden hier immer noch gezählt. Und obwohl der Bereich als 20-km/h-Zone ausgewiesen ist, fahren 85 Prozent der hier gemessenen Autos bis zu 29 km/h und fünfzehn Prozent sind sogar noch schneller. Deshalb klagen auch Rollstuhlfahrer und Menschen mit Handicaps über gefährliche Situationen, wenn sie die Straße queren wollen. Zu diesem Problem soll die Verwaltung eine Lösung vorschlagen.

Der Lichtstein am Berghofer Tunnelpark, der durch Vandalismus ruiniert wurde soll ersetzt und an der selben Stelle auch wieder eingebaut werden „Wenn er jetzt wieder zerstört wird, müssen wir ihn als ,Berghofer Loch’ eben lassen – das bietet dann den Blick auf den Phoenix See“, fasste Jürgen Schädel letztlich die Meinung aller Fraktionen zusammen.

Katgrin Kroemer

Facebook
 
Kommentare
02.02.2012
21:48
DEWFan,der Kommentar zum Haupfriedhof ist kein Witz!
von Moeppkenbrot | #5

Sie brauchen dringend professionelle Hilfe,sonst werden Sie den Haupfriedhof zu Lebzeiten nicht mehr sehen.

02.02.2012
16:38
Zuviele Verbote am Phoenix-See
von DEWFan | #4

#3: Wenn 50.000 Schalkefans ihren Frust über die verpatzte Meisterschaft auslassen wollen, werden sie sich in Gelsenkirchen einen See aussuchen, in deren Richtung sie strömen können. Aber gibt es dort eigentlich Seen?

#2: und das Schönste am Ruhrgebiet sind die Straßen und Schienen nach Dortmund.
Herrlich, immer wieder das Selbe. Die dümmsten Kommentare kommen von den Dortmund-Hassern (#2, #3), und nicht von denen, die die Stadt und den BVB mögen.

Nie war es schöner - und nicht erst seit 2011 - die Gewissheit zu haben, auf der richtigen Seite zu stehen!

02.02.2012
14:17
Zuviele Verbote am Phoenix-See
von nothdurft | #3

Vielleicht sollten sich die Ratsherren und Damen mal zu einem gemeinsamen Probebaden am PH-See treffen, am Besten noch noch heute und mal erleben wie es sich anfühlt , in einem so schönen Tümpel zu schwimmen.
Da braucht kein Verbot her, das lässt man freiwillig sein.
Wenn aber 50 000 BVB -Fans ihren Frust über die vepatzte Meisterschaft auslassen und in Richtung PH-See strömen, wirkt die Gegen anschliessend wie ein Panzerübungsgelände aus einem Truppenübungsplatz, verkommen zu einem Matschloch.

02.02.2012
12:15
Der einzig schöne Platz in Dortmund
von Moeppkenbrot | #2

ist der Hauptfriedhof!

02.02.2012
11:46
Zuviele Verbote am Phoenix-See
von vaikl2 | #1

Tja, lieber Fritz Goersmeyer, die 160 Mios reichen eben hinten und vorne nicht, wenn der See auch noch in ein paar Jahren See bleiben und nicht zu einer verdreckten, biologisch toten "Proleten-Wanne" oder Kinderspielpfütze verkommen soll. Einen Grünen hätte ich da doch ein bisschen vorausschauender und intelligenter eingeschätzt.

2 Antworten
Zuviele Verbote am Phoenix-See
von Untertan43 | #1-1

Bin genau Ihrer Meinung,vaikl2. Wenn es doch NUR der Goersmeyer wäre,aber da sind noch mehr solche........

Zuviele Verbote am Phoenix-See
von Untertan43 | #1-2

Bin genau Ihrer Meinung, vaikl2. Wenn es doch NUR der Goersmeyer wäre,aber es sind auch noch andere seiner Meinung. Armer Phönixsee.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6306974/create

UMFRAGE

Sollen Stehplätze in Fußballstadien abgeschafft werden?

 
Aktuelle Fotos und Videos
Hombrucher Marktplatzfest
Bildgalerie
Fotostrecke
Kunstfrühling
Bildgalerie
Bunt statt Regen
Dortmund-Süd von oben
Bildgalerie
Aus der Luft
Eisiger Phoenix-See
Bildgalerie
Winter
Aus dem Ressort
Geschichtsverein pachtet Trauerhalle
Aplerbeck
Der langsame Verfall der städtischen Trauerhalle an der Köln-Berliner-Straße ist spätestens ab Herbst 2012 Geschichte. Der Aplerbecker Geschichtsverein wird das denkmalgeschützte Gebäude sanieren und mit Leben füllen.
Lektüre für die Wandervögel
In Hörde
Er hat nur eine Auflage von 300 Exemplaren und behauptet sich dennoch seit Jahrzehnten: Der „Hörder Gebirgsbote“. Im Juni kann er sogar einen doppelten Geburtstag feiern: Vor 65 Jahren gab es die erste, noch größtenteils handgeschriebene Ausgabe. Seit 40 Jahren gibt es ihn nahezu unverändert in der...