Zusätzlicher Wahlkreis öffnet neue Möglichkeiten
24.06.2008 | 17:09 Uhr 2008-06-24T17:09:08+0200Hombruch. Solange hatten sie sich einen zusätzlichen Wahlkreis in Hombruch gewünscht. Jetzt haben sie einen - und werden die Geister, die sie riefen, nicht mehr los. ...
... Denn was jetzt an aktuellen Zuschnitten auf dem Tisch liegt, lässt wenigstens die Sozialdemokraten um ihre Position im Süden fürchten. Denn anders als bisher ausgemalt, steht nach der gestrigen Entscheidung im Kommunalwahlausschuss nun diese Verteilung fest Nummer 29: Teile von Hombruch (geteilt entlang der Zillestraße) plus Brünninghausen, Renninghausen und einem Teil von Barop Wahlkreis 30: Kirchhörde, Bittermark und Lücklemberg Wahlkreis 31: Hombruchs verbleibender Rest mit Löttringhausen, Kruckel und Schnee Nummer 32: Eichlinghofen, Menglinghausen, Persebeck, Salingen und Reste von Barop Dabei hatten sich zunächst die Sozialdemokraten alles eigentlich so schön ausgemalt und durch eine ausgeklügelte Durchmischung "schwarzer" mit traditionell eher "roten" Ecken breite Chancen ausgerechnet. "Jetzt gewinnt überall die CDU", malt ein Ortsvereins-Vorsitzender die schlimmsten Befürchtungen der Genossen an die Wand.
Tatsächlich wird der aktuelle Vorschlag bei der CDU durchaus mit Wohlwollen aufgenommen. 1999 holte die Partei schon einmal alle drei Hombrucher Wahlkreise. Ob das auch bei vier Mandaten gelingt - da wagt keiner eine Prognose. Zumal bei den Christdemokraten noch niemand Kreise mit Köpfen besetzen kann. "Es gibt mehr Anwärter, als Plätze", sagt einer, der es wissen muss. Und dabei wird es auch manche Überraschung geben.
Bei der CDU sind die Kreise noch nicht mit Köpfen besetzt
In jedem Fall schüttelt die jetzt anstehende Verteilung der Ortsteile auf die Wahlkreise das bisherige Personal-Konzept der SPD kräftig durcheinander. Dabei hatte schon dieses Gebilde nur mit erheblichen Geburtswehen das Licht der Welt erblickt: Die Frauenquote, die Begehrlichkeiten der (großen) Ortsvereine, die Machtansprüche Einzelner erzwangen einen Kompromiss - nach Zuschnitten laut SPD-Wunschzettel.
In diesem hatten dann die amtierenden Ratsvertreter Norbert Schilff (Hombruch Persebeck, Kruckel und Schnee) und Olaf Radtke (Menglinghausen, Eichlinghofen, Persebeck, Salingen) wieder ihren Platz.
Den größten Teil von Lücklemberg, Brünninghausen, Renninghausen und der nordöstliche Teil von Barop war mit Ursula Pulpanek-Seidel aus Barop als Ratskandidatin besetzt. Zähneknirschend als Tribut an die Frauenquote - viel lieber hätten hier viele Genossen den Lücklemberger Michael C. Meurer gesehen.
Das (schwarze) Kirchhörde, mit (dem roten) Löttringhausen, der Bittermark, Klein- und Großholthausen sowie der Schanze war schließlich eingeplant für Ingrid Krämer-Knorr (Bittermark), der langjährigen Fahrensfrau.
Doch nun kommt alles anders und die Genossen müssen ihre Figuren auf dem politischen Schachbrett neu setzen: Ingrid Krämer-Knorr wird Kandidatin im Wahlkreis 30, Norbert Schilff bleibt in seinem angestammten Hombruch, Radtke im Wahlkreis um Menglinghausen.
Figuren auf politischem Schachbrett
Dort allerdings, sagen nicht verstummende Gerüchte, könnte Eichlinghofens Bezirksvertreterin Ingrid Albrecht-Winterhoff für Radtke als Konkurrenz erwachsen. Sie hatte allerdings schon bei den Vorstandswahlen im eigenen Ortsverein einen äußerst schweren Stand.
Weitere Frau auf der Namensliste bleibt Barops Bezirksvertreterin Ursula Pulpanek-Seidel, die schon vor der letzten Wahl nach einem Ratsmandat griff, in der Urwahl aber Olaf Radtke unterlag. Ihre erneute Kandidatur stößt auch auf kritische Stimmen: "Die wurde bisher doch nur von ihrem Kaffeekränzchen nominiert", blickt einer auf die AsF.
Nicht nur die Ratsmandate sind umkämpft, auch um die Plätze in der Bezirksvertretung ist in der SPD der Ring freigegeben. Gerd Alda, der amtierende SPD-Fraktionssprecher, ist manchem ein Dorn im Auge. "Da hätten wir ja gerne Michael Meurer", wirbt ein Genosse um adäquaten Ersatz für das in weite Ferne gerückte Ratsmandat. Alda aber macht erstmal Urlaub in Schweden und will dort selber über seine Zukunft entscheiden.
20:18
Das heißt Wahlbezirke, nicht Wahlkreise.