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Zoff um neuen Kindergarten

15.02.2011 | 19:07 Uhr
Zoff um neuen Kindergarten
Der neue St. Clara Kindergarten am Hörder Stadtpark soll sich in den Park ausdehnen. Wolfgang, Wilfred und Joachim Heinze (v.l.) sehen das kritisch. Foto: Knut Vahlensieck

Hörde. Der Neubau des Kindergartens St. Clara droht zum Zankapfel zu werden. Das zweigeschossige neue Gebäude werde ein „Fremdkörper“, der aus der Baulinie herausrage, dem Stadtpark als einziger Grünfläche im Hörder Zentrum werde ein Drittel weggenommen, klagen Wolfgang, Wilfred und Joachim Heinze.

Wolfgang und Wilfred Heinze sind hier aufgewachsen, ihr Elternhaus steht am Ende der Schultenstraße. Sie beäugen das Projekt mit Misstrauen und fürchten, dass die Hörder mangels einer Einwohnerversammlung zu dem Thema gar nicht wissen, was da eigentlich auf sie zukommt.

„Wir sind nicht gegen den Kindergarten. Aber es gibt auch keine wirklichen Informationen“, kritisiert Sohn Joachim Heinze, weil das Trio bei der gws, die das Gebäude errichten wird, mit der Frage nach Informationen bisher nicht durchdrang Und: „Ich sehe nicht ein, dass für diese Baumaßnahme die 200 Jahre gewachsene Struktur aufgegeben wird“, ergänzt sein Vater Wilfred Heinze. „Anstelle des Neubaus könnte das angrenzende Gemeindehaus zum Kindergarten umgebaut werden“, meint Wolfgang Heinze. Dann müsse der Park nicht soweit verkleinert werden.

Bezirksbürgermeister Manfred Renno sieht keine wirkliche Alternative zum Standort für den katholischen Kindergarten – der müsse eben für alle gut erreichbar im Hörder Zentrum liegen. Außerdem könne die Stadt von der Kirche eventuell eine vergleichbare Fläche zurückbekommen.

Die gws erstellt das Kindergartengebäude teils zweistöckig mit 530 qm und erweitert das Außengelände, das dafür ca 750 qm des Hörder Stadtparks dazu bekommt (wie berichtet). Derzeit aber, so gws-Geschäftsführer Johannes Hessel, gebe es noch keine konkreten Pläne. Sobald die vorliegen, werde in einer Versammlung informiert.

Soweit bekannt, so Birgit Niedergethmann vom Stadtplanungsamt, habe gws ein Bergbaugutachten in Auftrag gegeben – wegen der ehemaligen Bergwerksfelder. Aber selbst wenn das positiv ausfalle, wäre das kein k.o.-Kriterium für die Baugenehmigung. Auch die Bodendenkmäler, namentlich der alte Friedhof, seien unbedenklich. Zur Zeit hängen die Bebauungspläne aus. Wenn es keine Bedenken gibt, kann es auf eine „frühzeitige Planreise gehen“, sagt Niedergethmann.

Antje Mosebach

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