Wenn das Haus ein Rohbau bleibt

An den Rohbauten an der Stockumer Straße in Eichlinghofen wird derzeit  nicht weitergebaut. Foto: Klaus Pollkläsener
An den Rohbauten an der Stockumer Straße in Eichlinghofen wird derzeit nicht weitergebaut. Foto: Klaus Pollkläsener
Foto: Iris-MEDIEN
Was wir bereits wissen
An der Stockumer Straße entstehen 14 neue Reihenhäuser. Doch die Baustelle ruht seit langem. Die Hausbesitzer hatten das Bauordnungsamt zu Hilfe gerufen, weil sie Unregelmäßigkeiten witterten.

Eichlinghofen.. An den Hauswänden klettern Gerüste empor – doch die Baustelle ist meist menschenleer. Das Bauordnungsamt hat einen Baustopp für die 14 Reihenhäuser an der Stockumer Straße verhängt. Gerufen wurden die städtischen Bauwächter von den künftigen Bewohnern selber.

Anlass: Die Rohbauten verstießen nicht nur gegen die Baugenehmigungen, sondern auch gegen die dort gültigen Regeln des Bebauungsplanes. Außerdem gab es offene Fragen zu den vorliegenden statischen Berechnungen. So ruhte die Baustelle nun seit rund zwei Monaten überwiegend.

Die Lage am Rande des Wohngebietes Kleine Heide ist mehr als kompliziert, gesteht auch der Stadt-Sprecher Thomas Kampmann zu. Denn eigentlich sollten hier ursprünglich gar keine Wohnhäuser entstehen. Vorgesehen war im Bebauungsplan „Hom 245“ vielmehr ein „Riegel“ aus Gewerbebauten, der das dahinter liegende neue Wohngebiet gegen den Lärm der Stockumer Straße abschirmt.

Weil sich das aber in der Praxis nicht verwirklichen ließ, sich keine Interessenten für diesen Gewerbe-Streifen fanden, so Kampmann, schwenkte die Stadt um: Genehmigt wurden nun doch Wohnhäuser – aber mit bestimmten Auflagen.

Vor allen Dingen um den Immissionsschutz für die Bewohner zu gewährleisten, sollten zur stark befahrenen Stockumer Straße nur Bäder, Hauswirtschafts- und Abstellräume sowie innen liegende Garagen entstehen. Aber: Die Größe der Fenster zur Straße deuteten auf andere Nutzungen hin, Garagen wurden nicht ins Haus integriert – Baugenehmigung und Bauausführung hatten nicht mehr viel gemeinsam, schildert Kampmann.

Nun bemühe sich die Stadt jedoch vor allen Dingen, den Käufern der Häuser möglichst schnell zu helfen, sie seien unverschuldet in die Situation geraten. Einige haben sich inzwischen vom Bauträger des Projektes gelöst und selber neue Unterlagen eingereicht. Soweit die geprüft sind, darf wieder gebaut werden. Auch eine weitere städtische Auflage wollen die Hauseigentümer gemeinsam erfüllen: zur Stockumer Straße hin wird es eine einheitliche Optik geben.