Das aktuelle Wetter Dortmund 6°C
Künstler Thomas...

Weiter Bananen-Alarm in Hörde

11.01.2011 | 17:56 Uhr
Weiter Bananen-Alarm in Hörde
Der Künstler Thomas Baumgärtel will auf diesem Hochofen auf dem Gelände von Phoenix West eine riesige Stahlbanane anbringen. Fotomontage: Franz Luthe

Hörde.Wäre sie echt, könnte sie schon verschimmelt sein. Doch die Banane, die der Kölner Spraykünstler Thomas Baumgärtel dem ehemaligen Hochofen von Phoenix-West in Hörde aufsetzen will, wird aus Stahl sein und ist bisher nur auf dem Reißbrett zu sehen. Die rund 350 000 Euro teure Aktion – ein Geschenk des Künstlers an die Stadt Dortmund – ging zwar im Kulturhauptstadtjahr 2010 aus Kostengründen baden. Doch das ist kein Grund für Baumgärtel, die Zeichnung zu den Akten zu legen.

Der Bauantrag lief am 31. Dezember 2010 aus, doch der Künstler hat schon einen neuen gestellt, der am 3. Januar beim Planungsamt einging. Die Planungsgruppe Drathler sowie die NRW-Urban GmbH, zuständig für die Vermarktung des Hochofens, haben Baumgärtel noch bis zum 30. Juni 2011 grünes Licht für seine Installation gegeben.

Der Kölner, der mehr als zwei Jahre an dieser Idee gearbeitet hat, ist aber weiterhin auf der Suche nach Sponsoren. Noch im Dezember fand er einen Unternehmer, „der mir das alles zusammenschweißen will“. Auch der Stahl für die 30 Meter große Spraybanane wird gesponsert. Es fehlten jedoch noch etwas mehr als 50 000 Euro, um das Projekt verwirklichen zu können. Nur die Stadt Dortmund, die habe sich bisher noch nicht eingebracht: „Ich habe ein bisschen mehr Unterstützung erwartet“.

Die Bananeninstallation sei kein städtisches Projekt, nennt Stadt-Pressesprecherin Dagmar Papajewski den Grund für die Zurückhaltung. Trotzdem sei man weiterhin offen für die Aktion, „obwohl die ja eigentlich nur ein Kulturhauptstadtprojekt war“. Die Installation mit dem Projektnamen „Phoenix aus der Asche“ ist zudem nicht von Dauer – nach etwa einem halben Jahr müsste Baumgärtel die Banane auf dem Hochofen wieder abbauen.

So sieht auch die Planung des Künstlers aus. Es sei denn, der neue Eigentümer, nach dem NRW-Urban noch sucht, wolle die Spraybanane behalten. Wenn nicht, hat Baumgärtel eine andere Lösung. Er will das Objekt der Stadt schenken, die es an einem ebenerdigen Ort aufstellen könnte. Das Kulturdezernat hat dazu bisher noch keine Stellungnahme abgegeben. Vorstellbar ist, dass es schwierig werden könnte, eine geeignete Stelle für so eine riesige Stahlbanane zu finden.

Denn nicht überall stößt das Projekt auf Wohlgefallen. Hörder Künstler und Bürger hatten schon im vergangenen Jahr vehement gegen Baumgärtels Bananenplanung am ehemaligen Stahlstandort Phoenix-West protestiert. Für etliche Hörder ist eine Banane auf diesem altehrwürdigen Industriedenkmal undenkbar. Manch einer droht inzwischen sogar mit Sabotage am Objekt, wenn es denn steht.

Den Künstler stört das nicht. Er hält weiterhin an seiner Idee fest: „Christo hat 24 Jahre darauf gewartet, dass er den Berliner Reichstag verhüllen durfte. Ich habe auch einen langen Atem“. Bis wann der reicht, werden wohl hauptsächlich die Sponsoren mitentscheiden. Und eine Stahlbanane kann zwar keinen Schimmel ansetzen, Rost aber schon.

Susanne Meyer

Facebook
 
Kommentare
12.01.2011
20:59
Weiter Bananen-Alarm in Hörde
von movienrz | #8

Ganzeinfach: weil der kölsche Klngel nicht auch noch von dem Kakao trinkt,durch den er gezogen wird.

12.01.2011
16:59
Weiter Bananen-Alarm in Hörde
von susisorglos22 | #7

Warum setzt der Kölner Künstler seine Banane nicht auf Kölner Dom ?

12.01.2011
15:40
Weiter Bananen-Alarm in Hörde
von Der Ossi | #6

Gibt es eigentlich im Süden irgendwen, der das Ding da draufhaben möchte? Das ist doch wirklich nicht schön und man hört nur Gründe dagegen.

Also soll Herr Baumgrtel das Geld einsammeln und einer sozialen Einrichtung der Stadt zu Gute kommen lassen, da hätten mehrere was von, wir leisten uns schon unseren schicken neuen U-Turm für die Kultur!

12.01.2011
12:16
Blockierter Kommentar.
von Banana-Joe | #5

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

12.01.2011
00:40
Weiter Bananen-Alarm in Hörde
von und zu | #4

Ich wünschte, Herr Baumgärtel hätte seine Banane schon im vergangenen Herbst auf der dem Hochofen gegenüberliegenden Halle montiert - dann wäre dieses Thema nun endgültig erledigt.

12.01.2011
00:04
Weiter Bananen-Alarm in Hörde
von vaikl | #3

So dachte ich es mir: Erst soll die Stadt Geld reinschießen und dann hinterher auch noch die Entsorgung übernehmen.

Lieber Herr Baumgärtel, soll Ihre Banane evt. als Symbol für krumme Geschäfte herhalten?

11.01.2011
19:38
Weiter Bananen-Alarm in Hörde
von xyz | #2

Was für eine sinnlose Geldverschwendung, zuerst der Herkules, dann die Banane.
Ich möchte hiermit daran erinnern, dass man Geld, wenn zuviel vorhanden ist, auch Spenden kann. Die Kreativität hält sich doch sehr in Grenzen.

11.01.2011
19:18
Weiter Bananen-Alarm in Hörde
von babyda | #1

Unsre Hörder Graffiti Schmierer die immer auf Phönix West sind werden da schon Hand anlegen . ;)

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/4155522/create

UMFRAGE

Sollen Stehplätze in Fußballstadien abgeschafft werden?

 
Aktuelle Fotos und Videos
Hombrucher Marktplatzfest
Bildgalerie
Fotostrecke
Kunstfrühling
Bildgalerie
Bunt statt Regen
Dortmund-Süd von oben
Bildgalerie
Aus der Luft
Eisiger Phoenix-See
Bildgalerie
Winter
Aus dem Ressort
Geschichtsverein pachtet Trauerhalle
Aplerbeck
Der langsame Verfall der städtischen Trauerhalle an der Köln-Berliner-Straße ist spätestens ab Herbst 2012 Geschichte. Der Aplerbecker Geschichtsverein wird das denkmalgeschützte Gebäude sanieren und mit Leben füllen.
Lektüre für die Wandervögel
In Hörde
Er hat nur eine Auflage von 300 Exemplaren und behauptet sich dennoch seit Jahrzehnten: Der „Hörder Gebirgsbote“. Im Juni kann er sogar einen doppelten Geburtstag feiern: Vor 65 Jahren gab es die erste, noch größtenteils handgeschriebene Ausgabe. Seit 40 Jahren gibt es ihn nahezu unverändert in der...