Warum der Dortmunder Phoenix-See keine Touristen anzieht

Malgorzata und Isabella sonnen sich auf den Sonnenliegen am Phoenix-See.
Malgorzata und Isabella sonnen sich auf den Sonnenliegen am Phoenix-See.
Foto: WR/Franz Luthe
Was wir bereits wissen
Es gibt einen echten See und eine schöne Uferpromenade – aber noch fehlt es am Phoenix-See in Hörde an touristischer Infrastruktur. Wann kommen die Cafés? Hotels? Restaurants? Souvenirs? Tretboote und Badebuchten?

Dortmund-Hörde.. Gebadet werden darf nicht, ein Hotel mit Seeblick gibt’s nicht. Und gerade erst hat das erste Café am Ufer eröffnet. So sehr die Dortmunder ihren neuen Phoenix-See auch ins Herz geschlossen haben - touristisch ist er noch eine weitgehend unerschlossene Zone. Eine Bestandsaufnahme.

Hotels

Wer bei den gängigen Buchungsportalen im Internet ein Hotel nah am Phoenix-See buchen möchte, wird in die Gartenstadt oder an die südliche Innenstadtgrenze verwiesen. Gut drei Kilometer vom See entfernt werden die ersten Zimmer gemeldet.

Dabei ginge es wesentlich ufernäher. Der Hörder Hotelier Thomas Wüstefeld, der im Herzen des Stadtteils in der Hörder Rathausstraße ein Traditionshotel (seit 1893) betreibt, bietet Einzelzimmer für 43 und Doppelzimmer für 75 Euro an. Eine Belebung des Geschäfts durch Phoenix-See-Tourismus verspürt Wüstefeld allerdings nicht.

„Unsere Gäste, die mit dem Phoenix-See zu tun haben, sind eher Bauarbeiter, Monteure. Eben die Leute, die den Phoenix-See bauen.“ Ein paar Radtouristen mehr als früher bemerke er schon, so Thomas Wüstefeld. „Aber wir stehen hier noch ganz am Anfang eines Strukturwandels“.

Derzeit auf Eis liegt der Plan, ein Hotel in der Hörder Burg anzusiedeln. Ein Investor scheint nicht in Sicht. Und auch das Hörder Hotel mit dem schönen See-Namen „Weißes Rößl“ hat schon bessere Zeiten gesehen. Es steht seit gut zehn Jahren leer.

Das Reiseziel Hörde Gastronomie

Nur langsam tut sich was am Phoenix-See. In diesen Wochen hat mit dem Fenix am südlichen Hafenkai das erste größere Restaurant aufgemacht. Auf der Speisekarte steht auch Westfälisches, aber durchaus hochpreisig: Pfefferpotthast aus der Ochsenbacke für 19,50 Euro. Ein kleinteiliges Kneipenviertel bleibt angesichts hoher Quadratmeterpreise am See Zukunftsmusik. Mit dem „Pfefferkorn“ im „Riva 1“ und dem „Café Solo“ im „Seahouse“ gibt es aber weitere Projekte für die nächste Sommersaison. Noch in diesem Jahr werden eine Eisdiele und ein Currywurstanbieter die See-Speisekarte bereichern. Immer noch da und das seit fast 250 Jahren: Das „Treppchen“, deren jetzige Betreiber die jahrelangen Bauarbeiten rund um den See mit viel Geduld und Kampfgeist überstanden haben.

Freizeitgestaltung

Der Phoenix-See mit seinem 3,4 Kilometer langen Rundkurs ist längst ein Paradies für Jogger und Inliner. Wer gern gemäßigt bergauf wandert, hat vom aufgeschütteten Berg am Ostende des Sees einen traumhaft schönen Blick auf Dortmund. Das maritime Vergnügen hält sich angesichts der strengen Seesatzung dagegen in Grenzen. Kein Baden, kein Surfen. Das Segeln bleibt eher ein elitäres Vergnügen. Tretboote wären erlaubt, aber noch hat sie kein kommerzieller Verleiher zu Wasser gelassen.

Souvenirs

Ansichtskarten vom Phoenix-See? Die muss man am besten selbst fotografieren. Und auch das geeignete Urlaubsmitbringsel von Dortmunds neuen Ufern muss noch erfunden werden. Immerhin: Bei der Phoenix-See-Entwicklungsgesellschaft wird gerade über ein Maskottchen nachgedacht.

Es darf gerätselt werden: Seeigel? Seestern? Oder Stahlarbeiter in Badehose?