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Phoenix-See

Warum der Dortmunder Phoenix-See keine Touristen anzieht

24.07.2012 | 18:18 Uhr
Malgorzata und Isabella sonnen sich auf den Sonnenliegen am Phoenix-See.

Dortmund-Hörde.   Es gibt einen echten See und eine schöne Uferpromenade – aber noch fehlt es am Phoenix-See in Hörde an touristischer Infrastruktur. Wann kommen die Cafés? Hotels? Restaurants? Souvenirs? Tretboote und Badebuchten?

Gebadet werden darf nicht, ein Hotel mit Seeblick gibt’s nicht. Und gerade erst hat das erste Café am Ufer eröffnet. So sehr die Dortmunder ihren neuen Phoenix-See auch ins Herz geschlossen haben - touristisch ist er noch eine weitgehend unerschlossene Zone. Eine Bestandsaufnahme.

Hotels

Wer bei den gängigen Buchungsportalen im Internet ein Hotel nah am Phoenix-See buchen möchte, wird in die Gartenstadt oder an die südliche Innenstadtgrenze verwiesen. Gut drei Kilometer vom See entfernt werden die ersten Zimmer gemeldet.

Dabei ginge es wesentlich ufernäher. Der Hörder Hotelier Thomas Wüstefeld, der im Herzen des Stadtteils in der Hörder Rathausstraße ein Traditionshotel (seit 1893) betreibt, bietet Einzelzimmer für 43 und Doppelzimmer für 75 Euro an. Eine Belebung des Geschäfts durch Phoenix-See-Tourismus verspürt Wüstefeld allerdings nicht.

Sommer am Phoenixsee

 

„Unsere Gäste, die mit dem Phoenix-See zu tun haben, sind eher Bauarbeiter, Monteure. Eben die Leute, die den Phoenix-See bauen.“ Ein paar Radtouristen mehr als früher bemerke er schon, so Thomas Wüstefeld. „Aber wir stehen hier noch ganz am Anfang eines Strukturwandels“.

Derzeit auf Eis liegt der Plan, ein Hotel in der Hörder Burg anzusiedeln. Ein Investor scheint nicht in Sicht. Und auch das Hörder Hotel mit dem schönen See-Namen „Weißes Rößl“ hat schon bessere Zeiten gesehen. Es steht seit gut zehn Jahren leer.

INFO
Das Reiseziel Hörde
Das Reiseziel Hörde

Das Reiseziel Hörde - in einem guten Reiseführer würde es sich mit seinen Schokoladen- und Schattenseiten ungefähr so darstellen:

Unbedingt!

Besuchen Sie auf jeden Fall den letzten Hochofen auf Phoenix West. Das ist alles, was die Chinesen noch vom guten alten Hörde stehen gelassen haben.

Schauen Sie unbedingt ein BVB-Spiel in der „borussenfreundlichen Fachgaststätte Poststübchen“ mit Sky-Anschluss. Hier kosten 0,2 Liter Stifts-Bier nur 1,30 Euro. Macht also nichts, wenn man beim Torjubel mal was verschüttet.

Atmen Sie richtig durch bei einem Spaziergang an der renaturierten Emscher. Das geht jetzt wieder - ohne allzu menschliche Nebengerüche in der Nase.

Bloß nicht!

Reden Sie nie schlecht über Hördes „schmutzige“ Stahlvergangenheit und die abends weithin sichtbar lodernde Gasfackel. Der Hörder hat seinen roten Himmel über dem Stahlwerk geliebt!

Verzichten Sie beim kleinen Appetit auf Döner, Pizza, Burger an der Ecke. In Hörde isst man Schnitzel, etwa beim Schnitzeltag (donnerstags) im Hörder Treff (alle Schnitzel von Hawaii bis Hollandaise für unschlagbare sechs Euro).

Trinken Sie kein anderes Bier als das „Stifts“ aus echter Hörder Brautradition. „Nur echt mit den Stifts-Kopfschmerzen“, wie der Hörder sagt.

Gastronomie

Nur langsam tut sich was am Phoenix-See. In diesen Wochen hat mit dem Fenix am südlichen Hafenkai das erste größere Restaurant aufgemacht. Auf der Speisekarte steht auch Westfälisches, aber durchaus hochpreisig: Pfefferpotthast aus der Ochsenbacke für 19,50 Euro. Ein kleinteiliges Kneipenviertel bleibt angesichts hoher Quadratmeterpreise am See Zukunftsmusik. Mit dem „Pfefferkorn“ im „Riva 1“ und dem „Café Solo“ im „Seahouse“ gibt es aber weitere Projekte für die nächste Sommersaison. Noch in diesem Jahr werden eine Eisdiele und ein Currywurstanbieter die See-Speisekarte bereichern. Immer noch da und das seit fast 250 Jahren: Das „Treppchen“, deren jetzige Betreiber die jahrelangen Bauarbeiten rund um den See mit viel Geduld und Kampfgeist überstanden haben.

Freizeitgestaltung

Der Phoenix-See mit seinem 3,4 Kilometer langen Rundkurs ist längst ein Paradies für Jogger und Inliner. Wer gern gemäßigt bergauf wandert, hat vom aufgeschütteten Berg am Ostende des Sees einen traumhaft schönen Blick auf Dortmund. Das maritime Vergnügen hält sich angesichts der strengen Seesatzung dagegen in Grenzen. Kein Baden, kein Surfen. Das Segeln bleibt eher ein elitäres Vergnügen. Tretboote wären erlaubt, aber noch hat sie kein kommerzieller Verleiher zu Wasser gelassen.

Souvenirs

Ansichtskarten vom Phoenix-See? Die muss man am besten selbst fotografieren. Und auch das geeignete Urlaubsmitbringsel von Dortmunds neuen Ufern muss noch erfunden werden. Immerhin: Bei der Phoenix-See-Entwicklungsgesellschaft wird gerade über ein Maskottchen nachgedacht.

Es darf gerätselt werden: Seeigel? Seestern? Oder Stahlarbeiter in Badehose?

Jürgen Potthoff



Kommentare
04.09.2012
22:28
Warum der Dortmunder Phoenix-See keine Touristen anzieht
von Untertan43 | #26

Das Beste, das Dortmund in den vergangenen Jahrzehnten passieren konnte ist der Phönixsee. Die Absicht der Stadtplaner war bestimmt nicht Touristen anzulocken, sondern diesen verdreckten heruntergkommenen Stadtteil, der auch mit der sozial nicht sehr gut ausgestatteten Bevölkerung leben mußte, zu sanieren.
Es ist ihnen ausgezeichnet gelungen und sie werden sogar die Kosten wieder erwirtschaften. Was in dieser Stadt nicht normal ist. Die Nörgler sollten froh sein endlich wieder saubere Luft einatmen zu können und die Umwelt wieder farbenfroh ünd schön zu erleben. Wir brauchen dafür keine Touristen. Wäre das nur auch in der sogenannten Nordstadt möglich. Man muß dieses Kleinod natürlich vor den Wandalen schützen. Die breiten sich immer sehr schnell aus und verwüsten und benutzen alles bis es wieder kaputt ist. Ich hoffe es gelingt.

02.08.2012
14:17
Warum der Dortmunder Phoenix-See keine Touristen anzieht
von Aasiya | #25

Ganz einfach,um auf die frage zu antworten
Es ist so das der Phönix-See den Touristen und "Einheimischen" verleidet wird
Durch unendliche Auflagen und Verbote kommt man sich dort vor als sei man ein Umweltterrorist ohne gleichen auch wenn man nur einen Fuß auf die dort angelegten Gehwege setzt.
Aber das ist wohl auch so gewollt ..stelle man sich doch mal vor wie sich der kleine aber elitäre Stamm der dortigen Anwohner fühlt die Ihre Panoramafenster zum See hin ausgerichtet haben.
Ständig fremde Menschen die unumwunden in ihre Fenster starren so das sie sich nicht getrauten bei Dunkelheit mal das Licht an zumachen
Lauter fremde die sich nahe ihrer wunderschönen neuen Häuser niederlassen und den Blick genießen mit Pizza und Bier Musik und Gelächter ja einige sind auch noch so unverfrorenen und bringen ihre Hunde mit damit sie mit denen auch noch auf den grün streifen gassi gehen können .
Sollten dann Auch noch Touristen in Scharen kommen hätten die Anwohner dort kaum noch Ruhe .

01.08.2012
18:08
Warum der Dortmunder Phoenix-See keine Touristen anzieht
von kay61 | #24

Ich hätte lieber das Stahlwerk und ein guten Job,im See können wir uns alle ersäufen,das ist finde ich,eh nur Schönfärberei und feiern lassen sich andere!!

1 Antwort
Super Idee, mit dem Stahlwerk
von DEWFan | #24-1

Duisburg hat noch genug davon. In dieser Stadt herrscht deshalb auch Vollbeschäftigung! LOL!

Und ich freue mich darüber, dass man in Dortmund endlich frei atmen kann! Aber wir diskutieren ja lieber über Raucherkneipen. Es gibt nicht nur Passivraucher, sondern auch Passivindustriedreckundautoabgasinhalatoren!

29.07.2012
22:53
@DEWFan | #21
von vaikl2 | #23

Kemnade, Baldeney-, Harkort- und Hengsteysee wurden nicht zur Verlustierung zahlungskräftiger Häuslebauer oder Erholungssuchender angelegt, sie entstammen allesamt der damaligen Not, die Ruhr zwecks Ent-Sedimentierung und Trinkwassergewinnung aufzustauen.

Das waren wirklich tolle Zeiten, als Arbeit und Geld noch in Sinnvolles investiert wurde, da haben Sie allerdings wahr...;-)

1 Antwort
Warum der Dortmunder Phoenix-See keine Touristen anzieht
von DEWFan | #23-1

Die Geschichte der Ruhrseen ist mir schon bekannt. Möchte nicht wissen, wenn man sie in heutiger Zeit planen und bauen würde, was dann wohl in unseren Foren los wäre ;-)

Nur mein unmittelbarer Nachredner scheint meinen Kommentar entweder nicht gelesen, oder meinen Einwurf nicht verstanden zu haben. Etwas größer hätte man den Phoenixsee noch machen können - anfangs war ja noch geplant, die Emscher durchfliessen zu lassen. Aber wesentlich größer wäre er aus Platzmangel kaum machbar gewesen, es sei denn, man hätte halb Hörde abgerissen.

Auf dem ehemaligen Gelände der Westfalenhütte, da wäre richtig Platz gewesen, auch für einen Badesee.

Die vielen Verbote allerdings finde auch ich übertrieben.

29.07.2012
20:50
Warum der Dortmunder Phoenix-See keine Touristen anzieht
von bernddd | #22

Erst einmal muß man sagen, auf dem ehemaligen Hoeschgelände ist lediglich ein kleiner Tümpel entstanden. Warum hat man nicht tatsächlich einen See gebaut?? Zu wenig Profit für den Gerneralisten Stadtwerke. Weder an den Kemmnader Stausee noch an den Baldeneysee kommt dieser Tümpel auch nur annähernd an. Für diesen Tümpel gibt es aber federführend durch den Bürokratenirrsinn mehr Verbote als der komplette Hamburger Hafen es je haben wird. Es war von Anfang an klar, dass es bei diesem Projekt nur darum ging, zahlungskräftige Bürger zum bauen zu bewegen. Das Fußvolk sollte nach Möglichkeit durch den Verbotsirrsinn ferngehalten werden. Für Immoblilienspekulanten sollten wagemutige Seeimmobilien entstehen, die zu futuristischen Preisen vermarktet werden sollen. Dem dummen einfachen Steuerzahler soll hier ein Domizil oder eine Oase vorgegaukelt werden, wo dieser selber nicht erwünscht ist, wie schon bei dem bekannten Steuergrab das Dortmunder U.

28.07.2012
15:29
Au weia!
von DEWFan | #21

Die Kommentare hier, die gehen auf keine Kuhhaut. Ständig diese "Schwanzvergleiche" - unser See in unserer Stadt ist aber viel größer - und so. DARUM geht es doch gar nicht. Übrigens ist auch der Baldeneysee so klein, dass man das gegenüberliegende Ufer noch sehen kann! Und der wurde in den frühen 30er Jahren fertiggestellt. Damals wurde auch noch nicht so viel rumdiskutiert, das müssen tolle Zeiten gewesen sein! Einfach machen und nicht meckern!

Das Besondere am Phoenixsee ist seine Geschichte. Dort stand früher ein Stahlwerk, und radikaler kann eine Landschaft sich kaum wandeln. "Normalerweise" wird aus Natur Industriefläche gemacht, warum nicht mal andersrum?

Und wer außer dem Autor des Artikels spricht hier hochtrabend vom Ziel für Ferntouristen?

27.07.2012
00:36
Warum der Dortmunder Phoenix-See keine Touristen anzieht
von auchdortmunder | #20

Der Teich ist doch gerade mal besser als ein Einkaufszentrum dort.. Menschen, die aus der Umgebung kommen sei es vergönnt, sich die Füße mal drin zu kühlen, Jogger mögen es gut finden dort zu laufen. Aber Touristen? Was ist denn das für ein Umfeld? Und das ist so wie es ist, halt ein wenig heruntergekommen, aber halt ok. Das wird der DSW21 nicht gefallen, aber das Umfeld ist meißt Privatbesitz. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass die Verantwortlichen verstehen, dass es hier maximal um minderwertige Naherholung gehen kann und diese Verantwortlichen nicht auch noch Geld investieren in der Hoffnung Touristen aus der Ferne anzulocken. Warum soll denn da einer privat übernachten wollen? Das ist ja ein Witz! Es muß doch nicht gleich immer Größenwahn sein, was die Leute bewegt, aber hier wäre es so, wenn das ein offizielles Ziel wäre. Der Phönixsee als Touristenmagnet.., dass ich nicht lache bedeutet, dass es schon schlimm sein muß!

26.07.2012
14:30
Der ewige Vergleich
von hassias | #19

Das man immer nach einem besser oder schlechteren Vergleich suchen muss, versteh ich nicht.
Da man in Do keine Szene am Hafen haben möchte, ist der See eine kleine Ausgleichsmaßnahme. Natürlich kann man ihn nicht mit größeren Schwimmseen vergleichen.
Ich war aber letztens am Hengsteysee. Schlecht ausgebaute Wege und kaum mal eine Sitzgelegenheit. Und die wenigen Bänke, die es gibt, sind halb verfault. Mehr als rundherum laufen, machen die Leute da auch nicht.

26.07.2012
13:30
Warum der Dortmunder Phoenix-See keine Touristen anzieht
von WaddeHaddeDuddeDa | #18

Den Phönixsee kann man aber auch nicht wirklich mit dem Baldeneysee vergleichen. Eher mit den Töppersee in Duisburg... oder den Angermundersee... halt nen Baggersee.

26.07.2012
12:37
"Ansichtskarten vom Phönixsee"
von creck | #17

Guter Witz!

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