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Vom Wirtschaftswunder in den Himmel

08.11.2012 | 17:22 Uhr
Vom Wirtschaftswunder in den Himmel
Rudi Strothmüller und Jost Krüger: Auf geht’s, zurück in Wirtschaftswunderzeiten.Foto: Luthe

Hörde.   Die Erfolgsrevue kehrt zurück. „Blaue Augen“ erzählt mit viel Musik deutsche Geschichten seit 1945.

„Die Szenen haben immer einen ernsten Hintergrund, obwohl sie nie ernst daherkommen.“ Das sagt Jost Krüger über die Eigenproduktion „Blaue Augen“ des Hörder Hansa-Theaters, die am Samstag, 10. November, wiederaufgenommen wird. Denn, bei allem Ernst: Das Publikum soll unterhalten werden.

„Blaue Augen“ ist neben der Frank-Sinatra-Revue „My way“ das Repertoire-Stück des Hansa-Theaters, das die längste Laufzeit hinter sich hat. Zuletzt war ein paar Jahre lang Pause. Zeit für eine Runderneuerung der Revue, die sich am roten Faden der deutschen Nachkriegsgeschichte entlanghangelt. Der erste Block mit Hits der Wirtschaftswunderzeit beginnt noch vor Foto-Kulissen mit Bombentrichtern. Dann rasselt Bill Haley in die deutsche Gemütlichkeit. Es kommt auch in Dortmund zu rockenden und rollenden Ausschreitungen sogenannter Halbstarker. Krüger, der die kleinen Szenen für die Revue geschrieben hat, wird das alles in Erinnerung rufen. Seine Revue schreibt Ruhrgebietsgeschichte, erzählt später von arbeitslosen Bergleuten, die am Büdchen trauern, das alles unterlegt mit einem mal melancholischen, mal lebensbejahenden Live-Soundtrack. „Blaue Augen“ soll ja auch daran erinnern, dass Deutschland nach dem Krieg zwar blauäugig neu startete, sich aber auch ein paar blaue Augen im Lebenskampf geholt hat.

Neu ist ein Block mit Szenen aus der jüngeren deutschen Vergangenheit. Da ist der Ossi, der zum ersten Mal im Westen ankommt, gespielt von Christoph Nitz. Krüger sagt: „Er ist der einzige von uns, der wunderschön sächseln kann.“ Neu ist auch eine Szene, die oben im Himmel spielt, bei der Sekretärin Petra, zu deren Chef man nur schwer durchdringt. „Blaue Augen“ mit der Blue Eyes-Liveband, Anna Pappert, Inga Strothmüller, Inga Eickmann, Christoph Nitz, Matthias Schliemann und Rudi Strothmüller erlebt am 10. November, 19.30 Uhr, seine Wiederaufnahme. Ort: Eckhardstr. 4a. Nächster Termin: 24. November..

Jürgen Potthoff

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