Verliebter Arzt lässt Patienten vor verschlossener Türe stehen

Vor verschlossenen Türen stehen derzeit Patienten eines Allgemeinmediziners in Hörde. Der Liebe wegen zog der Arzt quasi über Nacht nach Hessen. An der Tür hängt ein Zettel, dass die Krankenunterlagen bei der Ortho-Klinik hinterlegt wären. Doch genau da liegt das Problem.

Hörde.. Der Allgemeinmediziner Marcel Stiebler schloss bereits Ende letzten Jahres seine Praxis innerhalb des früheren Bethanien-Krankenhauses und jetziger Ortho-Klinik Dortmund. Dumm da stehen seitdem seine Patienten, von denen sich einige nun in dieser Redaktion meldeten: "Wir wussten gar nicht, was los war und was wir jetzt machen sollen", sagen sie. Ihre Krankenunterlagen bekommen sie jedenfalls nicht über die Ortho-Klinik an der Virchowstraße.

Dr. Jens-Torge Meyer, Geschäftsführer des Dortmunder Ablegers der Orthopädischen Kliniken Volmarstein in Hörde, sagt: "Wir sind lediglich der Vermieter der Praxisräume im ersten Obergeschoss unseres Hauses. Wir dürfen überhaupt keine Krankenakten aus dieser Praxis herausgeben und verweisen alle Patienten an den Rechtsanwalt von Herrn Stiebler."

Arzt ist nicht erreichbar

Der Hausarzt hatte zwar seine Praxis mit Ankündigung bei der Geschäftsführung der Ortho-Klinik aufgegeben, aber von dem Zettel an der Tür war Dr. Meyer doch sehr überrascht. Inzwischen hat er ihn überkleben lassen, aber noch immer melden sich zahlreiche ratlose Patienten im Sekretariat der Geschäftsführung. Der Arzt selbst war nicht zu erreichen.

Die Praxis soll neu vermietet werden. Bei der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe bestätigt Heike Achtermann, dass es eine Vorab-Anfrage zu einer Neuzulassung gegeben habe. Mit der müsse sich aber zunächst der Zulassungsausschuss der Kassenärztlichen Vereinigung beschäftigen, sobald der Antrag eingegangen sei.