Das aktuelle Wetter Dortmund 5°C
Uni-Umland

Verkehr ist „die Hölle in Tüten“

25.10.2012 | 06:00 Uhr
Verkehr ist „die Hölle in Tüten“
Verkehrszählung: Barbara Brunsing und Angelika Burscheidt an der OstenbergstraßeFoto: Anja Cord

Barop.   Die Studentenzahlen steigen und damit auch der Verkehr zur Dortmunder Universität. Das spüren vor allem die Bürger im Uni-Umland. Nun wollten sie genau wissen, wieviele Fahrzeuge sie täglich ertragen müssen. Am Dienstag trafen sie sich an zwei Stellen zum Zählen.

Das Semester hat begonnen, die Emil-Figge-Straße an der Uni ist ein Nadelöhr und der Verkehr nimmt durch immer mehr Studenten zu. Das jedenfalls spüren die Menschen am Gardenkamp und an der Ostenbergstraße. Wo die Verkehrsbelastung höher ist – darum allerdings liefern sich die Anwohner beider Straßen einen trefflichen Wettstreit. Deshalb wurde am Dienstag einmal genau gezählt.

Ergebnis: Am Ostenberg fahren tendenziell noch einige Autos mehr als über den Gardenkamp, allerdings weniger Lkw. Die genauen Zahlen: Zwischen 16 und 18 Uhr waren es Dienstag stündlich 400 Autos an der Ostenbergstraße und 335 Am Gardenkamp. Die Abbieger von der Uni in die Baroper Straße allerdings nicht mitgezählt. Das waren weitere 200 pro Stunde.

Ein „Blitzlicht“, wertet Rainer Burscheidt, der in seiner Wohnung Am Gardenkamp 1, die Lärmbelästigung manchmal als regelrecht „grausam“ findet, das Ergebnis. Und es hat auch „nur“ Beispiel-Charakter: Gezählt wurde nicht amtlich, sondern an beiden Straßen von Rainer und Angelika Burscheidt gemeinsam mit dem „grünen“ Politiker-Ehepaar Jürgen und Barbara Brunsing.

Die Aufmerksamkeit der jeweils leidgeprüften Nachbarn war den Zählenden mit ihren Listen an beiden Stellen sicher: „Brauchen Sie auch Unterschriften? Von mir sofort“, bietet Maria Rewinkel aus Haus 108 an der Ostenbergstraße unaufgefordert an. Sie ist mit einer Nachbarin von gegenüber einig: „Hier ist es die Hölle in Tüten“.

Gerade am Ostenberg spürt man die Baustelle an der benachbarten Emil-Figge-Straße: Weil dort auf einem langen Teilstück Kanäle verlegt, Geh- und Radwege eingerichtet werden, ist noch bis Ende des Jahres Einbahnverkehr von der Palmweide zur Uni. Die Umleitung führt die immer mehr Studenten durch die Wohngebiete.

Doch wenn der Ostenberg dicht gemacht wird, wie die Grünen im Sinne der Anwohner wollen, „können wir bei uns gar nicht mehr wohnen“, fürchtet Angelika Burscheidt die Folgen für den Gardenkamp. Und trifft damit die Position der derzeitigen politischen Mehrheit in Hombruch: „CDU und SPD sind eher dafür, die Verkehre zu verteilen“, erinnert Bezirksbürgermeister Hans Semmler.

Die Werte der neuen Zählung sollen auch nach seiner Ansicht und nicht nur auf Wunsch der Grünen Anlass für Politik und Verwaltung sein, die tatsächlichen Verkehrsströme durch eine belastbare amtliche Zählung zu ermitteln.

Das steht ohnehin auf der Agenda der Bezirksvertretung. Die will nämlich mit schwarz-roter Mehrheit endlich die Anbindung der Uni-Südtangente an die neue Verkehrsachse Gardenkamp-Vogelpothsweg voranbringen, erinnert Semmler. In der Dezember-Sitzung soll die Verwaltung der Politik dazu Rede und Antwort stehen. Noch in dieser Legislaturperiode wollen CDU und SPD das Projekt unwiderruflich auf den Weg bringen. Selbst wenn dazu eine Änderung des Bebauungsplanes mit ganz viel neuen Zählungen und Prognosen notwendig wäre – doch ob das so ist, wird auch noch geprüft . . .

Katrin Kroemer



Kommentare
25.10.2012
12:20
Verkehr ist „die Hölle in Tüten“
von Hagrid | #2

Ich frage mich auch, warum man die Südtangente vor gar nicht allzu langer Zeit auch noch baulich "blockiert" hat, genau dort nämlich, wo sie auf die neu gebaute Straße stößt. Damit man das jetzt wieder platt machen kann?
Wenn die Auf-/Ausfahrt Barop wieder voll nutzbar ist, wird sich die Situation auch spürbar entspannen.

1 Antwort
Verkehr ist „die Hölle in Tüten“
von vaikl2 | #2-1

Aber nur dann, wenn die Ostenbergstraße wie beschlossen abgebunden wird. Solange dort nach dem Willen von SPD/CDU weiter eine fragwürdige "Entlastung" erlaubt ist, macht der Gardenkamp-Ausbau keinen Sinn, weil momentan dort weit weniger Verkehr als geplant herrscht.

25.10.2012
11:43
Durchsichtiges Spielchen der Hombrucher CDU/SPD
von vaikl2 | #1

Trotz gegenteiliger Beschlüsse (Rat) und Beteuerungen der letzten Wahlkämpfe wollen CDU/SPD die Ostenbergstraße mit allen Tricks solange offen halten, bis man meint, genügend wütende Anlieger für die Öffnung der Südtangente zusammen zu bekommen. Ein Olaf Radtke, Mitglied der BI gegen den (Aus-)Bau der Dü-Bo-Do und noch 2009 absoluter Befürworter der Abbindung, macht dieses Spielchen zur Machterhaltung in der BV Hombruch ohne Skrupel mit.

Das ist nicht nur eine weitere Wahllüge, das ist auch zynisch und herablassend gegenüber dem Bürger. Und es dient allein dem Ego gewisser BV-Vertreter im Bezirk, denn nur die Ertüchtigung der maroden Südtangente - ohne den Anschluss - würde die Stadt Millionen kosten, die sie für solche völlig überflüssigen Maßnahmen nicht haben *darf*.

Aus dem Ressort
Vorweihnachtlicher Einkauf in festlichem Ambiente
Candle-Ligth-Shopping
Festlich geschmückte Geschäfte, große Laternen auf dem Gehweg und Kerzen, wohin das Auge reicht. Im Ortskern von Aplerbeck steht am Donnerstag (4. 12.) das zweite Candle-Light-Shopping auf dem Programm.
Lerncoaching für überforderte Schüler
Helene-Lange-Gymnasium
Das Turbo-Abitur G 8 katapultiert die Schüler mit rasanten Tempo aus der Kindheit in die Verantwortung für ein erwachsenes Leben. Viele von ihnen leiden unter Versagensangst. Am Helene-Lange-Gymnasium helfen zwei Lehrerinnen, den Schülern die Angst vorm Scheitern zu nehmen.
So soll die Phoenix-Halle zur Popkultur-Hochburg werden
Pläne für Phoenix-West
Die Phoenix-Halle soll zur europaweit angesagten Konzert-Location werden: Am Dienstag wurden die konkreten Pläne vorgestellt, wie Konzert- und Clubleben für bis zu 3600 Menschen nach Hörde gebracht werden sollen. Hinter dem neuen Betreiber der Halle steht die Firma von vier Giganten der deutschen...
Neuer Ameisenbären-Nachwuchs im Zoo
Fotostrecke
Es gibt wieder Nachwuchs bei den Ameisenbären im Zoo. Die kleine Karina kam am 17. Oktober als Ameisenbär-Baby Nummer 62 zur Welt. In unserer Bilderstrecke zeigen wir Fotos vom dem zuckersüßen Nachwuchs mit der langen Nase.
Polizei zieht Serieneinbrecher aus dem Verkehr
Fahndungserfolg in Hörde
Beamte der Ermittlungskommission zur Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen haben am Montag erneut einen Serieneinbrecher festgenommen. Diesmal waren die Beamten in Hörde erfolgreich.Und die Festnahme war gleich in doppelter Hinsicht ein Volltreffer.
Fotos und Videos
Nachwuchs bei den Ameisenbären
Bildgalerie
Fotostrecke
Rundgang durch die Phoenix-Halle
Bildgalerie
Fotostrecke
Neues Wohnen im Denkmal
Bildgalerie
Fotostrecke
Gasleck in Barop
Bildgalerie
Fotostrecke