Unzureichende Informationspolitik
15.06.2012 | 16:25 Uhr 2012-06-15T16:25:00+0200
Kruckel. „Nein“, sagt Günter Rohden, „es ist kein Wunder, wenn es so wenig Resonanz auf die Pläne zum Ausbau des Stromnetzes gibt“. Im Internet sind die Pläne der Bundes-Netzagentur derzeit offengelegt. Doch: Dort könne man zwar mit einiger Mühe irgendwann auch Dortmund entdecken, aber ob die Leitungen über Aplerbeck oder über Kruckel führen, „das sieht kein Mensch“. Doch genau das wollten die Menschen wissen – „ist ihr Bereich betroffen“, sagt der Mann von der IG Elektrosmog aus Kruckel.
Nur dass etwas passiert, in Kruckel, direkt vor der eigenen Haustür, rund um das alte Umspannwerk – das bekommen die Bürger täglich hautnah mit. Nahe beim ehemaligen Bahnhof Kruckel wird eine riesige Leitungsbrücke über die Bahn gebaut und von dort weiter über die Menglinghauser Straße hinweg. Dreh- und Angelpunkt ist das Umspannwerk an der Kruckeler Straße 255. „Das war bisher nur mit 110 und 220 Kilo-Volt bestückt, aber jetzt sollen hier wohl auch 380 KV eingebunden werden“, sagt Rohden.“ Aber was hier eigentlich genau läuft, das weiß wieder kein Mensch“.
Und die neuen Leitungsbauwerke scheinen den Betrachtern nicht unproblematisch: An einer Stelle, auf Persebecker Gebiet, führt die von vier Masten getragene provisorische Leitung unter der Autobahnbrücke durch und wird dahinter wieder zu einem bestehenden Masten gespannt. „Da sollen 380 KV drauf sein für eine Anbindung nach Witten. Die wäre aber meines Erachtens ganz neu“, sagt Rohden.
Nichts ist mehr so, wie es war
Aus Sicht der IG Elektrosmog und der SPD in Kruckel bleibt die Informationspolitik des Netzbetreibers Amprion völlig unzureichend, meint auch Markius Demtröder für die örtlichen Sozialdemokraten. Seit rund drei Jahren laufen inzwischen Arbeiten im Bereich des Umspannwerkes. „Hier ist nichts mehr so, wie es einmal war“, sagt Demtröder, dessen SPD sich schon genau so lange um zuverlässige Informationen bemüht. Doch bisher ohne den umfassenden Erfolg. „Wenn aber nichts Konkretes kommt, dann wittert man darin auch immer eher die negativen Dinge“.
Treppenwitz aus Sicht der Betroffenen: Am Umspannwerk wurde eine Info-Tafel aufgestellt. Gespickt mit vielen Blättern. „Da steht jetzt, dass die Firmen, die hier arbeiten, dafür auch wirklich qualifiziert sind – aber das wollen wir ja mal unterstellen“, sagt Günter Rohden. Stattdessen, unterstützt ihn Markus Demtröder, gehört hier mal ein Plan hin, auf dem zu erkennen ist, was eigentlich passieren soll. Vor allem müsse daraus auch hervorgehen, welche Größenordnung hier demnächst transformiert werden soll. Zu erkennen ist bisher nur folgendes: Der geplante Neubau eines Trafos und der Ausbau einer 380 KV Anlage.
Dabei sind die Männer aus Kruckel überhaupt nicht dagegen, dass hier etwas passiert, sie fordern nur mehr Transparenz. „Man kann sich ja nicht gegen alles wehren. Das macht keinen Sinn, irgendwo müssen die Leitungen ja hin“, betont Günter Rohden, dass man vor Ort die Ausbaupläne gar nicht torpedieren will. Aber konstruktiv kritisch begleiten: „Wir wollen nur wissen, was wo passiert. Wichtig ist doch, dass die Hochspannung wegkommt von der Kruckeler Straße und der Bebauung. An der Autobahn entlang ist das doch alles viel weniger schädlich“.
Und genau das reklamiert die IG Elektrosmog jetzt: „Man braucht diese Leitungen ja, das ist klar. Aber gerade wenn man neu baut, kann man sich doch aussuchen, wohin“. Und genau das müsse schonend für die Anwohner entschieden werden.
18:06
Der einzige "Drahtverhau", der hier irgendwen stören könnte, ist der um Ihren braunverstrahlten Kopp, der Sie irgendwelche "großen Windräder" über ominösen "Dortmunder Wäldern" erahnen lässt.
Machen Sie doch mal nen schicken Vorschlag für ein schön strahlendes Atomkraftwerk auf Dortmunder Gebiet, vielleicht auf dem demnächst Ex-Flughafen, dem Sie ja auch die Stange halten wollten.
19:39
Da habe ich doch ganz vergessen zu erwähnen, dass dort wo über den Dortmunder Wäldern grosse Windräder errichtet werden, dann keine Hochspannungstrassen entstehen werden. Eher daneben - weil - irgendwo muss der neue energiegewendete Strom ja transportiert werden. Die Höhe der neuen Strommasten wird von 70 auf 100 m Höhe wachsen - dafür sind die Mastabstände dann aber grösser und die Belastung mit EMF am Boden auch gesenkt.
Das böse Erwachen der energiegewendeten deutschen Gutmichel wird ein wirklich spannendes Ereignis werden, wenn sie unter Hochspannungsleitungen dem Geschwurbel de benachbarten Windrades ausgesetzt sind und horrende Stromrechnungen begleichen sollen - und das, wo der energieintensive Arbeitsplatz gerade verschwunden ist.
18:16
Das ist doch kein Wunder. Wer will denn jetzt schon den Menschen erklären, dass sie demnächst im Dortmunder Süden unter einem Drahtverhau von neuen Hochspannungsleitungen und deren gesundheitsschädlichen elektromagnetischen Feldern leben werden und dafür dann bei der Stromrechnung noch richtig tief in die eigene Tasche greifen dürfen? Eben - keiner - das Problem schiebt man derzeit.