Tuning-Szene geht auf Distanz zu Rasern

Jenni Wozniok: "Ich habe hier ein Schaf im Wolfspelz." Der grün folierte Volkswagen mit den pinken Felgen gehört der Gründerin der "Tuning-Liebe Dortmund".
Jenni Wozniok: "Ich habe hier ein Schaf im Wolfspelz." Der grün folierte Volkswagen mit den pinken Felgen gehört der Gründerin der "Tuning-Liebe Dortmund".
Foto: Peter Bandermann
Sie investieren viel Zeit und Geld in ihre Autos: Für die Mitglieder der "Tuning-Liebe Dortmund" ist die Hochofen-Kulisse auf Phoenix-West in Hörde ein Stammtisch unter freiem Himmel. Doch wer in der Gruppe sein Limit nicht kennt, fliegt schnell wieder raus.

Hörde.. Dass Tuning keine reine Männerdomäne ist, konnte Jenni Wozniok aus dem Dortmunder Stadtteil Schüren im Jahr 2014 beweisen: Bei Facebook gründete die Golf-Fahrerin die "Tuning-Liebe Dortmund". Zwölf Monate später zählt die TL-DO über 900 Mitglieder. Jenni Wozniok ist nicht nur stolz auf den grünen Gold mit den pinken Felgen - stolz ist sie auch "auf das Familiäre. Ich habe in so kurzer Zeit sehr viele nette Freunde kennengelernt."

"Gehirn ausschalten und Gas geben"

Raser bremst die Gruppen-Gründerin schnell aus: "Wer sich bei uns nicht an die Regeln hält, fliegt sofort raus." Eine dieser Regeln lautet: Mitglieder der Tuning-Liebe Dortmund rasen nicht. "Ich distanziere mich von den Rasern. Die haben mit Tuning nichts zu tun. Das ist Gehirnausschalten und Gasgeben", sagt auch Mike Neumann. Sein roter Aufi TT Coup wirkt unter blauem Himmel vor der Hörder Hochofenkulisse sportlich-elegant. Die Felgen blitzen im Sonnenlicht. Wie Mike Neumann und seine Leute von der Tuning-Liebe zu ihren Autos stehen und was sie über Rasen denken, zeigt dieses Video-Portrait:

Jenni Wozniok kaufte ihren Golf V für 5600 Euro und investierte noch einmal richtig viel Geld, sodass ihr "Schaf im Wolfpelz" jetzt gut 11 000 Euro wert ist. "Am Motor habe ich aber nichts gemacht", sagt sie, "auf PS kommt es mir gar nicht an. Mir geht es um die Erscheinung." Der grün folierte PKW mit den pinken Felgen fällt definitiv auf und ist auch zwischen den getunten Konkurrenten vor der Hochofen-Kulisse einzigartig. Während die Tuning-Liebe-Mitglieder auf dem Hochofen-Vorplatz über die Passion am PKW sprechen, überholt auf der Konrad-Adenauer-Allee ein Raser mit Vollgas.

Sie schütteln die Köpfe. "Genau das wollen wir nicht", sagen sie, "wer sich so verhält, schadet der gesamten Szene." Das Anliegen der TL-DO: Wer Berichte über Raser in der Dortmunder Innenstadt liest, soll Tuner nicht über einen Kamm scheren. Es könne durchaus sein, dass Raser in getunten Autos unterwegs sind. "Aber nicht alle Tuner sind Raser", sagen sie. Mehr über Jenni, Michael, Mike, Mario, Marco und Flo von der Tuning-Liebe Dortmund in dieser Fotostrecke: