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Tanzen gegen rechte Gewalt

11.06.2012 | 18:29 Uhr
Tanzen gegen rechte Gewalt
Foto: Anja Cord: Flashmoptanz an der Gesamtschule Brünninghausen gegen Neonazis

Brünninghausen.   „Missgeburten, Blödmänner, Dumpfbacken“: Die Schimpfworte, die Luisa, Adrian, Dennis und Ahmet für Neonazis haben, sind alles andere als schmeichelhaft. Doch die 12-Jährigen wollen noch mehr Zeichen setzen gegen rechte Gewalt und das nicht allein.

„Missgeburten, Blödmänner, Dumpfbacken“: Die Schimpfworte, die Luisa, Adrian, Dennis und Ahmet für Neonazis haben, sind alles andere als schmeichelhaft. Doch die 12-Jährigen wollen noch mehr Zeichen setzen gegen rechte Gewalt und das nicht allein. Gestern tanzten sie mit mehreren 100 Schülerinnen und Schüler von der Gesamtschule Brünninghausen auf dem Sportplatz am Klüsenerskamp beim Flashmop gegen Rechts.

Hunderte von Armen reckten sich um zwei Minuten vor 11 Uhr zu den Klängen des Songs „Ai Se Eu Te Pego“ in die Höhe, Füße stampften, Lautsprecher schepperten. Die Choreographie dazu hatte sich die Klasse 10c mit Lehrerin Katrin Prosowksi in den vergangenen 14 Tagen einfallen lassen.

Doch ohne die Idee, die ebenfalls beim „Turnen“ entstand und das Engagement von Nele Butschkau wäre die Aktion wahrscheinlich im Sande verlaufen. Die Zehntklässlerin mobilisierte ihre Mitschüler, holte sich von der Schulleiterin grünes Licht für das Projekt. „Wir wollen den Rechten zeigen, was Gemeinsamkeit bedeutet und dass an unserer Schule kein Platz für rechte Spinner ist. Wir tanzen zu nichtdeutscher Musik und setzen damit ein öffentliches Zeichen“, sagt Nele selbstbewusst. Und da die Aktion in die Mottowoche „Assis und Penner“ der Zehntklässler fällt, kam der Jahrgang auch noch bunt gekleidet, mit löchrigen Hosen und schmutzigen T-Shirts zur Schule.

Foto: Anja Cord Flashmoptanz an der Gesamtschule Brünninghausen gegen Neonazis

Doch nicht alle Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule tanzten gestern gegen Rechts auf dem Sportplatz „Wir üben keinen Druck aus, wer sich nicht beteiligen will, braucht das auch nicht“, erklärte Sportlehrerin Prosowski. Dafür sind viele gekommen, die eigentlich nicht mit dabei sein wollten. Ausschlaggebend waren Nazi-Schmierereien, die in der Nacht von Donnerstag auf Freitag in der vergangenen Woche von Unbekannten auf die Außenmauern des Schulgebäudes gesprüht wurden. „Das hat uns ganz schön wütend gemacht“, so ein Schüler.

Mit der Aktion wollen sich die Kinder und Jugendlichen auch gegen die massive anonyme Verteilung von Zetteln und anderen Werbematerial mit rechtem Gedankengut vor ihrer Schule wehren. „Das passiert immer kurz vor dem Sommerferien.“, ärgert sich Nele und hofft, dass die Gesamtschule in diesem Jahr nicht wieder derart ins Visier der Rechten rückt.

Zweimal haben sie gestern den Song „gerockt“. Und die, die dabei waren, wussten warum. „Ausländer gehören auch zu Deutschland“, rufen Valentina, Jordan und Lorena im Chor. Zu ihrem Freundeskreis gehören viele Menschen mit Migrationshintergrund: Türken, Spanier, Italiener, Russen. Doch zu Hause wird manchmal eine andere Sprache gesprochen, als in der Schule: „Die Ausländer können alle kein Deutsch und leben von Hartz IV. Das hat der Papa gesagt“, erzählt eine Zehnjährige. Die Eltern des Mädchens sind keine Nazis – im Gegenteil. Doch sie verbreiten leider Vorurteile, wie sie auch von „rechten Spinnern“ gehegt werden.

Von Susanne Meyer

Kommentare
12.06.2012
11:59
Tanzen gegen rechte Gewalt
von jmeller | #4

Vor ein paar Wochen hat eine Jugendfreizeitstätte (JFS) "Klettern gegen Rechts" veranstaltet. Die JFS war der Meinung das der gemeinsame Sport gut für...
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5 Antworten
Tanzen gegen rechte Gewalt
von jcm | #4-1

Poah, glaupße...
Warum verschweigen sie die Umstände, die zu einer solchen Aktion führten, oder haben sie den Artikel nicht gelesen?
Die Aktion wurde nach den Nazi-Parolen-Schmierereien initiiert (und wg. der braunen Bauernfänger-Strategien dort) und die haben ja auch Einzug in die Meldungen gehalten.
Und wo bitte lesen sie, dass da - von wem auch immer - etwas vor gegeben wurde?

Sie scheinen mir beim Bäume klettern in Wolkenkuckucksheim gelandet zu sein - oder aber sie fühlen sich der Gruppe von Zeitgenossen zugehörig, gegen die sich der Protest richtet.
Poah, glaupße...

@ jmeller @ jcm
von drengler | #4-2

Das - genau das - meinte ich in meinem Kommentar #3-2. Und - jmeller - herzlich willkommen im Club, da Sie spätestens jetzt als "Nazi" gelten.

Tanzen gegen rechte Gewalt
von jcm | #4-3

Wieso? War ne ganz normale Frage bzgl der Motivation, hier einen Kommentar zu veröffentlichen, der in großen Teilen - wie bei ihnen - den Inhalt des Artikels aus blendet...

Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #4-4

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

Tanzen gegen rechte Gewalt
von Dortmund4Life | #4-5

Was ist denn die Alternative? Zusehen, wie die Nazis unter dem Deckmantel von "kameradschaftlichen Freizeitaktivitäten" unseren Kindern rechtes Gedankengut einflößen? Meinetwegen können die Kinder auch Häkeln, Schlafen und Seilchen springen gegen Rechts. Hauptsache die Kinder wissen, warum sie ein Zeichen gegen Intoleranz setzen - und das war hier ja unbestritten der Fall.

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2012-06-11 18:29
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