Stadt prüft Frenzelschule als Unterkunft für Flüchtlinge

Hörde könnte bald eine weitere Flüchtlingsunterkunft bekommen. Die Stadt prüft die Frenzel-Förderschule am Entenpoth als Standort. Die Schule schließt Ende des Schuljahres 2014 / 2015 wegen zu geringer Schülerzahlen. Dieser Plan löste in der Bezirksvertretung in Hörde eine kontroverse Diskussion aus.

Hörde.. Die Zahl der Flüchtlinge sei nicht gerecht in Dortmund verteilt, monierte Hans-Otto Wolf ("Die Linke"). Es könne nicht sein, dass Hörde "überproportional" hoch Flüchtlinge zugewiesen würden, erwiderte der Bezirksvertreter, nachdem Tim Schiebold vom Infrastruktur-Management der Stadt Dortmund im Hörder Lokalparlament über das Prüfverfahren der Stadt Dortmund für die Zukunft des Schulgebäudes berichtet hatte.

Hans-Otto Wolf war mit seiner Kritik nicht allein. Michael Depenbrock von der CDU hält die Unterkunft von weiteren Flüchtlingen im Stadtteil Hörde für "keine so gute Idee". Er erinnerte daran, dass der Stadtbezirk Hörde bereits Standort für eine Erstaufnahme für Asylbewerber (in Hacheney) und ab Juni 2015 auch für eine Flüchtlings-Unterkunft an der Alten Benninghofer Straße (im Hörder Zentrum) sei.

SPD und die Grünen ohne Bedenken

Bedenken, die SPD und die Grünen nicht teilen: Die Bezirksvertreter Peter Pfeiffer (SPD) und Hartmut Schulze-Velmede (Grüne), stellten klar, dass sie grundsätzlich nichts gegen eine weitere Flüchtlings-Unterkunft im Stadtbezirk Hörde hätten. "Ich persönliche begrüße das", sagte Hartmut Schulze Velmede. Der Wellinghofer Peter Pfeiffer: "Die Stadt muss geeignete Gebäude für Flüchtlinge finden. Wenn ein Bezirk einige Flüchtlinge mehr hat als andere Bezirke, dann ist das so hinzunehmen."

Einen endgültigen Beschluss gibt es ohnehin nicht, denn - das betonte Tim Schiebold von der Stadt Dortmund - die Verwaltung prüft noch, ob das 1952 errichtete Gebäude als Flüchtlings-Unterkunft geeignet ist. Unabhängig davon: einer Meinung sind die Bezirksvertreter aus Hörde bei der Frage, ob die Sportvereine die Turnhalle der Frenzelschule nach der Schließung weiter nutzen können. Die am Dienstag (29.4.2015) erteilte Zusage der Stadt Dortmund reicht nur bis in den Winter 2015 / 2016.

Sportler in der Bezirksvertretung

Eine Aussage, die den Sportvereinen und den Bezirksvertretern nicht ausreicht. Vereins-Vertreter saßen in den Zuschauerreihen und drängten auf einen Beschluss mit langfristiger Wirkung. Seniorenbeirat Karl-Otto Clemens erinnerte daran, dass die Turnhalle mit Geld aus dem Etat der Bezirksvertretung modernisiert worden sei - eben weil die Vereine die Halle an sechs Tagen pro Woche nutzen.

Die Stadt Dortmund fasst die Aussagen als "Prüfauftrag" auf. Wobei die Bezirksvertreter die Spielräume eng fassten. Sebastian Kopietz von der SPD: "Die Vereine müssen die Sporthalle nutzen können." Hartmut Schulze-Velmede schlägt vor, dass auch die Vereine die Halle in verwalten und pflegen.

Auf dem 20.163 Quadratmeter großen Gelände der Frenzelschule baut die Arbeiterwohlfahrt eine Kindertagesstätte (Zufahrt Nortkirchenstraße). Die Bauarbeiten dafür haben bereits begonnen. Übrig bleiben rund 19 000 Quadratmeter. Der SPD-Ortsverein Hörde-Süd hatte im März 2015 vorgeschlagen, dass Gebäude abzureißen, neue Wohnhäuser und einen Supermarkt zu bauen.