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Container in Hombruch

Spendenverhalten der Bürger missbraucht

26.12.2012 | 16:58 Uhr
Spendenverhalten der Bürger missbraucht
An der Kiefernstraße in Hombruch steht der umstrittene Altkleidercontainer.Foto: Jörg Schimmel

Hombruch. Auf einmal stand er da, ein Ärgernis für Johannes Hülshoff. Über Nacht hatte jemand einen Altkleidercontainer illegal auf dem privaten Grundstück in Hombruch abgestellt. Das Vorgehen hat Methode, die Organisation einen schlechten Leumund, obwohl sie vorgeblich Müttern in Not helfen will.

„Familienhilfen“ steht auf einem roten Aufdruck auf dem Container an der Kieferstraße, dazu BNH e.V. und eine Dortmunder Rufnummer. Doch am anderen Ende hebt niemand ab, sagt Hülshoff. Er erstattete Anzeige bei der Polizei, weil er das Ding wieder loswerden will.

Container wie jener an der Kieferstraße in Hombruch tauchen bundesweit auf, ob in Pinneberg im hohen Norden oder in Freiburg im deutschen Südwesten. Wird der Boden zu heiß, verschwinden die Behälter so, wie sie aufgetaucht sind: über Nacht.

Nie ist die Aufstellung von den Städten genehmigt worden, stets weisen die Spuren nach Dortmund. Denn dort sitzt angeblich die „Babynotfallhilfe e.V.“ und betreibt ein Büro.

Kleidersammlung untersagt

Auf der Internetseite des Vereins ist aber keine Anschrift zu finden, nur eine Google-Maps-Karte mit einem Pfeil, der die Adresse irgendwo im Kaiserstraßenviertel verortet. Zum Zweck des Vereins heißt es: „Unsere Hilfe besteht aus Beratungsgesprächen, Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen, Besuche zu Hause oder im Krankenhaus sowie auch aus Grundverpflegung für Mutter und Kind in Form von Babybekleidung, Windeln und Lebensmitteln usw.“

Nicht nur Kritiker und Betroffene wie Verwalter Hülshoff vermuten hinter der Aktion einen schwunghaften Altkleiderhandel, der einigen wenigen zugute kommt, jedenfalls nicht Müttern in Not. „Wegen erheblicher Zweifel an ordnungsgemäßen Sammlungen und einer zweckentsprechenden Verwendung des Sammlungsertrages“ hat das Land Rheinland-Pfalz der Babynotfallhilfe Dortmund im August diesen Jahres das Einsammeln alter Kleider untersagt. Der Verein in Person von Vorstand Sadri Ben Mohsen K. und seinem Stellvertreter Omar O. hielt sich trotz einer Verpflichtung nicht an die se Absprache. Im September erwirkte das Land beim Verwaltungsgericht Trier ein Zwangsgeld in Höhe von 12 000 Euro. Die angebliche Babynotfallhilfe war erneut mit illegalen Sammelcontainern erwischt worden, in den Orten Hattert und in Mörlen im Westerwaldkreis.

Seitdem steht die Babynotfallhilfe Dortmund auf der Schwarzen Liste der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) des Landes Rheinland-Pfalz, gleich hinter Warnungen vor der „Aktion Kinderhilfe Deutschland e.V. “ in Korschenbroich und der Aktion Sonnenschein – Hilfe für das mehrfach behinderte Kind“.

Altkleidersammlung und Sammlungsgesetz

In Deutschland werden pro Jahr schätzungsweise 700 000 Tonnen Altkleider gesammelt, ein millionenschwerer Markt.

Das Land Rheinland-Pfalz hat im Gegensatz zu NRW ein Sammlungsgesetz, sagt Miriam Lange, Sprecherin der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD).

Wer unter gemeinnütziger Flagge sammeln will, muss dies auch nachweisen können. „Die jeweilige Organisation ist auskunftspflichtig“, sagt sie.

Diese Organisationen nutzen das Spendenverhalten der Bürger unter Verweis auf die Bedürftigkeit ihrer angeblichen Klienten schamlos aus. ADD-Sprecherin Miriam Lange drückt es deutlich aus: „Wir haben erhebliche Zweifel an der Gemeinnützigkeit der BNH.“ BNH müsse jetzt 12 000 Euro zahlen, weil ADD auch im Eilverfahren der nächsten Instanz gewonnen habe. Bereits 2009 war die Babynotfallhilfe in Arnsberg unangenehm aufgefallen.

Auch bei der Stadt Dortmund hat die Organisation schlechte Karten. „Von uns bekommt die Babynotfallhilfe keine Genehmigung mehr zur Aufstellung von Containern“, sagt Stadtsprecher Hans-Joachim Skupsch. Das Verhalten der BNH, unerlaubt Behälter auf private Grundstücke zu stellen, hält er für eine Unverschämtheit und rät in einem solchen Fall, einen Rechtsanwalt einzuschalten.

Johannes Hülshoff hat bereits einen Brief mit Fristsetzung verschickt, weil ans Telefon niemand geht. Mehrfach hat er erfolglos die angegebene Nummer gewählt. „Was“, fragt er sich, „wenn wirklich mal eine Mutter in Not anruft?“

Von Michael Schmitz

Kommentare
07.04.2013
08:04
Spendenverhalten der Bürger missbraucht
von ulrics | #2

Den Container vom Grundstück zu bekommen ist gar nicht so schwer. Abmahnung auf Unterlassung an die angegebene Adresse. Ist keine Adresse vorhanden wird die Abmahnung auf den Container gepackt. Ist dieser nach einer angemessenen Frist nicht verschwunden, so kann man diesen getrost entfernen lassen.

26.12.2012
19:18
Spendenverhalten der Bürger missbraucht
von kahevo | #1

Altkleider in Dortmund?
Grundsätzlich nur bei "BODO". Dort werden die Sachen an Bedürftige, auch
Mütter und Kind, ausgeteilt.

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2012-12-26 16:58
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