So will der Schultenhof den nächsten Ausbruch verhindern

Rinder am Signal-Iduna-Park, in Kleingartenanlagen und mitten im Straßenverkehr - der Ausbruch am Schultenhof in Renninghausen sorgte in der vergangenen Woche für Aufregung. Der Schultenhof macht sich jetzt Gedanken, ob die Tiere überhaupt auf dem Hof bleiben dürfen.

Renninghausen.. Produktionsleiterin Lisa Lülf vom Schultenhof hat noch immer die Bilder vom Ausbruch im Kopf, sagt sie: Erst machten sieben ihrer neun Limousin-Rinder Dortmund unsicher, trotteten zum Signal-Iduna-Park, durch Beete und eine Kleingartenanlage. Und dann büxten auch noch die anderen beiden Rinder aus, die es beim ersten Fluchtversuch nur bis auf eine andere Weide geschafft hatten.

Der erste Ausbruch, erinnert sich die Landwirtin, gelang am Donnerstagmorgen, als die menschliche Schneise, durch die man die Rinder von der Weide in den Stall treiben wollte, ein Loch bekam - weil einer der Helfer plötzlich Angst hatte.

Kollegin beinahe umgerannt

Beim Versuch, die ausgebüxten Tiere wieder einzufangen, versuchten die Landwirte die Rinder in einen Anhänger zu drücken - aber ohne Erfolg.Sie haben beinahe eine Kollegin umgerannt, und dann sind sie geflüchtet - in Todesangst."

Auch Lisa Lülf hat Ängste durchlitten, sagt sie. Es hätte so vieles passieren können - "vor allem, weil sich die Tiere ja in den Straßenverkehr eingemischt haben". Die Ängste, sie wuchsen mit jeder Minute, sagt Lülf. "Und als es dunkel wurde, da war ich sogar bereit, die Tiere erschießen zu lassen."

Betäubungspfeile eingesetzt

Aber so weit kam es nicht. Die Polizei entschied, Betäubungspfeile einzusetzen.Weil Lisa Lülf jetzt einen weiteren Ausbruch fürchtet, stehen die Rinder durchgehend im Stall - "um den zwei Meter hohe Bauzäune aufgestellt worden sind". Man geht auf Nummer sicher.

Die Rinder auf dem Hof, sie sind zwischen neun und elf Monate alt - und noch recht wild, sagt Lülf.Aktuell beschäftigt sich Lülf "vorsichtig-intensiv" mit den jungen Rindern, will ihr Vertrauen gewinnen und sie ans Halfter gewöhnen. "Wenn ich damit keinen Erfolg habe, werde ich die Tiere vielleicht verkaufen."

Michael Meinders, Sprecher der Stadt Dortmund, sagt nach Rücksprache mit der Arbeitsgruppe für das Veterinärwesen im Ordnungsamt, dass eine ganzjährige Stallhaltung von Limousin-Rindern im Falle des Schultenhofes "kein Problem" sei. Die Gegebenheiten vor Ort wären angemessen.